Dienstag, 15. September 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:37 Uhr

ZEW-Index schiebt Dax etwas an - Grenke-Absturz nach Vorwürfen

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Ermutigende Konjunkturdaten haben wieder mehr Anleger an die europäischen Aktienmärkte gelockt. Vor den mit Spannung erwarteten geldpolitischen Beratungen der US-Notenbank Fed scheuten sie aber größere Käufe. Rückenwind erhielten die Aktienmärkte vom überraschenden Anstieg des ZEW-Index, der die Stimmung der deutschen Börsenprofis widerspiegelt. Das Barometer markierte mit 77,4 Punkten den höchsten Stand seit 20 Jahren. Offenbar werteten Anleger die Zahlen als gutes Omen für das in der kommenden Woche anstehende Barometer für die Stimmung der Einkaufsmanager, schrieben die Analysten der ING Bank.

So schloss der Dax 0,2 Prozent im Plus bei 13.218 Punkten. Der MDax verlor dagegen 0,3 Prozent auf 27.499 Zähler. Der TecDax gewann 0,1 Prozent auf 3093 Stellen. Der EuroStoxx50 notierte 0,5 Prozent fester bei 3334 Punkten.

Bei den Einzelwerten rückten Grenke ins Rampenlicht. Die Titel der Leasingfirma steuerten mit einem Minus von zeitweise mehr als 20 Prozent auf den größten Tagesverlust der Firmengeschichte zu, nachdem der Börsendienst Viceroy des britischen Investors Fraser Perring dem MDax-Unternehmen unter anderem Geldwäsche vorgeworfen hatte. Grenke war für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen. Zum Handelsschluss notierten Grenke 18,8 Prozent tiefer.

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17:07 Uhr

Weiterer Diesel-Rückruf: VW muss bei Eos nacharbeiten

Volkswagen muss nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) bei einigen Tausend bereits früher zurückgerufenen Dieselautos noch einmal nachbessern. Es geht um knapp 5800 Modelle des Coupés Eos, darunter rund 2600 in Deutschland, wie die Behörde in Flensburg mitteilte. Sie stammten aus den Baujahren 2010 bis 2015 und seien schon Teil des großen Rückrufs nach dem Bekanntwerden der Dieselkrise gewesen.

Nun sei eine ergänzende Aktion nötig, bei der sie "noch einmal angefasst" werden müssten. Beim ersten Mal war die Software demnach zwar korrigiert worden, damit die Emissionswerte nicht zu hoch ausfallen. Allerdings habe sich danach herausgestellt, dass immer noch ein zu hoher Abgasausstoß vorlag.

16:35 Uhr

"Uninvestierbar wegen Betrugs": Grenke-Aktie im freien Fall

Grenke
Grenke 33,70

Die Aktie des Finanzdienstleisters Grenke hat auch am Nachmittag stark unter Druck gestanden. Ihr Kurs sackte am späten Nachmittag um rund 20 Prozent ab. "Viele Analysten werden nun auf dem falschen Fuß erwischt", so ein Händler. Zuletzt habe es in der Aktie 3 Kauf- und 4 Halteempfehlungen, aber nur eine Reduce-Empfehlung gegeben. Andererseits seien schon im August viele Short-Positionen aufgebaut worden.

Nach Ansicht von Viceroy Research ist die im MDax notierte Grenke-Aktie "uninvestierbar wegen unverhohlenen Betrugs in der Buchführung". Darunter seien Dutzende Transaktionen mit nicht angegebenen verbundenen Gesellschaften. Die internen Kontrollen fehlten bei Grenke komplett, so Viceroy. Ein Sprecher von Grenke äußerte, aktuell könne er nichts dazu sagen.

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16:19 Uhr

Porsches USA-Chef wird neuer Vertriebschef von VW

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(Foto: imago images/regios24)

In der VW-Führungsetage geht das Stühlerücken weiter. Der bisherige Porsche-Chef von Nordamerika, Klaus Zellmer, werde mit Wirkung zum 15. September Vertriebsvorstand der Marke VW, teilten die Wolfsburger mit. Er löst Jürgen Stackmann ab, der 2015 zu VW gekommen war und den Dax-Konzern nun verlässt. Die Gründe für den Wechsel nannte der Autobauer nicht.

