Dienstag, 04. Dezember 2018Der Börsen-Tag bei n-tv

Heute mit Max Borowski
17:47 Uhr

Trumps Schwindel schickt Börsen auf Talfahrt

Die gestrige globale Erholungsrally hat sich als Eintagsfliege erwiesen. Nachdem klar ist, dass es - anders als zunächst von Präsident Trump verkündet - keine belastbaren Vereinbarungen zwischen den USA und China zur Beilegung des Handelskonflikts gibt, geben die meisten Börsen ihre gestrigen Gewinne zum großen Teil wieder ab.

  • Der Dax fällt um 1,1 Prozent auf 11.335 Punkte. Unter anderem der Kursgewinn um 2 Prozent bei Linde nach dem Aufstieg in den Stoxx 50 bewahrt den deutschen Leitindex vor deutlicheren Verlusten. Der MDax gibt 1,6 Prozent auf 23.392 Punkte nach.
  • Neben der Skepsis gegenüber Trumps angeblichen Handelserrungenschaften ist es vor allem die US-Zinskurve, die die Anleger verängstigt. Fallen die Renditen langfristiger Titel unter diejenigen mit kürzerer Laufzeit, wird das im Fachjargon als inverse Zinskurve bezeichnet. Dies deutet darauf hin, dass Investoren einen Wirtschaftsabschwung fürchten.
  • Wie es morgen am deutschen Aktienmarkt weitergeht, dürfte erheblich davon abhängen, was gerade im Weißen Haus vor sich geht. Dort sind die deutschen Autobosse zu ausführlichen Gesprächen mit Trumps Handelsberatern eingetroffen.
16:25 Uhr

Berater: Trump hat gar keinen Zoll-Deal mit China zu Autos

Vorgestern Abend hatte Trump stolz bei Twitter verkündet, China hätte zugestimmt, die Zölle von 40 Prozent auf in den USA hergestellte Autos komplett zurückzunehmen.

Nun, fast zwei Tage später, müssen seine Berater eingestehen: Der Deal, der gestern zu einer weltweiten Rally an den Aktienmärkten und insbesondere bei deutschen Autoproduzenten, die aus den USA heraus exportieren, beigetragen hatte, existiert überhaupt nicht. Beobachter waren schon skeptisch, weil die chinesische Regierung sich zwei Tage lange nicht zu der angeblichen Vereinbarung äußerte.

Nun sagte Trumps Handelsberater Larry Kudlow bei Fox News zu der Vereinbarung: "Ich denke, sie kommt, ok."

16:13 Uhr

Ölpreise im Rally-Modus

Die Ölpreise setzen ihre Erholungsrally der Vortage weiter ungebremst fort.

Brentöl erhöht sich um 1,9 Prozent auf 62,89 Dollar je Barrel. Vom Tief am Freitag entspricht das einem Anstieg um rund 9 Prozent. Anfang Oktober lag der Preis noch bei rund 85 Dollar. WTI steigt um 1,7 Prozent auf 53,86 Dollar.

Vor dem am Donnerstag beginnenden Opec-Treffen mehren sich Spekulationen, dass dort Förderkürzungen vereinbart werden, zumal sich Saudi-Arabien und Russland darauf am Rande des G20-Treffens am vergangenen Wochenende weitgehend bereits verständigt haben.

Hinzu kommt der schwächelnde Dollar als Preistreiber. Er macht das in Dollar gehandelte Öl für Käufer aus dem Nichtdollarraum billiger.

 

17:02 Uhr

Chinas Yuan wertet in historischem Ausmaß auf

Innerhalb der letzten zwei Tag hat die chinesische Währung so stark aufgewertet wie seit 2005 nicht, als Peking die Dollarbindung des Yuan reformierte. Der Binnen-Yuan, der auf dem chinesischen Festland gehandelt wird, legte insgesamt um 1,8 Prozent zu.

  • Als Gründe für die starke Aufwertung gelten die von Trump ausgerufene Entspannung im Handelskonflikt und die Hinweise, dass die US-Notenbank ihre Geldpolitik weniger straffen dürfte, als zuletzt angekündigt. Das schwächt den US-Dollar auch gegenüber anderen Währungen.
  • Der Euro überwindet im Verlauf die Marke von 1,14 Dollar. Das Tageshoch von 1,1421 Dollar kann die Devise aber nicht ganz verteidigen und liegt aktuell bei 1,1406 Dollar.
  • Obwohl das Risikoumfeld fragil bleibe, wovon der Dollar aufgrund seines Status als sicherer Hafen meist profitiere, spreche aktuell wenig für eine starke Erholung, sagt Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Das liege vor allem an den zuletzt eher taubenhaften Tönen aus den Reihen der US-Notenbank. Insbesondere Fed-Vizechef Richard Clarida scheine bemüht, den Markt auf ein langsames Auslaufen des Zinserhöhungszyklus vorzubereiten.
15:55 Uhr

Wall Street eröffnet mit Verlusten

Wie erwartet geben die Kurse zur Eröffnung an der Wall Street nach:

Der Dow-Jones-Index verliert 0,4 Prozent auf 25.731 Punkte. Für den S&P-500 geht es um 0,3 Prozent nach unten, der Nasdaq-Composite büßt 0,5 Prozent ein.

