Dienstag, 09. Juni 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:38 Uhr

Gewinnmitnahmen lassen den Dax abtauchen

Für den Dax waren die 13.000 Punkte in Sichtweite - das war es aber auch schon. Heute war der Tag der Gewinnmitnahmen, die an den europäischen Börsen für einen Rücksetzer sorgten. Vor der Sitzung der US-Notenbank Fed wollten die Marktteilnehmer nichts anbrennen lassen. "Möglicherweise äußert sich die Fed nach dem starken Arbeitsmarktbericht weniger taubenhaft als bisher erhofft", sagte ein Händler. Die Vermögensverwalter von Nikko glauben allerdings nicht an eine Änderung der Fed-Politik.

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(Foto: imago images / Design Pics)

Auch der deutsche Aktienmarkt musste heute Federn lassen, allerdings grenzte er seine Verluste zum Handelsende hin ein. Der Dax verlor 1,6 Prozent und schloss bei 12.618 Punkten, sein Tagestief hatte bei 12.502 Punkten gelegen. Der MDax sackte um 1,7 Prozent auf 26.524 Zähler ab, der TecDax um 1,0 Prozent auf 3162 Stellen. Der EuroStoxx50 gab um 1,3 Prozent auf 3324 Punkte nach.

Unter Druck standen die Auto- und Bankenaktien. Continental verbilligten sich um 2,7 Prozent, BMW um 2,1 Prozent und VW um 2,0 Prozent. Auch Daimler wurden trotz ermutigender Verkaufszahlen in China nicht verschont: minus 2,8 Prozent. Sorge machen die Pläne zur CO2-Besteuerung. Diese würde vor allem die für die Hersteller hochprofitablen SUVs treffen. Deutsche Bank verloren 4,6 Prozent, Commerzbank 5,6 Prozent.

17:20 Uhr

Massiver Kurseinbruch bei US-Juwelierkette

Ein überraschend starker Umsatzeinbruch setzt der US-Juwelierkette Signet zu. Ihr Aktienkurs fiel um fast 17 Prozent. Wegen der Coronavirus-Restriktionen brachen die Quartalserlöse um knapp 40 Prozent auf 852,1 Millionen Dollar ein.

Vor diesem Hintergrund kündigte das Unternehmen die Schließung von Hunderten Filialen an.

17:00 Uhr

Wieder vor der Pleite: Argentinien hat keine Qual der Wahl

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(Foto: picture alliance / dpa)

Hier ein Blick auf ein Pleiteland: Argentiniens Präsident Alberto Fernandez hat nach Meinung von Marktbeobachtern nicht mehr viel Zeit, sich mit den Gläubigern zu verständigen. Laut Analyst Mariano Machado von Verisk Maplecroft gibt es nur noch eine Chance für eine Verständigung, nachdem sich das chronisch klamme südamerikanische Land Ende Mai erneut für zahlungsunfähig erklärt hat.

Die Regierung hatte einen überarbeiteten Tilgungsplan Ende des vergangenen Monats vorgelegt. Die Gläubiger hatten darauf mit eigenen Vorschlägen geantwortet. Nun warteten die Gläubiger auf das finale Angebot aus Argentinien bis zum Ende der Woche, so der Experte.

16:31 Uhr

Ist die Börse reif für eine Korrektur?

Auch in einer Krise wie jetzt in Corona-Zeiten handelt die Börse vor allem die Zukunft und ist deshalb zuletzt deutlich gestiegen. Aber: Trotz allem könnte es jederzeit auch zu einer größeren Korrektur kommen. Wie sich in einer solchen Situation Optionsscheine für Trading und Absicherung einsetzen lassen, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Dirk Grunert von Morgan Stanley.

16:07 Uhr

Verluste an der Wall Street vor dem Fed-Entscheid

Zum Auftakt der zweitägigen geldpolitischen Beratungen der US-Notenbank scheuen Anleger weitere Aktienkäufe. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P-500 gaben mehr als 1 Prozent nach. Damit notierten sie aber jeweils rund 40 Prozent über ihren Tiefs vom März.