Das "Manager Magazin" hatte berichtet, der bei VW beliebte Manager sei zuletzt in die Kritik geraten. Unter anderem habe es im Vorstand unterschiedliche Auffassungen darüber gegeben, wie stark der Verkauf mit Rabatten angekurbelt werden solle. VW leidet wie andere Hersteller auch wegen der Corona-Krise unter einem massiven Verkaufsrückgang.

16:05 Uhr

Wall Street im Aufwind - Warten auf Fed

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(Foto: picture alliance/dpa)

Am Tag vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed decken sich Anleger mit US-Aktien ein. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen zur Eröffnung um jeweils etwa 1 Prozent. Investoren rechneten damit, dass die Fed den Leitzins auf absehbare Zeit auf dem aktuellen, historisch niedrigen Niveau festzurren werde, sagte Sam Stovall, Chef-Anlagestratege des Research-Hauses CFRA. Dies mache Aktien im Vergleich zu anderen Anlageklassen attraktiv.

Wenige Stunden vor der Show zur Präsentation neuer Produkte rückte Apple ins Rampenlicht. Der Elektronik-Konzern werde zwar nicht die neue iPhone-Generation vorstellen, wohl aber Verbesserungen für das iPad und die Apple Watch, prognostizierte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Apple-Aktien stiegen um 3 Prozent.

In Frankfurt bewegte sich derweil wenig. Der Dax blieb bei einem kleinen Plus von 0,3 Prozent auf 13.232 Punkte. Der EuroStoxx50 legte um 0,5 Prozent auf 3334 Stellen zu.

15:57 Uhr

Was Euro und Dollar bewegt

Gegen den Dollar gewinnt der Euro weiter an Stärke. Beim Blick auf das Währungspaar gerät die Geldpolitik der Notenbanken in den Fokus. Mit welchen Auswirkungen Anleger rechnen müssen und wie Trader mit Hebelinstrumenten auf das Währungspaar setzen können, darüber spricht Bianca Thomas mit Kemal Bagci von der BNP Paribas.

15:31 Uhr

Reederei Carnival macht riesigen Verlust

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(Foto: AP)

Die Corona-Pandemie hat den US-Reedereikonzern Carnival tief in die roten Zahlen rutschen lassen. Nachdem zahlreiche Kreuzfahrten ausfielen, lief im dritten Quartal ein Verlust von 2,9 Milliarden Dollar auf, wie Carnival mitteilte. Das Unternehmen, das bereits Milliarden an Schulden aufgenommen hat, kündigte an, mittels eines Aktienangebots eine Milliarde Dollar einsammeln zu wollen.

Die Reederei gab zudem bekannt, dass 18 weniger effiziente Schiffe die Flotte verlassen werden.

15:18 Uhr

Eurowings springt für Ryanair in Düsseldorf in die Bresche

Reisende in einer langen Schlange warten an Schaltern von Aegean am Flughafen Düsseldorf. Foto: Caroline Seidel/dpa/Archivbild

(Foto: Caroline Seidel/dpa/Archivbild)

Nach dem Rückzug des Billigfliegers Ryanair füllt Eurowings die entstehenden Lücken im Düsseldorfer Flugplan. Man werde rund 95 Prozent des Angebots fliegen, das die Iren zum 24. Oktober aufgeben, kündigte die Lufthansa-Tochter an. Konkret werde das Angebot zu vielen spanischen und portugiesischen Zielen aufgestockt. Auch Griechenland werde verstärkt angeflogen. Eurowings biete ab Düsseldorf mehr als 80 Direktziele in Europa an.

Ryanair hatte in der vergangenen Woche den Rückzug vom Flughafen der NRW-Landeshauptstadt bekannt gegeben. Sieben dort stationierte Maschinen der Tochter Laudamotion werden abgezogen, mehr als 200 Beschäftigte verlieren ihren Job. Ryanair hatte zuvor vergeblich eine Absenkung der Flughafengebühren verlangt. Zudem habe der Abfertiger Acciona eine sofortige Preiserhöhung um 30 Prozent gefordert.