15:36 Uhr

Amazon & Co. "bedrohen Banken existenziell"

Internet-Riesen wie Amazon oder Alipay stellen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zufolge eine essenzielle Bedrohung für traditionelle Kreditinstitute dar.

Die enorme Menge, der von ihnen gesammelten Daten, verschaffe diesen Konzernen Vorteile, warnte der Chef der als Bank der Notenbanken geltenden BIZ, Agustin Carstens, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Sie könnten mehr Informationen über Ausgaben und Lebensweise ihrer Kunden sammeln, was zu einer besseren Beurteilung der Kreditrisiken führe. "Das ist sehr groß", sagte der frühere Chef der mexikanischen Notenbank. "Dies kann eine existenzielle Bedrohung für einige Finanzunternehmen darstellen."

Alipay, der Bezahldienst des chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba, holt bei der Marktkapitalisierung zur Großbank HSBC auf. Das starke Wachstum von Alipay und anderen Unternehmen wie Tencent hat die chinesischen Regulierungsbehörden dazu veranlasst, Maßnahmen für deren bessere Überwachung zu ergreifen.

Möglich ist, dass US-Giganten wie Amazon, Google oder Social-Media-Firmen wie Facebook in den Bereich der Finanzdienstleistungen expandieren.

"Jedes Modell ist anders, aber was universell ist, ist dieNutzung von Informationen", so Carstens. "Amazon hat nicht viel von einem offenen Finanzvermittlungsmodell und keineFinanzabteilung wie Alipay, aber es gibt nichts, was die daran hindert, sie zu entwickeln."

15:23 Uhr

Amazon ist kurzzeitig wertvollste Firma der Welt

Das Rennen um die Krone des wertvollsten Unternehmens der Welt bleibt spannend.

Amazon
Amazon 1.551,48

Amazon hat dem Software-Riesen Microsoft gestern die Spitzenposition kurzzeitig weggeschnappt. Erst wenige Tage zuvor hatte Microsoft den iPhone-Hersteller Apple als wertvollstes Unternehmen entthront.

Am Ende des gestrigen Handels an der Wall Street hatte sich Apple die Spitzenposition dagegen zurückgeholt. Die Rangfolge lautet nun:

  1. Apple mit einer Marktkapitalisierung von 893 Milliarden Dollar
  2. Amazon: 867 Milliarden Dollar
  3. Microsoft: 860 Milliarden Dollar
Wieder was gelernt

Falls Sie wissen möchten, warum gerade Apple und Amazon zu den beiden wertvollsten Unternehmen gehören, hören Sie rein in diese Ausgabe von "Wieder was gelernt" - dem Podcast von n-tv.de. Abonnieren Sie uns gerne auch auf iTunes, Spotify und Deezer oder per Feed in der Podcast-App ihrer Wahl.

 

15:10 Uhr

An der Wall Street macht sich Ernüchterung breit

Mit Blick auf den "Waffenstillstand" zwischen den USA und China im Handelsstreit kehrt an der Wall Street wieder Zurückhaltung ein.

  • Die Aufschläge im Zuge der globalen Erleichterungsrally an der Wall Street waren zu Wochenbeginn auch hinter denen in Asien und Europa zurückgeblieben. Nun geben die globalen Aktienmärkte wieder nach.
  • Der Future auf den S&P-500 fällt aktuell um 0,2 Prozent. Am Mittwoch findet an der Wall Street kein Handel statt, aufgrund des nationalen Gedenktages für den verstorbenen Ex-Präsidenten George H.W. Bush. Die Agenda der Konjunkturdaten ist am Dienstag leer. 
  • In den in der kommenden Woche anstehenden ersten Verhandlungen soll der als China-Kritiker bekannte Handelsbeauftragte des US-Präsidenten, Robert Lighthizer, das Zepter für die USA in die Hand nehmen, heißt es am Markt. "Dies verspricht kein ruhiges Fahrwasser", so Analyst Hao Zhou von der Commerzbank.
  • "Ich habe noch nicht mit vielen Leuten gesprochen, die wieder bereit sind in den Markt zu investieren", so Aktien-Händler Michael Antonelli von R.W. Baird & Co. "Der Handelskonflikt ist lediglich eine Ablenkung vom derzeit eigentlichen Problem - der sich abschwächenden Konjunktur", ergänzt der Teilnehmer.
14:39 Uhr

