Dax startet fester
Den Mini-Abschlag vom Wochenstart hat der Dax bereits zum heutigen Handelsbeginn wieder wettgemacht. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 24.835 Punkten, nachdem er gestern mit 24.627 Zählern geschlossen hatte. Stützend wirken Marktteilnehmern zufolge etwa die nachgebenden Ölpreise. In Asien zeigten sich die Börsen indes uneinheitlich.
Dieser Dax-Wert hat Kursfantasie
Nach einem sogenannten Pre-Close-Call vor Quartalsende decken sich Anleger bei Siemens Energy ein. Die Titel des Energietechnikkonzerns ziehen im vorbörslichen Handel knapp drei Prozent an und sind damit Spitzenreiter im Dax. Siemens Energy habe die Kernaussagen zum dritten Quartal bestätigt, sagte ein Händler. "Die Nachfrage in allen Märkten bleibt strukturell stark, global und diversifiziert. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Marktdynamik weiterhin sehr robust sein wird." Ein von Angebotsengpässen geprägtes Umfeld stütze die starken Preise und die gute Planbarkeit für Siemens Energy.
Berichtssaison wirft Schatten voraus
Europas Börsen dürften mit Aufschlägen in den Handel starten. Das Umfeld bleibt übergeordnet positiv. Auch schweigen derzeit die Waffen zwischen den USA und dem Iran, und es könnte schon bald wieder zu Gesprächen zwischen den beiden Ländern über eine langfristige Lösung des Konflikts kommen.
Akzente könnte die Bekanntgabe der Verbraucherpreise für Juni aus Frankreich und Deutschland setzen, bevor dann am Mittwoch die gesamteuropäischen Daten veröffentlicht werden. Mit Blick auf die deutschen Daten wird erwartet, dass sich die Preise im Vergleich zum Vormonat dank der deutlich gefallenen Energiepreise unverändert zeigen.
Derweil wirft die Berichtssaison ihre Schatten voraus, das zeigen erste Pre-Close-Calls. Das Gewinnwachstum in Europa dürfte sich im zweiten Quartal laut den Konsensschätzungen am Markt auf 12 Prozent im Jahresvergleich beschleunigt haben, so die Deutsche Bank. Diese Dynamik werde jedoch stark vom Energiesektor getrieben, während das zugrunde liegende Wachstum ohne Energie voraussichtlich im mittleren einstelligen Prozentbereich bleiben werde.
Asien-Anleger blicken voraus
Heute setzt sich an den Börsen in Ostasien und Australien zunächst keine einheitliche Tendenz durch. Stützend wirken die starken US-Vorgaben und ein etwas besser als erwartet ausgefallener chinesischer Industrie-Einkaufsmanagerindex. Allerdings halten sich Anleger in Erwartung des US-Arbeitsmarktberichts für Juni zurück, wie Händler sagen. Die Daten werden am Donnerstag veröffentlicht. Auch die Verhandlungen zur Beendigung des Iran-Kriegs, die im Laufe des Dienstags in Doha wieder aufgenommen werden sollen, ließen die Investoren vorsichtig agieren.
In Tokio gewinnt der Nikkei-Index 1,3 Prozent. Der breiter gefasste Topix legt um 1 Prozent zu. Der US-Dollar tendiert zum Yen gut behauptet, nachdem die japanische Finanzministerin Bereitschaft signalisiert hat, wegen der Schwäche des Yen zu intervenieren. "Wir werden jederzeit bei Bedarf angemessene Maßnahmen in Bezug auf die Währungen ergreifen", sagte Satsuki Katayama, nachdem der Yen gegenüber dem Dollar fast bis auf ein 40-Jahrestief gefallen war.
Im südkoreanischen Seoul rückt der Kospi um drei Prozent vor. An der Börse in Schanghai notiert der Composite-Index 0,2 Prozent höher. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in China stieg im Juni etwas stärker als erwartet. Der Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe legte ebenfalls leicht zu. In Hongkong gibt der Hang-Seng-Index derweil um 1,2 Prozent nach. Der australische Aktienmarkt tendiert derweil knapp behauptet.
EU und China wollen Handelskonflikt entschärfen
Im Streit um Exportkontrollen für seltene Erden und Permanentmagnete ist China offensichtlich zu Zugeständnissen an die EU bereit. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic sagte in Brüssel nach Gesprächen mit Chinas Handelsminister Wang Wentao, dieser habe zugesichert, dass die bestehenden Exportkontrollen die Lieferketten der EU nicht beeinträchtigen würden. Beide Seiten starteten zudem neue Handels- und Investitionskonsultationen, um auch grundlegende Handelskonflikte zu entschärfen.