Weil die Börsen so schnell so stark gestiegen seien, müsse jederzeit mit Rücksetzern gerechnet werden, sagte Randy Frederick, Manager beim Brokerhaus Charles Schwab. Börsianer rechnen nicht damit, dass die Fed am Mittwoch neue geldpolitische Maßnahmen ankündigen wird. Daher richten sie ihre Aufmerksamkeit auf den Konjunkturausblick der Notenbank.

Mit einem Plus von fast 9 Prozent gehörten die Aktien von Macy's zu den Favoriten am US-Aktienmarkt. Der Kaufhaus-Kette zufolge läuft das Geschäft in den nach der Lockerung der Coronavirus-Restriktionen wiedereröffneten Filialen besser als erwartet.

15:48 Uhr

Daimler verkündet Verkaufserfolg in China

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Mit Daimler geht es bergauf: Grund sind ermutigende Verkaufszahlen in China. Im Mai haben die Händler im Reich der Mitte mehr als 70.000 Autos der Marke Mercedes-Benz an Kunden verkauft, wie das Dax-Unternehmen twitterte. Das sei ein prozentual zweistelliges Wachstum gegenüber dem Vorjahresmonat, sagte Daimler-Vertriebschefin Britta Seeger.

Der Pkw-Markt in China war mit dem Lockdown im Februar und März deutlich eingebrochen, hatte sich im April aber schon wieder merklich erholt. China war das erste von der Corona-Pandemie betroffene Land, mittlerweile läuft die Wirtschaft dort aber nahezu wieder auf vollen Touren.

15:27 Uhr

Was wird die US-Notenbank morgen verkünden?

Heute und morgen berät der Offenmarktausschuss der US-Notenbank über das weitere Vorgehen in der Krise. Die Vermögensverwalter von Nikko glauben nicht an eine Änderung der Fed-Politik. Die Fed werde sich treu bleiben, sagte John Vail, Anlagestratege des Hauses.

Zwar bestehe "eine kleine Chance, dass die Notenbanker in ihren Mitteilungen deutlich weniger Entgegenkommen signalisieren, insbesondere nach dem schockierend positiven Arbeitsmarktbericht", so Vail. Wahrscheinlich würde sie die Zügel gerne etwas straffen, sie wolle aber nicht für einen Marktabschwung verantwortlich gemacht werden. Die Fed werde so ihre quantitative Lockerung fortsetzen und ansonsten nicht viel tun, meint der Stratege.

15:03 Uhr

Analysten zum neuen VW-Markenchef Brandstätter

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Ralf Brandstätter

(Foto: dpa)

Die Ernennung von Ralf Brandstätter zum VW-Markenchef erhöht nach Ansicht von Experten die Chancen für einen Umbau. Es eröffne die Möglichkeit, Dinge zu überdenken, sagte Branchenanalyst Marc-Rene Tonn vom Bankhaus M.M. Warburg. Mit der Trennung der Führung der größten Einzelmarke und des Volkswagen-Konzerns könne auch die Blockade gelöst werden, in die der Autobauer durch den jahrelangen Streit zwischen Vorstandschef Herbert Diess und Betriebsratschef Bernd Osterloh geraten sei. VW komme angesichts der schrumpfenden Pkw-Nachfrage nicht umhin, seine Strukturen zu überdenken, betonte Tonn.

Nach Meinung des Autoanalysten Frank Schwope von der NordLB war es an der Zeit, die Führung von Marke und Konzern wieder zu trennen. Das von Diess' Vor-Vorgänger Martin Winterkorn mit eiserner Hand praktizierte Prinzip "alle Macht in einer Hand" sei nicht mehr zeitgemäß. "Es ist in der modernen Welt nicht möglich, dass jemand für elf Millionen Autos zuständig ist."

