Der Börsen-Tag
7. Juli 2026
imageHeute mit Max Borowski und Wolfram Neidhard
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08:22 Uhr

Wirtschaftsministerium plant staatliche Gasreserve für 1,5 Milliarden Euro

Im Bundeswirtschaftsministerium gibt es konkrete Pläne für eine staatliche Erdgasreserve für Krisenfälle. Die Kosten in Milliardenhöhe sollen über eine Umlage auf die Gasverbraucher finanziert werden, wie Reuters von einem Insider erfuhr. Angestrebt werde ein Kabinettsbeschluss Mitte August.

Die Reserve solle ausdrücklich nicht der saisonalen Winterversorgung dienen. Dies bleibe Aufgabe von Händlern, Lieferanten und Versorgern. Der Staat solle aber für Extremfälle vorsorgen, etwa bei Sabotage an Infrastruktur oder einer globalen Gasmangellage.

Die Kosten für Aufbau, Gaseinkauf und Einspeicherung der Reserve würden auf 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro geschätzt und sich auf die Jahre 2027 und 2028 verteilen. Hinzu kämen laufende Kosten von 150 bis 180 Millionen Euro jährlich, unter anderem für Speicherkapazitäten, Transport und Verwaltung.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte eine solche Reserve in der Vergangenheit als Notfallinstrument bezeichnet. 

Wirtschaftsministerium plant staatliche Gasreserve für 1,5 Milliarden Euro
07:54 Uhr

Materialengpässe der deutschen Industrie verschärfen sich trotz Entspannung am Golf

Immer mehr Unternehmen in Deutschland klagen trotz der Entspannung im Nahost-Konflikt über Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten. Im Juni hatten 17,2 Prozent der Betriebe mit Materialengpässen zu kämpfen, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter Führungskräften mitteilte.

Im Mai lag der Anteil noch bei 15,9 Prozent. Die Forscher führen das auf den Iran-Krieg zurück. "Die Straße von Hormus ist zwar wieder passierbar, doch die Folgen der Störungen wirken nach", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Bis zur vollständigen Normalisierung der internationalen Lieferketten dürfte es noch einige Zeit dauern."

Besonders angespannt bleibt die Situation in der Chemischen Industrie. Dort berichtet fast jedes dritte Unternehmen (29,5 Prozent) von Materialengpässen. Bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen verschärfte sich die Lage deutlich. Der Anteil stieg hier von 25,5 auf 34,2 Prozent.

Materialengpässe der deutschen Industrie verschärfen sich trotz Entspannung am Golf
07:51 Uhr

Goldpreis gibt nach

Der Goldpreis gibt im frühen asiatischen Handel nach. Der Preis des gelben Metalls sei nach mehreren aufeinanderfolgenden Gewinnsitzungen wahrscheinlich gefährdet, schreibt Somesh Kapuria von Hola Prime in einem Kommentar. Gold befinde sich seit Anfang des Jahres in einem Abwärtstrend. Ein stärkerer Dollar könnte das Edelmetall ebenfalls belasten, fügt er hinzu. Das diese Woche anstehende Protokoll des Offenmarktausschusses der Federal Reserve dürfte für die Gestaltung des kurzfristigen Kurses für Renditen und damit auch für Gold entscheidend sein, fügt er hinzu.

Der Spot-Goldpreis fällt um 0,4 Prozent auf 4.149,79 US-Dollar je Feinunze.

Goldpreis gibt nach
07:46 Uhr

Schwacher Handelsstart für den Dax erwartet

Der Dax wird der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit Verlusten in den Handel starten.

Am Montag war der deutsche Leitindex dank starker Konjunkturdaten den dritten Tag in Folge auf ein Rekordhoch geklettert. In der Spitze gewann er 0,5 Prozent auf 25.900,10 Punkte, bevor er 0,2 Prozent fester bei 25.817,89 Zählern aus dem Handel ging. Angesichts eines erneuten Aufschwungs bei den Technologiewerten griffen auch die Anleger an der Wall Street zu.

Am Nachmittag rückt dort SpaceX in den Fokus, mit der Aufnahme in den Nasdaq-100-Index. Dies zwingt passive Indexfonds zunächst zu Käufen der Aktie, die danach üblicherweise abflauen und die Neueinsteiger oft unter Druck setzen.