Der Rückzug von Ryanair aus Düsseldorf und zuvor Stuttgart sei erst der Anfang, erklärte Eurowings-Chef Jens Bischof. Bei genauer Betrachtung sei das Ultra Low Cost Geschäftsmodell in ganz Deutschland auf dem Rückzug.

15:03 Uhr

Dax mit etwas Rückenwind - Grenke-Kurs stürzt ab

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(Foto: REUTERS)

Am deutschen Aktienmarkt hat sich am Nachmittag nach guten Konjunkturdaten eine vorsichtig optimistische Stimmung breit gemacht. Der Dax lag mit 0,4 Prozent im Plus bei 13.251 Zählern. Vor der Sitzung der US-Notenbank Fed am Mittwoch könnten sich die Anleger mit weiteren Aktienkäufen jedoch zurückhalten.

Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich überraschend aufgehellt. Laut dem Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg der von ihm erhobene Indikator im September. Analysten hatten hingegen im Mittel mit einem Rückgang gerechnet.

Bayer setzten sich mit plus 3,5 Prozent an die Dax-Spitze. Die Leverkusener hatten in der Vorwoche mitgeteilt, dass man im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat auf einen Kompromiss zusteuert. Nun stützen Gerichtsunterlagen diese Darstellung.

Für Aufsehen sorgte am Vormittag eine sogenannte Short-Attacke auf den MDax-Titel Grenke. Ein kritischer Bericht über den Leasing-Anbieter ließ den Grenke-Kurs um 22,3 Prozent einbrechen.

14:42 Uhr

Amazon eröffnet Plattform für Luxus-Shopping

Amazon weitet sein Angebot um Luxusgüter aus. Der Online-Handeslriese hat eine Luxus-Shopping-Plattform ins Leben gerufen, auf der Mode- und Beauty-Marken erhältlich sein werden. Die Luxury-Stores-Plattform werde auf Einladung in der Amazon-App erhältlich sein, so der Konzern. Prime-Mitglieder in den USA kommen dafür in Frage.

Die Modemarke Oscar de la Renta wird seine frühherbstlichen sowie die Herbst/Winter-Kollektionen auf der Plattform anbieten. Andere Marken sollen in den kommenden Wochen und Saisons folgen.

14:19 Uhr

Continental will Reifenwerk in Aachen schließen

Der Autozulieferer Continental will noch mehr Standorte schließen als bisher bekannt. In Aachen soll bis Ende 2021 das Reifenwerk dichtgemacht werden, bestätigte das Dax-Unternehmen entsprechende Informationen aus der Gewerkschaft IG BCE. Von dieser Maßnahme sind 1800 Menschen betroffen. Endgültig beschlossen sei dies aber noch nicht.

Der mit hohen Verlusten kämpfende Konzern hatte erst Anfang September angekündigt, seinen laufenden Sparkurs und Konzernumbau zu verschärfen. Die Reifensparte gilt bisher allerdings auch noch als vergleichsweise profitabel. Aus der IG BCE kam daher heftige Kritik an den Plänen.

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14:05 Uhr

"Es gibt keinen Brand" - Schaeffler baut für Kapitalbedarf vor

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Der fränkische Autozulieferer Schaeffler braucht nach eigenen Angaben kein frisches Geld, um durch die Corona-Krise zu kommen.

  • "Es gibt keinen Brand, den wir löschen müssten, es gibt keine Löcher, die wir stopfen müssten", sagte Großaktionär und Aufsichtsratschef Georg Schaeffler auf einer außerordentlichen Hauptversammlung.

Dort genehmigte die Schaeffler-Familienholding einen Kapitalrahmen, mit dem das Unternehmen bei Bedarf 200 Millionen Vorzugsaktien ausgeben und damit im besten Fall mehr als eine Milliarde Euro einsammeln könnte. Vorstandschef Klaus Rosenfeld sagte, Schaeffler gehe es mit dem Vorratsbeschluss nur darum, Chancen auf Übernahmen auch in der Corona-Krise nicht verstreichen lassen zu müssen.