14:37 Uhr

Sabrina Marggraf über Negativrekord und Optimismus

Die deutschen Exporte brechen im April um mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ein. Trotz des neuen Negativrekordes blickt die Börse optimistisch auf den Mai. Denn sie rechnet mit einer raschen konjunkturellen Erholung, weiß ntv-Börsenexpertin Sabrina Marggraf.

14:15 Uhr

Eurowings verfolgt ehrgeizige Ziele

Die Lufthansa-Tochter Eurowings fährt ihr Flugprogramm für Geschäftsreisende und Feriengäste hoch und peilt an, im Laufe des Sommers wieder 80 Prozent ihrer Reiseziele anzufliegen. Nach Aufhebung der weltweiten Reisewarnung steige insbesondere das Interesse an Ferienzielen wie Italien, Spanien, Griechenland und Kroatien stark an, teilte das Unternehmen mit. Als die aktuell beliebtesten Destinationen nennt die Fluglinie Mallorca gefolgt von Sylt, Zürich und Ibiza. Auch Barcelona und Lissabon sowie die griechischen Ferienziele Rhodos und Heraklion seien stärker nachgefragt.

Mit Blick auf Geschäftsreisende würden die Frequenzen zu wichtigen Businesszielen innerhalb Europas ausgebaut. So kehrten erstmals wieder doppelte Tagesrandverbindungen in den Flugplan zurück mit den Schwerpunkten ab Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart und Köln/Bonn.

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(Foto: picture alliance/dpa)

13:53 Uhr

Corona lässt Lkw-Maut-Einnahmen einbrechen

Die Corona-Krise zieht einen fiskalischen Rattenschwanz nach sich. Infolge der Pandemie sind die Einnahmen aus der Lkw-Maut wegen des geringeren Verkehrsaufkommens im April deutlich gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr fielen die Maut-Einnahmen auf Bundesstraßen und Autobahnen um 89 Millionen auf rund 550 Millionen Euro, zitierte die "Zeit" aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Sven-Christian Kindler.

Für Mai sei mit Einnahmeausfällen bei der Lkw-Maut für Bundesfernstraßen "in ähnlicher Höhe" zu rechnen, hieß es weiter.

13:29 Uhr

Wall Street sendet rote Zeichen

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(Foto: AP)

Rote Vorzeichen an der Wall Street: Auch die US-Börsen dürften mit Verlusten in den heutigen Handel starten. Am Vortag war der S&P-500 aufs Jahr gesehen sogar ins Plus vorgerückt. Teilnehmer sehen in dem Rückschlag aber eher eine gesunde Entwicklung nach dem Voranstürmen der Aktienkurse.

"Nach einer Rally wie der gestern ist die Stimmung auf Gewinnmitnahmen ausgerichtet", sagte ein Analyst. Es sei "keine Schande", die Positionen zu neutralisieren und zu pausieren. Zumal der Ausblick für die Weltwirtschaft "sehr, sehr herausfordernd" sei.
So ist die US-Wirtschaft im Februar offiziell in die Rezession übergegangen - und dies nach einer 128 Monate andauernden Expansion.

Bank of America verloren vorbörslich rund 4 Prozent. Das Finanzinstitut hat einige Einnahmen-Ziele bei den Finanzberatern der Sparte Merrill Lynch gesenkt.

13:03 Uhr

Familien Porsche und Piëch äußern sich zu VW-Chef Diess

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Herbert Diess

(Foto: picture alliance/dpa)

Trotz der Abgabe der VW-Markenspitze und der Vorwürfe an den Aufsichtsrat stehen die Familien Porsche und Piëch weiter hinter Vorstandschef Herbert Diess. Allerdings mahnen sie an, dass die Baustellen bei dem Autobauer nun dringend beseitigt werden müssten.

  • "Herr Diess hat sich in aller Form entschuldigt, er hat dabei den gesamten Aufsichtsrat adressiert", hieß es bei den Mehrheitseignern von Volkswagen. "Die Kapitalseite steht weiter hinter ihm."

