Dienstag, 08. Oktober 2019Der Börsen-Tag

Heute mit Jan Gänger
16:28 Uhr

US-Handelskonflikt mit China wird teuer

Wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China könnte die globale Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr um bis zu 700 Milliarden US-Dollar sinken. Das gehe aus einer Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) hervor, sagt die neue Chefin der Organisation, Kristalina Georgiewa.

Die Summe setze sich aus den direkten und indirekten Kosten zusammen - wie Vertrauensverlust, Unsicherheit und Marktreaktionen. Genauere Daten werde der IWF in der kommenden Woche veröffentlichen. "In einem Handelskrieg verliert jeder", so die Ökonomin.

15:47 Uhr

US-Börsen starten leichter

Die Ungewissheit vor den anstehenden Handelsgesprächen USA-China trübt die Stimmung an der Wall Street. Der Dow-Jones-Index verliert 0,9 Prozent auf 26.234 Punkte. Der S&P-500 gibt um 1 Prozent nach und der Nasdaq-Composite um 0,9 Prozent.

S&P 500
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China wird bei den am Donnerstag beginnenden Gesprächen in Washington mit einer hochkarätig besetzten Delegation am Start sein, der neben dem Vizepremier auch der Notenbankchef des Landes angehören wird. Allerdings hat China nach einem Medienbericht vom Wochenende die Liste der zu besprechenden Themen gekürzt, was die Chancen auf eine breite Einigung mindert.

Die USA wiederum hatten gestern Abend acht Technologieunternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt, die an Menschenrechtsverstößen Chinas in der muslimisch geprägten Provinz Xinjiang beteiligt sein sollen. Und nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg prüft die Regierung Trump derzeit strengere Vorschriften für US-Investitionen in China, von denen besonders Pensionsfonds betroffen sein könnten. Das spricht für eine wenig harmonische Gesprächsatmosphäre.

15:32 Uhr

Brexit-Sorgen ziehen den Dax nach unten

Die politischen Unsicherheiten haben den deutschen Aktienmarkt wieder fest im Griff. Nach zwei Gewinntagen in Folge dreht der Leitindex Dax ins Minus und verliert 0,9 Prozent auf 11. 983 Punkte. Neben dem Handelsstreit zwischen China und den USA trübt vor allem das Thema Brexit die Laune der Anleger. Ein harter Brexit werde immer wahrscheinlicher, so Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank.

Der MDax fällt 1,6 Prozent auf 25.205 Punkte. Hier belasten zusätzlich Kursverluste bei den Aktien von Qiagen und Uniper.

14:02 Uhr

Pfund Sterling beschleunigt Talfahrt

Spekulationen auf ein Scheitern der Brexit-Verhandlungen verstärken den Verkaufsdruck auf das Pfund Sterling. Die britische Währung fällt um 0,7 Prozent auf 1,2209 Dollar und ist mit 1,1109 Euro so billig wie zuletzt vor vier Wochen. Britischen Regierungskreisen zufolge hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Telefonat mit Premierminister Boris Johnson einen Brexit-Deal unter den gegebenen Umständen als überaus unwahrscheinlich bezeichnet.

11:51 Uhr

EU-Kommissar will Facebook-Währung ausbremsen

Der amtierende und auch designierte EU-Finanzkommissar Valdis Dombrovskis will ein neues Regelwerk für Kryptowährungen wie das Facebook-Projekt Libra schaffen. "Ich habe vor, neue Rechtsvorschriften dafür vorzulegen", sagte er bei einer Anhörung im EU-Parlament. Es gehe darum, Themen wie unfairen Wettbewerb, Cybersicherheit und Gefahren für die Finanzstabilität anzugehen.

Der Lette ist EU-Finanzkommissar und wird diesen Posten voraussichtlich auch in der neuen EU-Kommission unter Ursula von der Leyen behalten.

Facebook stößt mit seinen Plänen auf den Widerstand von Notenbanken, Aufsichtsbehörden und Politikern.