Ultrareiche Clans verdoppeln ihr Einkommen

Sehr reiche Menschen vertrauen ihr Vermögen oft einem Vermögensberater an, der es gewinnbringend und sicher anlegt und den Überblick über die Geldanlagen behält. Ultrareiche Familien dagegen gründen eigene, exklusive Investmentfirmen, sogenannte Family Offices. 

Deren Aktivitäten hat die Schweizer UBS zum fünften Mal in einer Umfrage untersucht. Demnach erzielten die Offices 2017 eine durchschnittliche Rendite von mehr als 15,5 Prozent. 2016 waren es noch 7,7 Prozent. Haupttreiber war der 2017 boomende Aktienmarkt.

Mehr als 300 Family Offices nahmen an der UBS-Umfrage teil. Im Durchschnitt verwalten sie je 800 Millionen Dollar. Die Bank schätzt, dass es weltweit mehr als 5000 dieser exklusiven Büros gibt. Die von ihnen verwalteten Familienvermögen dürften zusammengerechnet in die Billionen gehen.

14:05 Uhr

Gold vor Renaissance: "Aktueller Preis kennt nur eine Richtung"

Auch wenn es möglicherweise noch zu früh ist, von der Wiederentdeckung des Edelmetalls zu sprechen, hat sich das charttechnische Bild für Gold jüngst deutlich aufgehellt.

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.248,46

"Die Verunsicherung an den Märkten hält weiter an. Ein Indikator hierfür könnte der Goldpreis sein", so DailyFX-Marktanalyst Salah-Eddine Bouhmidi. Der aktuelle Preis kenne nur eine Richtung - nach oben. Nachdem jüngst die 50-Tage-Linie herausgenommen werden konnte, gehe es nun in großen Schritten auf die 200-Tagelinie bei 1.243 Dollar zu. Aktuell steigt der Preis für die Feinunze um 0,7 Prozent auf 1.239 Dollar.

 

13:52 Uhr

Inflationsdaten lassen türkische Lira einknicken

Viel Bewegung gibt es heute auf den Devisenmärkten: Während das Pfund in die Höhe springt, steht die türkische Lira schon seit Montag unter Druck, seit Daten einen Rückgang der Inflation gezeigt haben. Im Handel gehen Sorgen um, dass die Daten die Notenbank von weiteren Zinserhöhungen abhalten werde, heißt es.

Einige Marktteilnehmer setzen sogar auf Zinssenkungen, wie Marktstratege Tim Ash von Bluebay Asset Management sagt. "Ich spüre die Sorge, dass die Zentralbank dies als grünes Licht begreift, um vorzeitig in ihrem Eifer nachzulassen." Die Jahresinflation war auf 21,6 Prozent im November von 25,2 im Oktober gesunken. "Der Datenfluss scheint auf der Seite der Realwirtschaft die Lira zu stützen - mit stark rezessivem Datenfluss, der darauf hindeutet, dass die Leistungsbilanzanpassung zügig erfolgt."

Der US-Dollar steigt 1,3 Prozent auf 5,3167 Lira. Im Tagestief des Vortages erhielten Anleger weniger als 5,16 Lira.

13:22 Uhr

Geht der Luftfahrt-Superzyklus zu Ende?

Autowerte stehen massiv unter Druck an der Börse heute. Bei einer anderen Branche sind die Verluste zum Teil aber noch größer: Wachstumssorgen und Abstufungen vertreiben die Anleger zahlreicher Luft- und Raumfahrtaktien.