VW hatte gestern Abend mitgeteilt, dass Diess zum 1. Juli die Leitung des Tagesgeschäfts der wichtigen Kernmarke an den bisherigen Co-Geschäftsführer Ralf Brandstätter abgibt. Es gehe um eine Neuordnung sowie "mehr Freiraum" für Diess als Konzernchef in der Steuerung der Gesamtstrategie, so die offizielle Begründung. Wenig später wurde bekannt, dass der Konzernchef einzelnen Aufsichtsräten Straftaten und fehlende Integrität vorgeworfen hatte.

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12:39 Uhr

DIW-Chef hält meiste Prognosen für zu optimistisch

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Marcel Fratzscher

(Foto: picture alliance/dpa)

DIW-Präsident Marcel Fratzscher hat angesichts des drastischen Exporteinbruchs im April davor gewarnt, die aktuelle Konjunkturschwäche in Deutschland zu unterschätzen.

  • "Der starke Einbruch der Exporte zeigt die starke Verwundbarkeit der deutschen Volkswirtschaft", sagte der Ökonom der "Rheinischen Post".
  • "Die meisten der neuen Wirtschaftsprognosen sind noch zu optimistisch. Viele realisieren nicht, dass der Neustart der Wirtschaft schmerzvoll und langsam von statten gehen wird".

Laut Fratzscher ist die große Offenheit beim globalen Handel in Krisenzeiten eine deutsche Schwäche.

12:13 Uhr

Frankreich: "Ausnahmezustand" für Rettung des "Nationalstolzes"

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(Foto: picture alliance/dpa)

Mit einem 15 Milliarden Euro schweren Rettungspaket will die französische Regierung die wegen der Corona-Pandemie in eine schwere Krise geratene Luftfahrtindustrie des Landes stützen. Dazu werde der "Ausnahmezustand ausgerufen, um unsere Luftfahrtindustrie zu retten", sagte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire. In den kommenden Monaten seien 100.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Nach 8 Milliarden Euro für die Autoindustrie und 18 Milliarden für die Tourismusbranche ist in Frankreich nun die Luftfahrt an der Reihe.

  • "Sie ist ein Nationalstolz und einer der größten industriellen Erfolge unserer Nation im 20 Jahrhundert", so der Minister.
11:47 Uhr

Für Goldman Sachs ist die Öl-Rally schon fast vorbei

Angesichts der vollen Öl-Lager und der unsicheren Entwicklung der Nachfrage rechnen die Experten von Goldman Sachs für die kommenden Wochen mit wieder fallenden Ölpreisen. Der Einbruch der Margen bei den Raffinerien auf einen noch nie dagewesenen Tiefstand und die lediglich moderate Erholung der Nachfrage deuteten darauf hin, dass der Öl-Rally bald die Luft ausgehe, erklärte die US-Großbank. Der Goldman-Prognose zufolge wird der Preis für die Sorte Brent aus der Nordsee daher kurzfristig auf 35 US-Dollar pro Barrel fallen. Zum Wochenanfang kostete Brent rund 43 Dollar.

Brent-Futures wurden heute zeitweise bei rund 41 Dollar gehandelt. Seit dem Einbruch auf lediglich 15,98 Dollar pro Barrel im April legte der Preis für den Referenzkontrakt um mehr als 150 Prozent zu. Der Ölmarkt stehe nun vor der riesigen Herausforderung von überschüssigen Lagerbeständen von einer Milliarde Barrel, führten die Goldman-Analysten aus.

11:21 Uhr

13.000? Fehlanzeige - Dax verliert fast 300 Punkte

Kein Ende des Abwärtstrends in Sicht: Der Dax verlor am Vormittag weiter an Boden und notierte 2,2 Prozent tiefer bei 12.539 Punkten. Damit hat der Leitindex im Vergleich zum gestrigen Schlussstand fast 300 Punkte verloren. Der EuroStoxx50 fiel um 1,9 Prozent auf 3302 Stellen.