11:29 Uhr

Qiagen-Aktionäre leiden

Das Biotechunternehmen Qiagen bereitet seinen Aktionären heute keine Freude. Im Gegenteil. Die auf Tests zum Nachweis von Krankheiten sowie Laborgeräte spezialisierte Firma verfehlt im dritten Quartal ihr Umsatzziel und verliert zudem überraschend ihren langjährigen Vorstandschef. Darüber hinaus kündigt Qiagen einen Geschäftsumbau inklusive Personalabbau an, der hohe Restrukturierungskosten zur Folge haben soll.

An der Börse kommen die Nachrichten nicht gut: Die Aktie bricht um mehr als 17 Prozent ein.

10:44 Uhr

Easyjet profitiert von Streiks

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AP

Der britische Billigflieger Easyjet erreicht im abgelaufenen Geschäftsjahr auch dank der Pilotenstreiks bei den Konkurrenten British Airways und Ryanair sein reduziertes Gewinnziel. Das Unternehmen erwarte ein operatives Ergebnis von fast 430 Millionen Pfund (480 Millionen Euro), sagt Easyjet-Chef Johan Lundgren.

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Teurer Treibstoff und gesunkene Ticketpreise hatten Easyjet im Winterhalbjahr tiefer in die roten Zahlen getrieben. Auch konjunkturelle Unsicherheiten wie die Hängepartie um den Brexit bereiteten dem Unternehmen Probleme. Im dritten Geschäftsquartal hatte der Ryanair-Rivale aber dem Preiswettbewerb der Branche getrotzt und auch im Schlussquartal von einer guten Ticketnachfrage profitiert. Dabei spielten Easyjet die Streiks bei British Airways und Ryanair in die Karten.

10:19 Uhr

Trump drückt türkische Börse

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AP

Aus Furcht vor den Folgen eines möglichen Militär-Einsatzes im benachbarten Syrien ziehen sich Anleger aus türkischen Wertpapieren zurück. Der Leitindex der Istanbuler Börse fällt um rund ein Prozent. Auch die Währung des Landes gerät unter erneuten Verkaufsdruck, Dollar und Euro verteuern sich um jeweils ein knappes Prozent. Schon gestern hatte sich die Lira deutlich verbilligt.

US-Präsident Donald Trump hatte gedroht, die Wirtschaft der Türkei zu "zerstören", falls Ankara im Syrien-Konflikt nach seiner Ansicht zu weit gehen sollte. Angesichts der offenbar kurz bevorstehenden türkischen Militäroffensive in Nordsyrien twitterte Trump: "Wenn die Türkei irgendetwas unternimmt, was ich in meiner großartigen und unvergleichlichen Weisheit für tabu halte, werde ich die türkische Wirtschaft vollständig zerstören und auslöschen."

Was genau er als Verstoß erachten würde, ließ Trump offen. Der US-Präsident hatte mit dem gestern begonnenen Abzug der US-Truppen aus Nordsyrien der anstehenden türkischen Offensive den Weg bereitet.

10:00 Uhr

Google schickt Roboterwagen nach Los Angeles

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REUTERS

Die Google-Schwesterfirma Waymo bringt ihre Roboterwagen erstmals in das von chronischen Staus geplagte Los Angeles. Man wolle erkunden, wie die Fahrzeuge in das Verkehrsumfeld der zweitgrößten US-Stadt passten, so Waymo.

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Waymo ging aus dem Google-Roboterwagenprojekt hervor, das vor rund einem Jahrzehnt seine ersten selbstfahrenden Autos auf US-Straßen brachte. Inzwischen sind umgebaute Minivans des Modells Chrysler Pacifica für Waymo unter anderem in San Francisco und der Google-Heimatstadt Mountain View unterwegs. In einem Vorort der Stadt Phoenix im benachbarten Bundesstaat Arizona baut die Firma auch einen ersten kommerziellen Robotaxi-Service auf.

Los Angeles setzte zuletzt stärker auf Technologie, um die überlastete Verkehrsinfrastruktur weiterzuentwickeln. So müssen Betreiber von Elektro-Tretrollern und Leihrädern anonymisierte Daten über alle Fahrten und Standorte ihrer Fahrzeuge in eine Datenbank der Stadt liefern. Das soll unter anderem dabei helfen, an den richtigen Stellen neue Fahrradspuren anzulegen.