  • Für BAE Systems senken die Analysten von Bank of America - Merryll Lynch die Einstufung auf "Neutral", die Aktie verbilligt sich um 4,6 Prozent. Rolls Royce wurden auf "Underperform" gesenkt, die Aktie büßt 2,7 Prozent ein. Dies löst laut Händlern auch stärkere Gewinnmitnahmen bei Rheinmetall und MTU aus, die jeweils 3,2 Prozent verlieren.
  • "Trotz eines laufenden Superzyklus bei Flugzeugen und im Rüstungssektor setzt man auf eine abnehmende Wachstumsdynamik", sagt ein Teilnehmer. "Die sehr vernünftige Vorsicht beim Flugzeugeinkauf wie bei Lufthansa zeigt, dass selbst Profis damit rechnen, dass der Flugzeugbedarf gedeckt ist."
  • Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte vergangene Woche beim Aviation Outlook Summit in Berlin gesagt, dass er auf Schnäppchenkäufe setze. Man erwarte nicht, dass einige asiatische Airlines die von ihnen bestellten Maschinen auch abnehmen werden. Auch die Merrill-Analysten begründen die Abstufung von Rolls Royce damit, dass man zu optimistisch bei den Auslieferungen sei.
  • Dass Airbus in diesem Umfeld nur 1,1 Prozent verlören, verwundere etwas, so der Händler weiter. Lufthansa finden sich mit einem Minus von 4,5 Prozent am Dax-Ende wieder.
12:47 Uhr

Griechenland wird Wirtschafts-Musterschüler

Mausert sich Athen vom Sorgenkind zum Musterschüler?

Die griechische Wirtschaft ist im Sommer weiter gewachsen - und zwar kräftig. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zog von Juli bis September um 1,0 Prozent an, wie das nationale Statistikamt am Dienstag bekannt gab. Damit ist das lange Zeit von einer Rezession geplagte Land bereits neun Quartale in Folge auf dem  Wachstumspfad. Im Frühjahr hatte das BIP um 0,4 Prozent zugelegt.

Im August lief das letzte von drei Hilfsprogrammen für Griechenland aus. Nun muss die Regierung in Athen finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen.

Die EU-Kommission lobte die Regierung in Athen zuletzt für ihre Haushaltsdisziplin, die Brüssel beispielsweise in Italien vermisst. Sie traut der griechischen Wirtschaft für 2018 rund zwei Prozent Wachstum zu. Für die beiden Folgejahre wird ein Plus in derselben Höhe veranschlagt - vorausgesetzt, die Regierung bleibt auf Reformkurs. Brüssel geht davon aus, dass das Land dann die Früchte seiner Strukturveränderungen ernten kann und zusehends attraktiver für Investoren wird.

12:39 Uhr

Inflationsdruck steigt überraschend stark

Die Erzeugerpreise der Industrie in der Eurozone sind im Oktober stärker gestiegen als erwartet.

  • Die Preise auf der Erzeugerstufe zogen im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Prozent an, wie die Statistikbehörde Eurostat berichtete. Volkswirte hatten im Konsens ihrer Prognosen nur einen Anstieg um 0,5 Prozent erwartet.
  • Im Jahresvergleich lagen die Erzeugerpreise um 4,9 Prozent höher. Die Prognose von Volkswirten hatte lediglich auf ein Plus von 4,6 Prozent gelautet.
  • Die Produzentenpreise geben tendenziell die Richtung für die Verbraucherpreise vor: In der Regel reichen die Betriebe höhere oder niedrigere Einkaufskosten an ihre Kunden weiter.
12:01 Uhr

Rezessionsangst-Barometer zeigt auf Rot

Die anfängliche Euphorie über den Burgfrieden zwischen den USA und China schlägt in Sorge um den Handel und die Weltkonjunktur um, die Zinskurse als Barometer der Rezessionsangst zeigt das deutlich.

Dax und EuroStoxx50 gaben bis Mittag einen Teil der jüngsten Kursgewinne wieder ab und verloren jeweils ein knappes Prozent auf 11.375 beziehungsweise 3193 Punkte. Der MDax sank um 0,60 Prozent auf 23.626 Zähler.

Die wieder aufgeflammte Furcht vor einer deutlichen Abkühlung der Weltkonjunktur spiegelte sich am Rentenmarkt wider. In den USA droht die Rendite zehnjähriger Bonds unter diejenige der zweijährigen Titel zu fallen. Diese "inverse Zinskurve" gilt an der Börse als Zeichen für eine wachsende Rezessionsangst der Anleger. Der Renditeabstand zwischen den beiden genannten Anleihen war mit 0,13 Prozentpunkten so gering wie seit etwa einem Jahrzehnt nicht mehr. Der Spread zwischen vergleichbaren Bundespapieren markierte mit 0,88 Prozentpunkten ein Eineinhalb-Jahres-Tief.