27 der 30 Dax-Werte notierten im Minus, lediglich Beiersdorf, FMC und Deutsche Börse verzeichneten kleine Gewinne. Klares Dax-Schlusslicht waren Deutsche Bank mit minus 6,3 Prozent. Im MDax rauschten Thyssenkrupp um 8,1 Prozent runter.

11:07 Uhr

BDI korrigiert BIP-Prognose nach unten

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat in seiner neuen Konjunkturprognose für dieses Jahr einen Rückgang des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 6,5 Prozent vorhergesagt. Die Corona-Krise treffe die Wirtschaft weltweit mit voller Wucht, konstatierte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang bei der Vorstellung der Prognose. Er lobte die Bundesregierung, die mit ihrem Konjunktur- und Wachstumspaket ein starkes Signal für Bürger und Unternehmen setze.

Anfang April hatte der BDI den deutschen BIP-Rückgang für 2020 auf 3 bis 6 Prozent geschätzt. Die weltweiten Auswirkungen der Corona-Krise werden nach den Berechnungen des Industrieverbandes in diesem Jahr zu einem Minus der deutschen Exporte um etwa 15 Prozent und zu einem Rückgang der Importe um ungefähr 12 Prozent führen.

10:47 Uhr

Flugtaxi-Entwickler nun milliardenschwer

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(Foto: picture alliance/dpa)

Der Flugtaxi-Entwickler Lilium wird nach einer Investition des britischen Finanzinvestors Baillie Gifford mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet. Gifford stecke 35 Millionen Dollar in das Unternehmen, teilte das Münchner Startup mit, das dafür einen Anteil von vier Prozent abgibt.

Damit hat Lilium in der aktuellen Finanzierungsrunde mehr als 275 Millionen Dollar eingesammelt - unter anderem vom japanischen Technologiekonzern Tencent und dem Fonds Atomico von Skype-Gründer Niklas Zennström. Insgesamt stehen Lilium nun mehr als 375 Millionen Dollar zur Verfügung, um die Entwicklung seines elektrischen Kleinflugzeugs voranzutreiben, das 2025 auf den Markt kommen soll.

10:34 Uhr

Deutsche Arbeitskosten schnellen hoch

Die Corona-Pandemie hat die Arbeitskosten in Deutschland so stark in die Höhe getrieben wie noch nie. Je geleisteter Arbeitsstunde zogen sie im ersten Quartal um 4,3 Prozent zum Vorjahreszeitraum an, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dies sei "die höchste Veränderung, die der Arbeitskostenindex jemals ausgewiesen hat", betonte die Behörde. Erhoben wird die Statistik seit 1996.

Die beginnende Corona-Pandemie sorgte im März für ungewöhnlich viel genommene Urlaubstage - wohl deshalb, weil in der zweiten Monatshälfte Schulen und Kitas schlossen. Das zwang viele Eltern dazu sich frei zu nehmen, um die Betreuung zu sichern. Das wiederum führte dazu, dass weniger Arbeitsstunden geleistet wurden. Dadurch stiegen die Kosten je geleisteter Arbeitsstunde.

10:13 Uhr

Gewinnmitnahmen lassen Bankenaktien abschmieren

Anleger nutzen die kräftigen Kursgewinne der vergangenen Tage auch für Gewinnmitnahmen bei Bank- und Reisewerten. So gab der europäische Bankenindex um 4,7 Prozent nach. In den vorangegangenen fünf Handelstagen hatte er ein Fünftel zugelegt.

Im Dax verbilligten sich die Titel der Deutschen Bank mit einem massiven Abschlag von 5,5 Prozent. Im MDax hielten die Papiere der Deutschen Pfandbriefbank mit minus 7,3 Prozent die rote Laterne, gefolgt von der Commerzbank mit minus 5,1 Prozent und der Aareal Bank mit minus 4,8 Prozent.