Von Unternehmensseite stehen keine wichtigen Termine an. Bei den Konjunkturdaten wird etwas auf die US-Handelsbilanz für Mai geblickt. Der laufende Nato-Gipfel in der Türkei rückt Rüstungswerte in den Mittelpunkt. Mit Spannung wird auf die weitere Entwicklung um den Milliardenauftrag von Kanada an die U-Bootwerft TKMS geblickt. Dieser gilt als klares politisches Signal in Richtung Europa und Nordpolar-Flotte, da auch Norwegen denselben U-Boot-Typ kauft. Entsprechend werden Tiraden von US-Präsident Donald Trump in Richtung Grönland erwartet.

Erst am Mittwochabend steht das Hauptereignis der Woche mit dem Protokoll der vergangenen Fed-Sitzung an. Denn es gibt erste Einblicke in die erste Sitzung des neuen Notenbankchefs Kevin Warsh. Kristina Clifton, Währungsstrategin bei der CBA, meint, Marktteilnehmer werden das Protokoll auf Bestätigung oder Widerspruch zu der restriktiven ersten Erklärung von Warsh analysieren. Das Protokoll könnte kürzer ausfallen oder weniger Einblicke bieten als üblich, angesichts Warshs Ansicht, dass die Fed in der Vergangenheit zu viele Leitlinien gegeben habe.

Schwacher Handelsstart für den Dax erwartet
07:23 Uhr

Ölpreise fester - Börsenpreis für Diesel zieht an

Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,8 Prozent auf 72,56 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,8 Prozent fester bei 69,09 Dollar.

Es werde jedoch Monate oder länger dauern, bis sich das Ausmaß des Energieschocks infolge des Iran-Kriegs auflöst, meint Matt Muenster vom Transporttechnologieunternehmen Breakthrough. Seeversicherer warteten auf einen dauerhaften Frieden, bevor sie die Risikoprämien senkten, die Produktion im Nahen Osten müsse wieder anlaufen und die Infrastruktur repariert werden.

"Die Knappheit auf dem US-Dieselmarkt und die starken Raffineriemargen werden einen stärkeren Rückgang der Dieselpreise kurz- bis mittelfristig dämpfen", fügt er hinzu. "Niedrige Lagerbestände zu Beginn der Hauptsaison im Frachtverkehr könnten eine höhere Untergrenze für die Dieselpreise stützen."

Nymex-Diesel steigt um 3,3 Prozent auf 3,2874 US-Dollar je Gallone, verglichen mit 2,6709 US-Dollar Ende Februar und dem Abrechnungshoch vom 20. März von 4,60 US-Dollar.

Ölpreise fester - Börsenpreis für Diesel zieht an
07:03 Uhr

"Schließungen unvermeidlich" - ein Drittel aller Autowerke in Europa überflüssig

Fast jedes dritte Produktionswerk der Autoindustrie in Europa ist überflüssig. Die Fabriken sind im Schnitt nur zu 59 Prozent ausgelastet. Dabei läge eine kostenoptimale Auslastung bei 80 Prozent, zeigt eine Studie der Unternehmensberatung BCG. Die Überkapazitäten summieren sich auf 5,4 Millionen Fahrzeuge, entsprechend mehr als 35 Werke. "Es ist unvermeidlich, dass es in Deutschland und Europa zu Werksschließungen kommen wird", sagt BCG-Seniorpartner Albert Waas dem "Handelsblatt". 

"Schließungen unvermeidlich" - ein Drittel aller Autowerke in Europa überflüssig
06:49 Uhr

Samsungs Fabel-Gewinn kann Sorgen der Asien-Anleger nicht beschwichtigen

Ein erwarteter Rekordgewinn des Chip-Riesen Samsung hat den asiatischen Aktienmärkten keinen Auftrieb geben können. Die meisten Börsen tendierten schwächer. Samsung Electronics stellte für das zweite Quartal eine fast 19-fache Steigerung des Betriebsgewinns auf 89,4 Billionen Won (58,44 Milliarden Dollar) in Aussicht. Dennoch brach die Börse in Südkorea um 4,1 Prozent ein. Der breiter gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gab 0,73 Prozent nach, während der japanische Nikkei-Index 1,08 Prozent verlor.

Die jüngste Rally bei KI-bezogenen Aktien sei wahrscheinlich auf Sorgen über die Wirtschaft und die Inflation zurückzuführen, sagte Toru Suehiro, Chefvolkswirt bei Daiwa Securities. Anleger suchten in diesem Sektor Zuflucht, auch wegen der sich verschärfenden Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran.