Der Wälzlager-Spezialist sieht sich durch den Umbau der Autoindustrie hin zur Elektromobilität unter Druck, weil viele seiner angestammten Produkte dann nicht mehr gebraucht werden. In der vergangenen Woche hatte Schaeffler den Abbau weiterer 4400 der 84.000 Arbeitsplätze und Werksschließungen angekündigt, größtenteils in Deutschland.

Die Schaeffler-Aktie notierte am frühen Nachmittag 2 Prozent höher.

13:45 Uhr

Grenke-Kurs bricht nach Shortseller-Vorwürfen ein

Für die Aktie des Finanzdienstleisters Grenke ist es nach einem Bericht von Viceroy Research des britischen Wirecard-Jägers Fraser Perring um rund 17 Prozent nach unten gegangen. Dieser beinhaltet nach Aussage aus dem Handel eine Reihe von Vorwürfen gegen das Unternehmen, die die Verkaufswelle verstärkten.

Über Jahre soll Grenke die Bilanzfälschung betrieben haben, heißt es in dem Bericht. Zudem habe Grenke Firmen überteuert von verbundenen Unternehmen gekauft und kooperiere mit dubiosen Partnern, um Kunden abzuzocken.

"Ich hoffe, dass sich Grenke schnell zu den Vorwürfen äußert", so ein Händler. Viceroy Research soll unter anderem bereits bei Prosieben und Steinhoff als Shortseller tätig gewesen sein. Der Börsendienst hatte auch Wirecard unter die Lupe genommen.

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13:27 Uhr

Wall Street mit freundlichen Aussichten

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(Foto: REUTERS)

An den US-Börsen werden zum heutigen Handelsstart Gewinne erwartet. Es stehen eine ganze Reihe von Wirtschaftsdaten auf der Agenda, von denen sich Teilnehmer Hinweise auf eine Verbesserung der Konjunktur erhoffen. So werden mit Spannung Daten zur Industrieproduktion im August erwartet, daneben Inflationsdaten sowie der Empire State Manufacturing Index - alle drei vor Börsenstart. Vor allem die Industrieproduktion kann dem Markt verdeutlichen, wie stark die Erholung voranschreitet. Experten rechnen mit einem Plus von 1,0 Prozent zum Vormonat.

Am Morgen hatten bereits Daten aus China die Zuversicht verstärkt, denn dort sind die Einzelhandelsumsätze im August auf das Vor-Corona-Niveau gestiegen und wiesen erstmals ein Monatswachstum aus. Auch andere Indikatoren - Fabrikproduktion, Investitionen und Immobiliendaten - signalisieren eine kräftige Erholung.

Unter den Einzelwerten dürften Fiat Chrysler im Blick stehen. Der Autokonzern wird vor der Fusion mit PSA die Dividende kürzen. Die Entscheidung werde zu einer stärkeren Bilanz des kombinierten Unternehmens führen, so die Analysten von Jefferies. Die Logik des Zusammengehens bleibe überzeugend. Fiat Chrysler wird nun vor dem Abschluss der Fusion eine Bardividende von 2,9 Milliarden Euro an seine Aktionäre ausschütten, statt der zuvor vereinbarten 5,5 Milliarden Euro. Die Aktie stieg in Mailand um 7,2 Prozent.

13:03 Uhr

Biontech erhält Bundesgeld für Impfstoffentwicklung - Kurs steigt

Zur Beschleunigung der Corona-Impfstoffentwicklung in Deutschland unterstützt der Bund auch das Biotech-Unternehmen Biontech. Die Mainzer Firma soll im Rahmen des Sonderprogramms des Bundesforschungsministeriums bis zu 375 Millionen Euro erhalten, wie Biontech mitteilte. Das Unternehmen werde damit einen Teil seines Impfstoffprojekts finanzieren, das gemeinsam mit den Partnern Pfizer und Fosun Pharma entwickelt wird.

Die Biontech-Aktie verteuerte sich um 2,6 Prozent.

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12:48 Uhr

IEA senkt Prognose für Ölnachfrage - Unsicherheit wegen Corona

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die durch die Pandemie ausgelöste Unsicherheit auf dem Ölmarkt hält an und die Aussichten für die weltweite Nachfrage sind nach Einschätzung der Internationalen Energie-Agentur (IEA) noch düsterer als im August. In ihrem Ölmarktbericht für September prognostiziert die IEA für 2020 einen stärkeren Rückgang der globalen Nachfrage als in ihrem vorherigen Bericht und senkte ihre Prognose für den zweiten Monat in Folge.