 

11:46 Uhr

Maschinenbauer ergattern mehr Aufträge

Ein Lichtblick im allgemeinen Konjunkturpessimismus: 

  • Deutschlands Maschinenbauer gehen trotz internationaler Handelskonflikte mit gut gefüllten Auftragsbüchern in das kommende Jahr. Nach einer Delle im September legten die Bestellungen im Oktober gegenüber dem Vorjahreszeitraum preisbereinigt (real) um 12 Prozent zu, wie der Branchenverband VDMA mitteilte. In den zehn Monaten lagen die Auftragseingänge um 7 Prozent über dem Vorjahresniveau. "Das ist eine gute Botschaft", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. "Jetzt werden die Aufträge geschrieben, die im nächsten Jahr zu Umsatz führen."
  • Für das laufende Jahr erwartet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) real fünf Prozent Produktionssteigerung.
11:35 Uhr

Apple setzt auf Abwrackprämie für iPhones

Apple macht seinen Aktionären jüngst wenig Freude. Die allgemeine Tech-Skepsis und speziell Berichte über heruntergeschraubte Absatzziele für die neuen iPhones haben den Kurs in wenigen Monaten um rund ein Fünftel einbrechen lassen. Zulieferer wie zuletzt Sharp schrauben ihre Prognosen massiv herunter.

Nun geht Apple mit einer Maßnahme in die Offensive, die der Konzern für seine Premiumprodukte bislang kaum genutzt hat: Er nimmt alte iPhones beim Kauf neuer in Zahlung. Wie zahlreiche amerikanische Kunden berichten, bietet Apple dabei mehrere Hundert Dollar Rabatt auf die aktuellen Modelle. Medienberichten zufolge handelt es sich um eine groß angelegte Kampagne.

11:25 Uhr

Ölpreissprung treibt Airline-Investoren in die Flucht

Eine Mischung aus Gewinnmitnahmen und computerisierten Reaktionen auf die kräftige Ölpreiserholung sehen Händler hinter den Kursverlusten bei den Aktien der Airlines. "Die faktorbasierten Fonds sind an den WTI-Futures gekoppelt und passen ihre Positionen dann automatisch an", sagt ein Händler.

Lufthansa fallen um 4,5 Prozent, Air France-KLM um 5,2 Prozent und IAG um 1,8 Prozent. Der WTI-Ölpreis hat seit Freitag von unter 50 Dollar auf nun fast 54 Dollar scharf nach oben gedreht. Aktuell beträgt das Plus zum Vortag fast 2 Prozent. Ab Donnerstag findet das Opec-Treffen in Wien statt, auf dem es vor allem um mögliche Fördersenkungen gehen soll, die die Preise potenziell weiter stützen dürften.

11:14 Uhr

Möglichkeit zu EU-Verbleib lässt Pfund springen

In der - wohl eher theoretischen - Hoffnung auf einen dauerhaften Verbleib Großbritanniens in der EU decken sich Anleger wieder mit Pfund Sterling ein. Der Kurs der britischen Währung stieg am Dienstagvormittag binnen Minuten auf 1,2811 von 1,2729 Dollar.

Euro / Britisches Pfund
Euro / Britisches Pfund 1,11

Auslöser dieser Rally war eine Empfehlung eines Generalanwalts beim Europäischen Gerichtshof. Darin hieß es, das Vereinigte Königreich könne den Austrittsantrag einseitig widerrufen.

Die Regierung in London und die Staatengemeinschaft haben zwar ein Scheidungsabkommen ausgehandelt. Dessen Zustimmung im britischen Parlament gilt aber als ungewiss. Fällt die Abmachung dort durch, droht ein ungeordneter Brexit.

10:49 Uhr

Insider: Deutscher Automarkt schrumpft unaufhaltsam

DaxSector Automobil
DaxSector Automobil 1.273,21

Der Einbruch beim Autoabsatz hat Deutschlands gesamte Wirtschaft in den roten Bereich gezogen. Allerdings nur vorübergehend, hieß es immer. Wenn sich die Autobauer auf den neuen Abgasmesszyklus eingestellt hätten werde alles wieder besser.

Im November war das zumindest noch nicht der Fall. Der Pkw-Absatz in Deutschland ist einem Brancheninsider zufolge auch im November gesunken. Im vergangenen Monat seien mit rund 273.000 Neuwagen zehn Prozent weniger auf die Straße gekommen als vor Jahresfrist, sagte eine mit den Zahlen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Umstellung auf den seit Anfang September geltenden neuen Abgasmesszyklus WLTP hatte mehreren Herstellern zu schaffen gemacht, allen voran Volkswagen.

Der Rückgang bei den Neuregistrierungen fiel im November sogar noch etwas höher aus als im Oktober (minus 7,4 Prozent). Im September waren die Zulassungen sogar um mehr als 30 Prozent gefallen.

Die offiziellen Zahlen will das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt im Laufe des Tages veröffentlichen.