09:53 Uhr

Dax tritt den Rückzug an - Autowerte ganz schwach

Fallende Kurse an der Frankfurter Börse: Der deutsche Aktienmarkt kennt derzeit nur einen Weg - den nach unten. Der Dax verlor 1,2 Prozent auf 12.666 Punkte. Der EuroStoxx50 sackte um 0,9 Prozent auf 3334 Stellen ab. Nach der fundamental nicht gestützten Rally seien Gewinnmitnahmen nicht überraschend, so ein Händler. Dieser würde sich nicht wundern, wenn der Dax Ende der Woche 1000 Punkte niedriger stehen würde. Selbst dann, wäre der Markt weiter teuer.

Ganz schlecht liefen in der ersten Handelsstunde die Autowerte: Continental verloren 4,6 Prozent und VW 4,1 Prozent. Auch Daimler und BMW sackten um 3,9 beziehungsweise 3,2 Prozent ab. Sehr schlecht lief es für Deutsche Bank mit minus 5,7 Prozent.

09:35 Uhr

Frankreich braucht länger in Richtung Vorkrisenniveau

Die französische Wirtschaft wird nach Einschätzung der dortigen Notenbank erst 2022 die Rückkehr zum Niveau vor der Corona-Krise schaffen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde im laufenden Jahr um 10,3 Prozent schrumpfen, sagten die Währungshüter in Paris voraus. Im nächsten Jahr werde es dann um 6,9 Prozent bergauf gehen und 2022 um 3,9 Prozent.

In diesem Jahr dürften fast eine Million Arbeitsplätze wegfallen, und die Arbeitslosigkeit in der ersten Jahreshälfte 2021 auf den Rekordwert von 11,8 Prozent klettern. Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire hatte jüngst prognostiziert, das BIP dürfte im laufenden Jahr wohl um 11 Prozent fallen.

09:11 Uhr

Dax stolpert in den Tag - Lufthansa an Indexspitze

Dax
Dax 12.390,53

Wann knackt der Dax die 13.000-Punkte-Marke? Heute wird es wohl eher schwierig. Der deutsche Aktienmarkt ist nämlich uneinheitlich in den Handel gestartet. Der Dax verlor in den ersten Minuten 0,1 Prozent auf 12.802 Punkte. Der MDax legte um 0,2 Prozent auf 27.058 Zähler, der TecDax 0,5 Prozent auf 3210 Stellen zu. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 0,3 Prozent aufwärts auf 3376 Punkte.

Wieder einmal setzten sich Lufthansa mit plus 5,6 Prozent an die Dax-Spitze. VW legten nach der gestrigen Aufsichtsratssitzung mit der teilweisen Entmachtung von Konzernchef Herbert Diess nur 0,2 Prozent zu.

08:48 Uhr

Hongkong will Cathay Pacific mit Milliarden retten

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(Foto: REUTERS)

Die Fluggesellschaft Cathay Pacific will ihr Überleben in der Corona-Krise mit milliardenschweren staatlichen Finanzhilfen sichern. Die Airline soll über die Ausgabe von Vorzugsaktien, Stammaktien und einen staatlichen Überbrückungskredit insgesamt 39 Milliarden Hongkong-Dollar (knapp 4,5 Milliarden Euro) erhalten.

Mehr als die Hälfte des Geldes, 19,5 Milliarden Hongkong-Dollar, sollen die neuen Vorzugsaktien einbringen, die der Staat zeichnet. Weitere 11,7 Milliarden verspricht sich Cathay Pacific von der Ausgabe neuer Aktien an Altaktionäre. Der Staatskredit soll 7,8 Milliarden Hongkong-Dollar in die Kasse spülen.

08:41 Uhr

Ruhe an der Ölpreisfront

Brent Rohöl
Brent Rohöl 42,40

Die Ölpreise haben sich im frühen Handel nur vergleichsweise wenig bewegt und sind leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 40,83 US-Dollar. Das waren drei Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 11 Cent auf 38,30 Dollar.