Die Exportkontrollen für seltene Erden und leistungsstarke Magnete hatte China nach Zoll-Entscheidungen von US-Präsident Donald Trump eingeführt. Die Maßnahme trifft aber auch deutsche und andere europäische Unternehmen. Seltene Erden stecken etwa in Bildschirmen von Smartphones oder Fernsehern, aber auch in den Antrieben für Elektromotoren, Halbleitern oder Turbinen.
In den gestern gestarteten Handels- und Investitionskonsultationen (Tic) wollen China und die EU laut einer gemeinsamen Erklärung von Sefcovic und Wang nach praktischen Lösungen für die aktuellen Herausforderungen suchen. Dazu soll es konkrete Arbeiten zu den Themen Ausgewogenheit von Handel und Investitionen, Exportkontrollen, geistige Eigentumsrechte und eine Reform der Welthandelsorganisation (WTO) geben.
Zinserhöhung ist "keine Absicherungsmaßnahme"
Bei ihrer jüngsten Zinserhöhung hat die EZB laut ihrer Chefin Christine Lagarde von einer deutlich verbesserten Güte ihrer Prognosemodelle profitiert. "Die Prognosefehler während des Inflationsschubs im Jahr 2022 führten – neben anderen Verbesserungen – zu einer Umstellung auf detailliertere Prognosen für Öl, Gas und Strom", sagte sie. Seit Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten seien die Prognosefehler sehr gering. "Diese Prognosen vermitteln uns ein umfassenderes mittelfristiges Bild – nicht nur hinsichtlich der Inflationsaussichten, sondern auch im Hinblick darauf, wie die Inflation auf unsere geldpolitischen Maßnahmen reagieren wird", fügte sie hinzu. Dies helfe der Europäischen Zentralbank (EZB) dabei, die Geldpolitik so auszurichten, dass sie dem spannungsgeladenen geopolitischen Umfeld besser gerecht werden könne. Die EZB könne ihre Prognosen fortlaufend mit den eingehenden Daten abgleichen, um zu überprüfen, ob sie weiterhin zutreffend seien:
"So vermeiden wir es, uns auf veraltete Prognosen zu stützen." Dieser Rahmen sei für die jüngste geldpolitische Entscheidung von zentraler Bedeutung gewesen. "Manche haben die Zinserhöhung von Anfang dieses Monats als Absicherungsmaßnahme bezeichnet. Diese Beschreibung trifft jedoch nicht zu", sagte Lagarde.
Im Spannungsfeld von Inflationsgefahr und Konjunkturrisiken hatte die EZB am 11. Juni erstmals seit fast drei Jahren eine Leitzinserhöhung gewagt und den Schlüsselsatz von 2,0 auf 2,25 Prozent angehoben.
Ägypten vor weiteren IWF-Hilfen
Ägypten kann auf weitere Finanzhilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von rund 1,6 Milliarden Dollar hoffen. Man habe sich auf Arbeitsebene auf die Überprüfung zweier Finanzvereinbarungen geeinigt, teilte der IWF mit. Die endgültige Auszahlung steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des IWF-Exekutivdirektoriums. Dem Fonds zufolge sind die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten auf Ägypten dank entschlossener politischer Maßnahmen "relativ begrenzt" geblieben. Dazu zählten Anpassungen der Kraftstoff- und Strompreise sowie Ausgabenkürzungen der Regierung.
Die ägyptische Wirtschaft leidet unter den Folgen des Krieges zwischen den USA und Israel gegen den Iran, der die fragile Stabilität des Landes belastet. Das Land ist auf ausländische Kapitalzuflüsse und Gasimporte angewiesen. Der IWF empfahl Ägypten, eine straffe Geldpolitik beizubehalten, um den Inflationsdruck einzudämmen. Die Teuerungsrate lag im Mai bei 14,6 Prozent.
Starkes Börsenquartal in Asien – Kospi überragend
Die asiatischen Aktienmärkte tendieren zum Ende eines Rekordquartals uneinheitlich. Während der japanische Nikkei-Index auf einen Quartalsgewinn von mehr als 36 Prozent zusteuert, drückt der schwache Yen auf die Stimmung. Die japanische Währung fällt gegenüber dem Dollar auf ein Tief seit vier Jahrzehnten, was Händler nervös auf eine mögliche Intervention der Regierung blicken lässt. Finanzministerin Satsuki Katayama erklärt, die Behörden seien bereit, jederzeit angemessen zu reagieren.
