Der Börsen-TagZinserhöhung ist "keine Absicherungsmaßnahme"
Bei ihrer jüngsten Zinserhöhung hat die EZB laut ihrer Chefin Christine Lagarde von einer deutlich verbesserten Güte ihrer Prognosemodelle profitiert. "Die Prognosefehler während des Inflationsschubs im Jahr 2022 führten – neben anderen Verbesserungen – zu einer Umstellung auf detailliertere Prognosen für Öl, Gas und Strom", sagte sie. Seit Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten seien die Prognosefehler sehr gering. "Diese Prognosen vermitteln uns ein umfassenderes mittelfristiges Bild – nicht nur hinsichtlich der Inflationsaussichten, sondern auch im Hinblick darauf, wie die Inflation auf unsere geldpolitischen Maßnahmen reagieren wird", fügte sie hinzu. Dies helfe der Europäischen Zentralbank (EZB) dabei, die Geldpolitik so auszurichten, dass sie dem spannungsgeladenen geopolitischen Umfeld besser gerecht werden könne. Die EZB könne ihre Prognosen fortlaufend mit den eingehenden Daten abgleichen, um zu überprüfen, ob sie weiterhin zutreffend seien:
"So vermeiden wir es, uns auf veraltete Prognosen zu stützen." Dieser Rahmen sei für die jüngste geldpolitische Entscheidung von zentraler Bedeutung gewesen. "Manche haben die Zinserhöhung von Anfang dieses Monats als Absicherungsmaßnahme bezeichnet. Diese Beschreibung trifft jedoch nicht zu", sagte Lagarde.
Im Spannungsfeld von Inflationsgefahr und Konjunkturrisiken hatte die EZB am 11. Juni erstmals seit fast drei Jahren eine Leitzinserhöhung gewagt und den Schlüsselsatz von 2,0 auf 2,25 Prozent angehoben.