Die Agentur rechnet nun mit einem Rückgang der weltweiten Nachfrage um 8,4 Millionen Barrel in diesem Jahr - eine weitere Kontraktion um 300.000 Barrel gegenüber dem August-Bericht. Dies entsprach einem ähnlichen Schritt des Ölkartells Opec, das seine eigene Kontraktionsprognose vertiefte und gleichzeitig einen wachsenden Pessimismus hinsichtlich der Erholung der Weltwirtschaft und der Ölnachfrage signalisierte.

12:33 Uhr

Beilegung weiterer Glyphosat-Klagen schiebt Bayer-Kurs an

Bayer
Bayer 56,97

Hoffnungen auf Fortschritte bei den Glyphosat-Vergleichen in den USA haben den Kurs von Bayer angeschoben. Am Mittag notierte die Bayer-Aktie 2,8 Prozent höher und lag damit einsam an der Dax-Spitze. Bloomberg berichtete, der Konzern habe in den USA weitere Tausende Klagen im Zusammenhang mit der angeblich krebserregenden Wirkung des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup beigelegt. Ein Bayer-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern und verwies lediglich auf eine Mitteilung aus der vergangenen Woche, wonach Bayer den Abschluss der Ende Juni verkündeten vorläufigen Vereinbarungen beschleunigt, um aktuelle Klagen und Ansprüche beizulegen.

Bloomberg meldete unter Berufung auf mit der Sache vertraute Anwälte, Bayer habe mit den jüngsten Vergleichen etwa 15.000 Klagen beigelegt. Zusammen mit den rund 32.000 Vergleichen, die der Mediator Ken Feinberg bekannt gegeben habe, habe der Konzern mindestens 47.000 Klagen vom Tisch gebracht. Bayer habe nun Vergleiche mit allen Kanzleien abgeschlossen, die Klagen vor Gericht gebracht und wichtige Fälle gewonnen hätten, hieß es in dem Bericht.

12:16 Uhr

Geänderte Fusionsbedingungen: Fiat-Chrysler-Kurs schießt hoch

Fiat Chrysler (Euro)
Fiat Chrysler (Euro) 10,76

Die geänderten Bedingungen für den geplanten Zusammenschluss mit dem Peugeot-Hersteller PSA haben an der Mailänder Börse die Aktien von Fiat Chrysler angetrieben. Die Papiere des italienisch-amerikanischen Autoherstellers gewannen bis zu 8,2 Prozent, nachdem der Konzern und die Opel-Mutter PSA die Modalitäten ihrer geplanten Fusion revidiert hatten. Dagegen gaben PSA-Aktien anfängliche Kursgewinne wieder ab und notierten 2,4 Prozent im Minus.

Um inmitten der Coronavirus-Pandemie die liquiden Mittel zusammenzuhalten, senkt Fiat Chrysler seinen Baranteil bei einer Sonderdividende, die Aktionäre im Rahmen des Zusammenschlusses erhalten sollen, auf 2,9 Milliarden Euro von 5,5 Milliarden Euro. Das Gleichgewicht der ursprünglichen Vereinbarung werde durch die Anpassungen bewahrt, betonten beide Gruppen. Die neuen Vereinbarungen sehen weiter vor, dass PSA seine Pläne verschiebe, seinen 46-Prozent-Anteil an dem Autozulieferer Faurecia auszugliedern. Anteilsscheine des Zulieferers gaben zum Handelsauftakt bis zu 10,7 Prozent nach.

11:46 Uhr

Mizuho erwartet drastischen Pfund-Absturz bei No-Deal-Brexit

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(Foto: imago/imagebroker)

Die Analysten von Mizuho rechnen damit, dass Großbritannien ohne eine Handelsvereinbarung mit der EU die Brexit-Übergangsphase beenden wird und sehen für diesen Fall eine Parität von Euro und Pfund. Nicht auszuschließen sei in dieser Gemengelage aber auch, dass der Euro noch deutlich weiter bis auf 1,10 Pfund nach oben schnelle. Mizuho geht entsprechend eine Euro-Position ein und raten zu einem Sicherungsstopp bei 0,85 Pfund. Aktuell wird der Euro mit 0,9222 Pfund gehandelt.