Gestern war von Saudi-Arabien klargestellt worden, dass freiwillige Förderkürzungen ab Juli nicht mehr fortgesetzt werden, was einen deutlichen Rückgang der Ölpreise zur Folge hatte. Das führende Opec-Land hat freiwillige Förderkürzungen über ein mit anderen Förderstaaten vereinbartes Ziel hinaus ergriffen, um den Preisverfall am Ölmarkt zu stoppen.

08:37 Uhr

Plus in China, leichtes Minus in Japan

Nikkei
Nikkei 22.145,96

In der Hoffnung auf eine rasche Belebung der Wirtschaft nach dem Auslaufen vieler Corona-Restriktionen haben sich Asiens Anleger mit Aktien eingedeckt. Der MSCI-Index für die asiatischen Märkte ohne Japan legte den neunten Tag in Folge zu - das ist die längste Gewinnserie seit Anfang 2018. Vor allem der US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag, wonach im Mai sogar neue Stellen geschaffen wurden, sorgte nach wie vor für Kauflaune.

Aufwärts ging es in China. In Japan gab der Nikkei dagegen 0,4 Prozent nach auf 23.091 Punkte.

08:32 Uhr

Massiver Einbruch bei deutschen Exporten

Die deutschen Exporte sind angesichts der Corona-Pandemie im April so stark zurückgegangenen wie noch nie seit Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, lagen die Ausfuhren um 31,1 Prozent niedriger als im April 2019. Auf der Importseite gingen die deutschen Einfuhren so stark zurück wie zuletzt in der Finanzkrise im Juli 2009.

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08:13 Uhr

Diese Papiere stehen im Fokus

Rückversicherer könnten etwas unter Druck geraten nach einer Warnung von Swiss-Re-Chef Christian Mumenthaler vor einer zweiten Corona-Welle. Dem "Handelsblatt" sagte er, ein Impfstoff sei keineswegs sicher und könne noch ein, bis zwei Jahre dauern. Der Markt höre genau auf Mumenthaler, da er studierter Molekular-Biologe sei, sagt ein Händler. Die erwarteten Schäden für Rückversicherer schätze er zudem im Bereich von 50 und 100 Milliarden Dollar ein, was am oberen Rand der Markterwartungen liege.

Deutsche Post
Deutsche Post 33,05

Deutsche Post und Deutsche Telekom gehen jeweils mit frischen Kaufempfehlungen in den Tag.

Die Folgen der Corona-Pandemie schränken den Flugverkehr am Frankfurter Flughafen weiter ein. Die Zahl der Reisenden sei in der vergangenen Woche im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 92,4 Prozent eingebrochen. Die Flugbewegungen gingen um 81,8 Prozent zurück. Das Luftfracht-Aufkommen schrumpfte um 12,8 Prozent. Keine guten Nachrichten für Fraport.

Die Aktien des Laborausrüsters Stratec werden mit einem Dividendenabschlag gehandelt. Die Dividende liegt bei 84 Cent, der Schlusskurs vom Montag bei 79,50 Euro.

Bei Lufthansa dürfte es weiter nach oben gehen mit dem Hilfspaket auch aus Österreich. Die Tochter Austrian Airlines, der österreichische Staat und die Lufthansa hatten auf ein Corona-Hilfspaket geeinigt.

Autowerte stehen im Blick unter anderem mit den Plänen zur CO2-Besteuerung. Diese würde vor allem die für die Hersteller hochprofitablen SUVs treffen. Ein Händler zeigt sich hier allerdings angesichts der Zielgruppe entspannt: "Wer fast 200 Euro für eine Tankfüllung zahlt, stört sich nicht an 1200 Euro CO2-Steuer für das ganze Jahr".