Der Nikkei-Index legt 0,9 Prozent zu. Der Shanghai Composite gibt hingegen 0,2 Prozent nach. Der südkoreanische Kospi, der im bisherigen Jahresverlauf seinen Wert mehr als verdoppelt hat, steuert auf einen Zuwachs von fast 65 Prozent im zweiten Quartal zu.
Tankrabatt läuft aus
Nach zwei Monaten läuft der sogenannte Tankrabatt heute aus. Der Preis für Benzin und Diesel dürfte dadurch morgen deutlich steigen. Denn für Sprit, der am 1. Juli das Tanklager oder die Raffinerie verlässt, gilt dann wieder die alte, höhere Steuer. Inklusive Mehrwertsteuer macht das 16,7 Cent pro Liter aus.
Der Tankstellenverband bft erwartet, dass sich das an den Zapfsäulen erst morgen Mittag bemerkbar macht. Denn die Preise dürfen nur um 12.00 Uhr mittags angehoben werden, nicht um Mitternacht, wenn der Steuerrabatt endet.
Er war eingeführt worden, nachdem die Ölpreise infolge des Iran-Kriegs stark angestiegen waren. Autofahrerinnen und -fahrer sollten entlastet werden.
Goldpreis testet nach unten
Gold gibt nach. Das Edelmetall werde wahrscheinlich durch eine hawkishe Neubewertung des Dollars nach der jüngsten Sitzung der Federal Reserve belastet, kommentieren die Analysten von Maybank. Die Fähigkeit des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, auf seiner Pressekonferenz die Glaubwürdigkeit wiederherzustellen, habe auch die Auflösung des "Debasement Trade" vorangetrieben, der den Dollar in den letzten Monaten belastet habe. Dies habe zum jüngsten Rückgang des Goldpreises beigetragen, fügen die Marktexperten hinzu.
Gold habe bereits die Marke von 4000 US-Dollar je Unze getestet. Die Analysten gehen davon aus, dass der Preis auf 3600 US-Dollar je Unze fallen müsse, bevor weitere Käufe des Metalls gerechtfertigt seien. Gold notiert 0,2 Prozent niedriger bei 4007,78 Dollar je Unze. Der Goldpreis steuert auf den größten Quartalsverlust seit mehr als einem Jahrzehnt zu.
Yen-Schwäche ist fundamental
Der Haupttreiber der Yen-Schwäche sind fundamentale Probleme auf japanischer Seite, wie ein sich ausweitendes Defizit bei digitalen Dienstleistungen sowie zunehmende Auslandsinvestitionen von inländischen Privatpersonen und Unternehmen. Davon geht Shota Ryu, Analyst bei Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities, aus. Spekulanten hätten am Terminmarkt riesige Wetten gegen den Yen aufgebaut, was darauf hindeute, dass der Handel überhitzt sei, so Ryu. Dies würde eine Intervention Tokios zur Stützung des Yen rechtfertigen, fügt er hinzu. Finanzministerin Satsuki Katayama sagte, die Regierung sei bereit, bei Bedarf "entschlossene" Maßnahmen am Devisenmarkt zu ergreifen. Zum Dollar notierte die japanische Währung zwischenzeitlich über der 162-Yen-Marke.
Inflation als Zünglein an der Waage
Der Dax ist kraftlos in die neue Handelswoche gestartet. Nachdem er sich mit 24.671 Punkten am Freitag ins Wochenende verabschiedet hatte, beschloss er das gestrige Wochenauftaktgeschäft mit einem Stand von 24.627 Zählern - und damit 0,2 Prozent schwächer.
Händler beschrieben die Lage am Markt aber als "durchaus konstruktiv". Der Ölpreis bewege sich auf einem Niveau, das er vor Ausbruch des Iran-Kriegs innehatte. Zudem bekräftigten sowohl die USA als auch der Iran, dass sie die tagelangen Kampfhandlungen einstellen und stattdessen die Friedensverhandlungen wieder aufnehmen wollen. Dennoch bleibt die Situation rund um die Straße von Hormus angespannt.
Auf der Agenda steht heute nicht viel, aber das Thema Inflation dürfte dennoch für die Anleger interessant sein, denn die Teuerung in Deutschland sollte sich im Juni auf erhöhtem Niveau stabilisieren. Experten erwarten, dass sich die Inflationsrate auf dem Vormonatswert von 2,60 Prozent einpendeln wird. Die EZB strebt für den gesamten Euroraum eine Rate von 2,0 Prozent an. Sie hat zuletzt die Zinszügel im Kampf gegen die im Zuge des Iran-Krieges stark gestiegene Inflation angezogen. Viele Experten erwarten, dass sie im Laufe des Jahres nachlegen wird.
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