Europa habe die wichtigen ersten Schritte hin zu einer Fiskalunion gemacht, begründet Analyst Peter Chatwell die sehr positive Euro-Einschätzung. Im Kontrast dazu müsse Großbritannien durch eine "prekäre internationale Situation" navigieren  und die Bank of England werde noch für einige Zeit für Unterstützung des Wirtschaftswachstums sorgen müssen.

11:18 Uhr

ZEW-Index steigt unerwartet - und der Dax auch

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(Foto: picture alliance / dpa)

Das ist eine positive Überraschung: Die Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren für Deutschland haben sich im September erneut verbessert. Der von Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Index der Konjunkturerwartungen stieg auf 77,4 Punkte von 71,5 im Vormonat. Das ist der höchste Stand seit Mai 2000. Volkswirte hatten dagegen einen Rückgang der Konjunkturerwartungen auf 70,0 vorausgesagt.

Der Index der Lagebeurteilung erhöhte sich deutlich von minus 81,3 auf minus 66,2 Punkte. Erwartet worden war lediglich ein Anstieg auf minus 72,0. Die ins Stocken geratenen Brexit-Verhandlungen und die steigenden Corona-Infektionszahlen hätten die positive Stimmung nicht bremsen können, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Ein nach wie vor schlechter Ausblick für den Bankensektor weise aber "auf Befürchtungen einer steigenden Zahl von Kreditausfällen im nächsten halben Jahr hin".

Der Dax drehte daraufhin in den positiven Bereich und stieg um 0,2 Prozent auf 13.218 Punkte.

*Datenschutz

10:54 Uhr

H&M kommt gut aus der Krise - Kurs geht durch die Decke

Eine raschere Erholung von den Pandemie-Folgen als erwartet lässt Anleger bei H&M zugreifen. Aktien des zweitgrößten Modekonzerns der Welt schießen um bis zu 13,5 Prozent nach oben, nachdem das schwedische Unternehmen im dritten Quartal wieder einen Gewinn eingefahren hat. Mit 2 Milliarden Kronen (rund 192 Millionen Euro) lag das Ergebnis vor Steuern zwar noch deutlich unter dem Vorjahreswert, aber zugleich höher als von Analysten erwartet.

Weniger Rabatte und eine strikte Kostenkontrolle hätten schon im dritten Quartal die Rückkehr in die Gewinnzone ermöglicht, teilte der Modehändler mit. Im zweiten Geschäftsquartal hatte der Umsatzeinbruch infolge der Pandemie-Einschränkungen zu einem Verlust geführt.

H&M
H&M 15,20

10:30 Uhr

Kinder online getrackt: Google droht saftige Strafe

Der Alphabet-Tochter Google droht eine Klage in Höhe von 3,2 Milliarden Dollar im Namen von mehr als fünf Millionen britischen Kindern unter 13 Jahren und ihren Eltern. Laut der Klage soll das Videoportal Youtube, das zu Google gehört, routinemäßig Datenschutzgesetze verletzt haben, indem es Kinder online getrackt hat.

Die Beschwerde, die der Forscher und Datenschutz-Experte Duncan McCann beim Obersten Gerichtshof Großbritanniens eingereicht hat, wird von der Kampagnengruppe Foxglove unterstützt. Demnach soll Youtube systematisch gegen die Datenschutz- und Datenrechte minderjähriger Nutzer sowohl des britischen Datenschutzgesetzes als auch der allgemeinen europäischen Datenschutzverordnung verstoßen haben, indem die Videoplattform unrechtmäßig die Daten von "Millionen von Kindern" sammelt, um Werbung gezielt zu steuern.

10:03 Uhr

Goldpreis zieht vor Fed-Sitzung an

Vor der Sitzung der US-Notenbank Fed ist der Goldpreis auf den höchsten Stand seit rund zwei Wochen. Die "Antikrisen-Währung" notiert mit 1966,47 US-Dollar je Feinunze rund 0,5 Prozent höher, nachdem sie zuvor bis auf 1967,46 Dollar geklettert war.