Auf ein grundsätzlich positives Echo in Handel stößt die zukünftige Aufgabentrennung von Herbert Diess bei VW. Diess wird in Zukunft nur noch das Amt des Konzern-Chefs ausüben. Die Aufgaben als Markenchef übernimmt Ralf Brandstätter, bisher Leiter des operativen Geschäfts der Kernmarke. Die Aufteilung mache Sinne und sei überfällig, so ein Teilnehmer. Nicht nur werde Diess entlastet, auch werde Interessenkonflikten entgegengewirkt. Der Händler glaubt indes nicht, dass die VW-Aktie auf die Nachricht reagieren werde.

07:30 Uhr

Anleger erwarten Richtungswechsel - Dax eröffnet fester

Vor Beginn der US-Zinssitzung wird der deutsche Leitindex Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Zu Wochenbeginn war er 0,2 Prozent schwächer bei 12.819,59 Punkten aus dem Handel gegangen.

Die US-Notenbank (Fed) berät bis Mittwoch über den weiteren geldpolitischen Kurs. Um die Folgen der schweren Rezession abzufedern, hat sie, wie andere Notenbanken auch, die Geldschleusen weit geöffnet. Am Vortag hatte sie die Bedingungen ihres Kreditprogramms für kleinere und mittlere Unternehmen gelockert. Das hat nach Einschätzung vieler Experten dazu beigetragen, dass der wirtschaftliche Absturz etwas abgemildert werden dürfte. "Der echte Test für die Wirtschaft kommt dann, wenn in den kommenden Monaten die staatlichen Hilfsprogramme zurückgefahren werden", sagte Rupert Thompson, Chefinvestor bei der Vermögensverwaltung Kingswood.

"Es ist bei weitem nicht klar, ob alle neuen Arbeitslosen wieder Jobs finden." Aufschluss, wie tief der Absturz in Europa war, geben die Daten zum deutschen Außenhandel und zur Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone.

07:01 Uhr

Börsen dürften weiter zum Kauf zwingen

Europas Börsen dürften Anlegern zufolge fester Eröffnen. Grund seien positive Vorgaben. So war etwa der technologiebasierte Nasdaq am Vortag an der Wall Street auf einen neuen Rekordstand geklettert und hatte seine kompletten Verluste aus dem bisherigen Jahresverlauf wettgemacht. Positiv wirkte zudem eine Lockerung des "Main Street"-Kreditprogramms der US-Notenbank für kleinere Unternehmen. Die Größe des Mindestkredits wurde auf 250.000 Dollar reduziert, um noch mehr Unternehmen zu erreichen.

Dax
Dax 12.390,53

Grundsätzlich Neues gibt es derweil aber nicht. Die Anleger hoffen, dass die Weltwirtschaft schneller zur Normalität zurückfindet als bislang erwartet. Hoffnung macht in diesem Zusammenhang der deutlich über den Erwartungen ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht.

Die anhaltend hohe Skepsis vieler Anleger hilft derweil der unerwartet deutlichen Rally an den Börsen: Die steigenden Kurse zwingt immer mehr Anleger in den Markt, die bislang an der Seitenlinie gestanden haben in Erwartung einer stärkeren Korrektur, die allerdings ausgeblieben ist. Größere Impulse am Berichtstag zeichnen sich nicht ab.

06:46 Uhr

Asien-Börsen fehlt die Richtung

Den asiatischen Börsen fehlt eine einheitliche Richtung. Die Märkte profitierten teilweise weiterhin vom US-Arbeitsmarktbericht, der einen überraschenden Rückgang der Arbeitslosenquote zeigte. Die Daten stützen die Ansicht mancher Börsianer, dass der Tiefpunkt des Abschwungs vorbei sei und sich die Wirtschaft in Richtung einer schnellen Erholung bewege.

Die Börse in Tokio zeigt sich dessen ungeachtet schwächer. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt im Verlauf 0,9 Prozent tiefer bei 22.971 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sinkt um 0,7 Prozent auf 1619 Stellen.

Die Börse in Shanghai dagegen liegt 0,5 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewinnt 0,6 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans klettert um 0,3 Prozent.