10:15 Uhr

#MeToo-Panik: Wall-Street-Manager meiden Frauen komplett

Die Wall Street ist auch im 21. Jahrhundert eine Männerwelt - und was für eine armselige! Die #MeToo-Debatte über sexuelle Gewalt und Belästigungen offenbart, wie ratlos die Lage tatsächlich ist.

Laut einer großen "Bloomberg"-Recherche für die Dutzende Topmanager der führenden Finanzinstitute interviewt wurden, reagieren viele Männer mit Panik und einer totalen Frauenvermeidungsstrategie auf die mediale Debatte. Sie treffen sich nicht mehr mit Kolleginnen zum Essen, vermeiden, bei Flügen neben ihnen zu sitzen, buchen Hotelzimmer auf unterschiedlichen Etagen. Meetings alleine mit einer Mitarbeiterin? Bloß nicht.

Bei allen Zusammentreffen mit Frauen schwingt bei einigen Männern zumindest demnach die Angst mit, unberechtigterweise sexueller Belästigung bezichtigt zu werden.

Nicht nur offenbart diese Frauenvermeidungsstrategie im Umgang mit #MeToo das armselige Unverständnis der betreffenden männlichen Führungskräfte im Umgang mit Vorwürfen sexueller Belästigung. Experten zufolge verspricht sie auch wenig Erfolg: Die Manager vermeiden mögliche Belästigungsklagen, machen sich aber möglicherweise der Diskriminierung schuldig.

09:58 Uhr

Durchbruch bei Ryanair für umfassenden Tarifvertrag

Noch ist die Einigung nicht in trockenen Tüchern, aber bei Ryanair stehen offenbar immerhin die Eckpunkte einer Tarifvereinbarung mit den deutschen Piloten:

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat sich nach eigenen Angaben vom Dienstag mit dem Unternehmen auf Eckpunkte zu einem umfassenden Tarifwerk geeinigt. Unter anderem sollen die Grundgehälter steigen und alle 400 Piloten in Deutschland Steuern und Sozialabgaben entrichten.

Auch für Stationsschließungen und Versetzungen seien soziale Regelungen gefunden worden. Die insgesamt vier Tarifverträge sollen bis Ende Februar unter Dach und Fach sein. Bis dahin wird es wegen der vereinbarten Friedenspflicht auch keine weiteren Streiks der Piloten mehr geben.

09:27 Uhr

Deutscher Konzern steigt in Champions League auf - Britische Bank raus

Rückenwind für Linde kommt von der Aufnahme der Aktie in den Stoxx-50-Index, die höchste europäische Börsenliga, gewissermaßen die Champions League unter den Aktienindizes.

Dafür verlieren Barclays ihren Platz im Auswahlindex der 50 größten Unternehmen Europas. Neben dieser Veränderung, die weitgehend so auch erwartet wurde, kündigte der Indexbetreiber Stoxx am Vorabend an, dass Knorr-Bremse (Deutschland), Salmar (Norwegen), Tomra Systems (Norwegen), Polish Oil and Gas (Polen) und Interpump (Italien) in den breiten Stoxx-600-Inmdex kommen.

Den Index verlassen müssen Sopra Steria (Frankreich), Wacker Chemie (Deutschland), Plastic Omnium (Frankreich), Indivior (Großbritannien) und 3i (Großbritannien). Alle Änderungen werden zum Handelsstart am 24. Dezember umgesetzt.

Linde ziehen 1,8 Prozent an. Knorr-Bremse verlieren 0,7 Prozent und Wacker Chemie geben 1,6 Prozent nach.

09:13 Uhr

Dax wacht mit Kater auf

Sind vielleicht doch nicht alle Probleme des Welthandels gelöst, weil Trump einen "Waffenstillstand" mit China verkündet? Nach der gestrigen Euphorie macht sich offenbar so mancher Investor Gedanken, dass die Kurse über das Ziel hinausgeschossen sein könnten.

Dax
Dax 10.803,23

Der Dax kommt im frühen Handel 0,4 Prozent zurück.

08:23 Uhr

Ölpreise setzen Klettertour fort

Brent Rohöl
Brent Rohöl 56,24

Die Ölpreise sind weiter gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 62,37 US-Dollar. Das waren 68 Cent mehr als am Montag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 60 Cent auf 53,55 Dollar.

Zum Wochenauftakt hatten die Ölpreise kräftig um etwa fünf Prozent zugelegt. Analysten nannten zwei Hauptgründe: Auf der Nachfrageseite dämpfte die Annäherung zwischen den USA und China im Handelsstreit etwas den bestehenden Konjunkturpessimismus.