An der Wall Street hatten die US-Börsen am Montag fester geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verabschiedete sich mit einem Plus von 0,3 Prozent bei 53.055,91 Punkten aus dem Handel. Der breit gefasste S&P 500 gewann 0,7 Prozent auf 7537,43 Zähler und der technologielastige Nasdaq zog um 1,1 Prozent auf 26.121,16 Stellen an. Gestützt wurden die Kurse von der Hoffnung, dass künstliche Intelligenz (KI) für eine starke Berichtssaison zum zweiten Quartal sorgen wird

Samsungs Fabel-Gewinn kann Sorgen der Asien-Anleger nicht beschwichtigen
06:43 Uhr

55 Milliarden Euro in einem Quartal: Samsung meldet Mega-Gewinn - Aktie stürzt ab

Anhaltend rasant steigende Preise für Speicherchips haben Samsung zu einem operativen Rekordgewinn verholfen, der die Gewinne der vergangenen drei Jahre zusammen übertrifft. Dennoch brach die Aktie ein, da die Ergebnisse die Sorgen über die Nachhaltigkeit des KI-getriebenen Chip-Booms nicht zerstreuen konnten. Der gemessen am Umsatz weltgrößte Speicherchip-Hersteller teilte mit, der operative Gewinn sei im zweiten Quartal auf 89,4 Billionen Won (umgerechnet rund 55 Milliarden Euro) gestiegen.

Der kräftige Gewinnanstieg gelang trotz Rückstellungen für hohe Mitarbeiter-Boni. Ohne diese Rückstellungen, die auf eine Tarifeinigung vom Mai zurückgehen, hätte der operative Gewinn Analysten zufolge bei über 100 Billionen Won gelegen.

Samsung profitiert von der explodierenden Nachfrage nach Speicherchips. Durch den weltweiten Bauboom bei Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI) kann die Branche den Bedarf derzeit nicht decken.

Der Kurssturz der Aktie um bis zu 7,9 Prozent spiegelt jedoch die Sorgen der Anleger wider. "Investoren bleiben besorgt über die Nachhaltigkeit des KI-Booms und das Risiko verlangsamter Investitionen in die KI-Infrastruktur durch große US-Technologiefirmen", sagte Albert Yong, geschäftsführender Partner bei Petra Capital Management.

55 Milliarden Euro in einem Quartal: Samsung meldet Mega-Gewinn - Aktie stürzt ab
06:30 Uhr

Wann knackt der Dax die 26.000-Punkte-Marke?

Nur noch 100 Punkte war der Dax am Montag von der 26.000-Punkte-Marke entfernt. Mit 25.900,10 Zählern stellte der deutsche Leitindex den dritten Handelstag in Folge einen neuen Rekord auf. Allerdings fehlten dem Dax dann doch die Impulse für einen noch größeren Sprung, zumal der Terminkalender ziemlich leer war. Aber schafft er das noch in dieser Woche?

Unmittelbar vor Beginn der heißen Phase der Berichtssaison herrscht noch Ruhe vor dem Sturm. Auch heute ist die Liste wichtiger Konjunkturdaten sehr übersichtlich. Zahlen gibt es zur deutschen Produktion, die im Mai leicht zugelegt haben dürfte. Ökonomen erwarten ein Plus von 0,2 Prozent, nach einem Zuwachs von 0,4 Prozent im April. Die deutsche Industrie hatte im Mai überraschend viele Aufträge eingesammelt.

Dann wäre da noch Samsung: Die anhaltend rasant steigenden Preise für Speicherchips haben dem südkoreanischen Elektronik-Konzern voraussichtlich zu einem erneuten Rekordgewinn verholfen. Für das zweite Quartal rechnen Anleger mit einem operativen Ergebnis von umgerechnet 59 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte Samsung weniger als drei Milliarden Euro verdient.

Rund drei Wochen nach seinem Börsendebüt zieht der Weltraumkonzern SpaceX in den Nasdaq-100 ein. Der Index-Anbieter Nasdaq hat hierfür Profitabilität als eines der Aufnahmekriterien gestrichen. SpaceX hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von 4,9 Milliarden Dollar verbucht. Durch den Einzug in den Nasdaq-100 sind Indexfonds gezwungen, sich mit den Aktien des Unternehmens einzudecken. Experten rechnen mit zusätzlichen Käufen in Milliardenhöhe. 

Wann knackt der Dax die 26.000-Punkte-Marke?