  • "Gold sieht vor allem aufgrund eines schwächeren Dollars fest aus, und auch die Renditen der US-Schatzpapiere gehen etwas zurück", sagte Edward Meir, Analyst beim Brokerhaus ED&F Man Capital Markets.
09:42 Uhr

Steigende Arbeitslosenquote in Großbritannien

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(Foto: imago/Marius Schwarz)

Die Arbeitslosigkeit in Großbritannien ist im Juli wie erwartet angestiegen, insgesamt halten sich die Auswirkungen der Corona-Krise jedoch weiter in Grenzen. In den drei Monaten bis Juli erhöhte sich die Arbeitslosenquote von 3,9 auf 4,1 Prozent, wie das Statistikamt ONS in London mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit diesem Anstieg gerechnet.

Die Beschäftigung sank in den drei Monaten bis Juli deutlich schwächer als erwartet. Die Zahl der Beschäftigten verringerte sich um 12.000, während Analysten im Mittel einen Abbau von 125.000 Stellen erwartet hatten. Die Löhne stiegen im selben Zeitraum ohne Bonuszahlungen um 0,2 Prozent, mit Bonuszahlungen gingen sie dagegen zurück.

09:20 Uhr

Dax klebt weiter fest - Warten auf ZEW-Index

Dax
Dax 13.207,43

Auch heute hat sich am deutschen Aktienmarkt bislang nicht viel getan. Der Dax verlor 0,2 Prozent auf 13.169 Punkte. Auch MDax und TecDax gaben nur unwesentlich nach. Der EuroStoxx50 notierte 0,2 Prozent niedriger bei 3311 Stellen. Die Ungewissheit mit Blick auf die morgige Sitzung der US-Notenbank Fed könnte die Kurse bremsen.

Investoren halten nach Anzeichen Ausschau, ob die Erholung der Wirtschaft angesichts der zuletzt wieder steigenden Corona-Positiv-Tests anhält oder an Schwung verliert. Dabei dürften sie besonders auf den ZEW-Index achten, der am Vormittag vorgelegt wird. Experten gehen davon aus, dass das Barometer im September wieder etwas zurückgegangen ist. Die aktuelle Lage dürfte jedoch besser eingeschätzt werden als noch im August.

09:11 Uhr

Beschäftigung in deutscher Industrie mit massivem Rückgang

Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Industrie ist wegen der Corona-Krise so stark gesunken wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Ende Juli waren gut 5,5 Millionen Personen in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes tätig. Das waren 164.000 oder 2,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dies sei der höchste prozentuale Rückgang der Beschäftigtenzahl zum Vorjahresmonat seit Mai 2010, hieß es dazu. Damals litt die Industrie unter den Nachwehen der Finanzkrise.

Den exportabhängigen Unternehmen macht die weltweit gesunkene Nachfrage aufgrund der Corona-Rezession zu schaffen. In nahezu allen Branchen nahm daher die Zahl der Beschäftigten ab. Am stärksten sank sie in der Metallerzeugung und -bearbeitung mit 5,6 Prozent. Die Vorzeigebranchen Auto und Maschinenbau meldeten Rückgänge von 4,1 beziehungsweise 3,8 Prozent.

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(Foto: dpa)

08:46 Uhr

Bankenverband: Wirtschaftsprüfer für Wirecard-Fall verantwortlich

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(Foto: picture alliance/dpa)

Hauptverantwortlich im Betrugsfall beim Zahlungsabwickler Wirecard sind nach Ansicht von Bankenverbands-Präsident Hans-Walter Peters die Wirtschaftsprüfer.

  • "Auf eine testierte Bilanz muss man sich einfach verlassen können", sagte er dem "Handelsblatt". "Das ist die Basis für alles Weitere. Darauf haben viele Investoren in Gesprächen mit uns über Wirecard immer wieder verwiesen."