Angebotsseitig werden die Ölpreise getrieben durch Erwartungen auf eine Förderkürzung durch das Ölkartell Opec. Die Energieminister der Opec-Länder treffen sich am Donnerstag in Wien, um über ihren Kurs zu beraten.

08:21 Uhr

Nikkei schließt mit starkem Verlust

An Asiens Börsen ist die Erleichterung über den Burgfrieden im Zollstreit zwischen den USA und China verpufft. Der japanische Nikkei-Index fiel um 2,4 Prozent auf 22.036 Punkte. Die Börse Shanghai hielt sich knapp im Plus bei 2662 Zählern.

Anleger richteten ihre Aufmerksamkeit bereits auf die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag und die Beratungen der US-Notenbank in der kommenden Woche, sagte Analyst Yutaka Miura von der Investmentbank Mizhuo. Eine Anhebung des Leitzinses durch die Fed gilt als sicher, daher warten Börsianer gespannt auf Signale zur Geldpolitik 2019.

Die Aufwertung des Yen dämpfte die Kauflaune von Japan-Anlegern zusätzlich, weil dies die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Waren auf dem Weltmarkt schmälert. Dies bekamen vor allem exportorientierte Werte zu spüren. So rutschten die Titel des Industrieroboterbauers Fanuc und des Baumaschinen-Anbieters Komatsu bis zu 5,1 Prozent ab.

07:59 Uhr

Euro präsentiert sich fester

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der Euro hat zugelegt und ist in Richtung der Marke von 1,14 US-Dollar gestiegen. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1388 Dollar und damit knapp einen halben Cent mehr als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag noch auf 1,1332 Dollar festgesetzt.

Heute dürften die Impulse durch Konjunkturdaten eher gering ausfallen. Weder in Europa noch in den USA stehen besonders entscheidende Konjunkturnachrichten an. Auftritte wichtiger Zentralbanker sind ebenfalls rar gesät. In Großbritannien wird sich jedoch Notenbankchef Mark Carney vor einem Parlamentsausschuss zum Brexit-Vertragstext der Regierung äußern.

07:53 Uhr

Vor Treffen im Weißen Haus: Autoaktien im Fokus

VW Vorzüge
VW Vorzüge 147,04

Besonders im Fokus steht heute der Autosektor. Die US-Absatzzahlen im November sind gemischt ausgefallen und im Fokus steht nun das anstehende Treffen der deutschen Vorstandsvorsitzenden im Weißen Haus. Hierfür gibt es nicht nur keine Unterstützung von der Bundesregierung, sondern sogar das Gegenteil. So kanzelte Regierungssprecher Seibert die Bemühungen der Autohersteller für eine einvernehmliche Lösung ab und sagte, die Zuständigkeit für Verhandlungen liege bei der EU "und schon gar nicht" bei den Unternehmen.

Ein Händler äußert sich aber gelassen: "Es ist einfach gute Lobbyarbeit, wenn Großunternehmen hier eingreifen und nicht auf irgendwelche Politiker warten".

Bei den US-Absatzzahlen ging es im November um acht Prozent nach unten für VW und um 3,7 Prozent für Daimler. Bei BMW stieg er dagegen um ein Prozent und bei Fiat Chrysler um 17 Prozent.

07:37 Uhr

Großaktionärin kommt wegen Bankenfehlers nicht zum Zug

Die größte Aktionärin der Zur Rose Group, die KWE Beteiligungen AG, ist wegen Schlamperei ihrer Hausbank bei der inzwischen abgeschlossenen Kapitalerhöhung der Versandapotheke nicht wie geplant zum Zuge gekommen. Die Bezugsrechte der KWE Beteiligungen hatte die Bank, die namentlich nicht genannt wurde, versehentlich nicht ausgeübt.

Sie hatte den Auftrag zwar rückbestätigt, ihn aber dann nicht an die mit der Kapitalerhöhung beauftragten Banken übermittelt, wie das schweizerische Unternehmen schreibt. Inzwischen hätten KWE und Hausbank einen Vergleich abgeschlossen. Dieser beinhalte nicht die Lieferung von Aktien beziehungsweise deren Beschaffung im Markt durch die Hausbank, um die Beteiligung von KWE Beteiligungen AG wieder aufzustocken.

Eigentlich wollte KWE, die knapp 15 Prozent der Anteile hält, die Kapitalerhöhung über die Ausübung ihrer Bezugsrechte proportional mittragen. Die Online-Apotheke hatte brutto rund 200 Millionen Franken eingenommen, der Angebotspreis lag bei 93 Franken.