Um solche Fälle wie Wirecard künftig zu vermeiden, seien nun schärfere Regeln notwendig. Es dürfe kein Stein auf dem anderen bleiben, machte Peters deutlich. Er nahm den Chef der Finanzaufsicht, Felix Hufeld, in Schutz, der wegen des Skandals ebenfalls in Misskredit geraten ist. Die Bafin habe lediglich die Wirecard Bank beaufsichtigt, nicht den gesamten Konzern, da dieser nicht als Finanzholding eingestuft gewesen sei.

08:33 Uhr

Ölpreise suchen nach der Richtung

Die Ölpreise bewegen sich im frühen Handel kaum von der Stelle. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 39,50 US-Dollar. Das waren elf Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel ebenfalls geringfügig auf 37,19 Dollar.

Dem Rohölmarkt scheinen zurzeit die entscheidenden Impulse zu fehlen. In den vergangenen Wochen sind die Preisschwankungen Zug um Zug schwächer geworden. Grundsätzlich steht einer Corona-bedingt fragilen Nachfrage ein etwas erhöhtes Angebot gegenüber, was tendenziell für Preisdruck sorgt. Am Donnerstag berät ein ranghohes Komitee des Ölverbunds Opec+ über die Situation.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 43,49

07:57 Uhr

Dax lauert auf Signale der Fed

Vor der Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten wird der Dax heute Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge kaum verändert starten. Gestern war er 0,1 Prozent schwächer bei 13.194 Punkten aus dem Handel gegangen.

Dax
Dax 13.207,43

Anleger hielten sich vor der Sitzung der US-Notenbank (Fed), die am Abend beginnt und bis Mittwoch dauert, zurück, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. Zudem wird an der Börse darauf gesetzt, dass die Pharmakonzerne schon bald den Durchbruch bei der Entwicklung eines Impfstoffes vermelden.

Investoren halten nach Anzeichen Ausschau, ob die Erholung der Wirtschaft angesichts der zuletzt wieder steigenden Corona-Positiv-Tests anhält oder an Schwung verliert. Dabei dürften sie besonders auf den ZEW-Index achten, der am Vormittag vorgelegt wird. Experten gehen davon aus, dass das Barometer im September wieder etwas zurückgegangen ist. Die aktuelle Lage dürfte jedoch besser eingeschätzt werden als noch im August.

Positive Signale für die globale Erholung der Wirtschaft nach dem Corona-Einbruch kommen erneut aus China. Dort hat sich die wirtschaftliche Erholung im vergangenen Monat beschleunigt.

07:43 Uhr

Klarna sammelt 650 Millionen Dollar ein

Der Bezahldienst Klarna hat 650 Millionen Dollar bei Investoren für das künftige Wachstum eingesammelt. Die Firma aus Stockholm wurde dabei mit zehn Milliarden Dollar bewertet - und ist damit wieder das wertvollste europäische Fintech-Start-up. Mit dem Geld sollen das Wachstum im US-Markt beschleunigt, das Produktangebot ausgebaut und neue Märkte erschlossen werden, wie Klarna mitteilte. Klarna startete mit der Idee einer reibungsloseren Zahlungsabwicklung im Online-Handel und baute das Angebot schrittweise aus.

07:10 Uhr

Asien-Börsen frohlocken über chinesische Konjunktur

Die asiatischen Anleger werden von den positiven Konjunkturdaten aus China überwiegend in Kauflaune versetzt. Die Börse in Shanghai liegt 0,1 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewinnt 0,4 Prozent, gestützt von offiziellen Daten, die belegen, dass Chinas Industrieproduktion im August gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozent gestiegen ist und den fünften Monat in Folge expandierte. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 1,1 Prozent.

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Die chinesische Industrieproduktion wuchs im August auf Jahressicht um 5,6 Prozent.

(Foto: REUTERS)

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,6 Prozent tiefer bei 23.427 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,8 Prozent und lag bei 1638 Punkten.

Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,1 Prozent auf 105,65 Yen und gab 0,3 Prozent auf 6,7859 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notierte er 0,2 Prozent niedriger bei 0,9068 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,2 Prozent auf 1,1888 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 1,0779 Franken an. Das Pfund Sterling gewann 0,1 Prozent auf 1,2855 Dollar.

Nikkei
Nikkei 23.360,30