07:29 Uhr

Zweifel an Handels-Waffenstillstand: Dax vorbörslich leichter

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(Foto: imago/Sven Simon)

Händler rechnen heute mit einer deutlichen Kurskorrektur an den europäischen Börsen. Nach der Rally vom Vortag war mit Gewinnmitnahmen gerechnet worden, nun passten auch die Nachrichten nicht mehr zu den Kursgewinnen, heißt es. Damit wachsen Zweifel, dass der vereinbarte Waffenstillstand für drei Monate im Handelsstreit wirklich ein Zeichen einer Annäherung ist. Vor allem fehlt es an belastbaren Aussagen aus China.

Der Dax notierte vorbörslich 0,5 Prozent tiefer bei 11.408 Punkten. Am Vortag hatte er bei 11.465 Zählern geschlossen. Händler hoffen nun, dass der Frankfurter Leitindex wenigstens das Ausbruchsniveau von 11.400 Zählern verteidigen kann.

Dagegen spricht allerdings die Rally bei den Zins-Futures, die auf neues "Risk Off" hindeutet. Auch bei den Rohstoffpreisen geht es wieder abwärts, was in Europa den Rohstoffsektor belasten dürfte - am Montag noch Tagessieger bei den Branchen.

Im Fokus stehen die Autowerte nach den US-Absatzzahlen für November und das erwartete Treffen der deutschen Autochefs im Weißen Haus. Dieses wird weiter kritisch verfolgt, denn der Versuch eines Sonderweges könnte möglicherweise die Handelsgespräche der EU mit den USA unterlaufen. Für Skepsis am Markt sorgt derweil, dass US-Präsident Trump als Gesprächspartner Robert Lighthizer benannt hat, der als China-Hardliner gilt.

Auf Konjunkturseite stehen die VDMA-Auftragseingänge auf dem Terminkalender. Daneben äußert sich BoE-Gouverneur Carney in einer Anhörung zum Brexit-Abkommen vor dem Finanzausschuss des Unterhauses in London und die britische Premierministerin Theresa May eröffnet die fünftägige Brexit-Debatte im Unterhaus.

06:51 Uhr

Geringere Bonität: Wie entwickelt sich die K+S-Aktie?

K+S
K+S 15,69

Unter Druck könnte heute die Aktie von K+S geraten. Die Ratingagentur Moody's hat dem Düngemittel- und Salzhersteller eine schlechtere Bonität bescheinigt: Moody's Investors Service senkte das Corporate Family Rating der K+S AG auf "Ba2" von "Ba1". Moody's begründete die Ratingsenkung damit, dass die Verschuldung des MDax-Konzerns mittlerweile zu hoch für eine Bonitätsbewertung auf dem vorherigen Niveau sei. Der Rating-Ausblick ist nun allerdings nicht länger negativ, sondern stabil.

K+S leidet unter den Folgen der monatelangen Trockenheit. Die starke Trockenheit hatte im dritten Quartal zu höheren Kosten geführt, denn das Unternehmen konnte seine Salzwässer wegen des niedrigen Flusspegels nicht in gewohntem Maße in der Werra entsorgen. Auch eine höhere Kali-Produktion im neuen kanadischen Werk konnte nicht verhindern, dass sich das Ebitda mehr als halbierte. Die Produktion musste in einem Werk für fünf Wochen und in einem weiteren für drei Wochen stillgelegt werden. Hinzu kamen höhere Transportkosten.

06:22 Uhr

Anleger trauen dem Frieden nicht - Nikkei verliert massiv

Nikkei
Nikkei 20.987,92

Zweifel am Waffenstillstand zwischen den USA und China im Handelskonflikt haben die Aktienmärkte in Asien belastet. Viele Börsianer zeigten sich skeptisch, ob die beiden weltweit führenden Volkswirtschaften ihre Streitigkeiten vor Ablauf der 90-Tage-Frist beilegen können. "Die jüngsten Nachrichten zum Handel beinhalten mehr Fragen als Antworten", schrieben die Analysten der National Australia Bank.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte 2,1 Prozent schwächer bei 22.095 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,2 Prozent nach auf 1669 Zähler. Viele Investoren nahmen Gewinne bei den Aktien mit, die am Vortag zugelegt hatten. Auch außerhalb Japans fielen die Kurse. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor 0,2 Prozent, der Index der Börse Shanghai und Shenzhen gab 0,2 Prozent nach.

Am Devisenmarkt geriet der US-Dollar unter Druck und kostete mit 113,3 Yen 0,3 Prozent weniger. Der Euro wurde kaum verändert zum späten New Yorker Handel mit 1,1367 Dollar gehandelt. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9966 Franken je Dollar und 1,1331 Franken je Euro gehandelt.