09:12 Uhr

Dax startet schwächer

Der Frankfurter Aktienmarkt geht mit Verlusten in den Tag. Der Dax gibt 0,1 Prozent auf 12.078 Zähler ab, der MDax 0,3 Prozent auf 25.534 Punkte. Der TecDax verliert 0,7 Prozent auf 2763 Zähler.

08:35 Uhr

Ölpreise ziehen wieder an

Kurz vor den geplanten Gesprächen zwischen den USA und China sind die Ölpreise sind leicht gestiegen. Der Konflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt ist seit Monaten einer der bestimmenden Faktoren für den Handel mit Rohöl. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 58,67 US-Dollar. Das waren 32 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 28 Cent auf 53,03 Dollar.

Zum Wochenauftakt hatte die Hoffnung auf Fortschritte bei anstehenden Handelsgesprächen zwischen den USA und China den Ölpreisen noch stärkeren Auftrieb verliehen. Zeitweise war der US-Ölpreise am Montag bis knapp über 54 Dollar gestiegen.

08:00 Uhr

Experten erwarten stärkeren Dax-Einstieg

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Am Dienstag wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Montag war er 0,7 Prozent fester bei 12.097 Zählern aus dem Handel gegangen. Erneut gilt das Augenmerk der Anleger der Konjunktur: Aus Deutschland werden die Daten zur Industrieproduktion im August erwartet.

Die Aufträge waren in dem Monat geschrumpft, das macht eine Rezession in Deutschland wahrscheinlicher. Daneben hält zwei Tage vor Beginn der nächsten Verhandlungsrunde der Zollstreit zwischen den USA und China sowie etwa eine Woche vor dem EU-Gipfel der Brexit die Börsen in Atem.  

07:37 Uhr

Pilotengewerkschaft verklagt Boeing wegen 737 Max

Boeing droht eine Schadenersatzzahlung in dreistelliger Millionenhöhe. Wegen verhängten Startverbote verklagt die Pilotengewerkschaft der US-Fluggesellschaft Southwest Airlines den Flugzeugbauer.

Der Hersteller habe den Piloten gegenüber falsche Angaben zur Flugtauglichkeit des Flugzeugtyps 737 Max gemacht, teilte die Gewerkschaft mit. Die Piloten müssten sich darauf verlassen können, dass Boeing wahrheitsgemäße Informationen liefere, so SWAPA-Präsident Jonathan L. Weaks. Durch die Startverbote im Zuge der Abstürze im Oktober und März, bei denen insgesamt 346 Menschen starben, mussten laut Gewerkschaft über 30.000 Southwest-Flüge gestrichen werden. Dadurch seien den Piloten mehr als 100 Millionen Dollar an Einnahmen entgangen.

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07:25 Uhr

Asiatische Börsen starten nach Feiertagspause mit Plus

Die Börse in China nahm nach einer einwöchigen Pause anlässlich des Nationalfeiertags zum 70-jährigen Bestehen der Volksrepublik den Handel wieder auf und legte leicht zu. Die Anleger blieben vorsichtig, da US-Präsident Donald Trump zwar Hoffnungen auf erfolgreiche Handelsgespräche machte, er aber ein schnelles Abkommen zwischen China und den USA für unwahrscheinlich erklärte.

Nikkei
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Die Börse in Shanghai lag 0,9 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 1,2 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans bewegte sich kaum. Die Börse in Tokio zeigte sich leicht erholt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1 Prozent höher bei 21.596 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,8 Prozent und lag bei 1586 Punkten.

Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,1 Prozent auf 107,37 Yen und gab 0,3 Prozent auf 7,1266 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent höher bei 0,9952 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,0974 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 1,0922 Franken an. Das Pfund Sterling stagnierte bei 1,2292 Dollar.  

07:14 Uhr

Hongkonger Börse gibt Übernahme für Konkurrenten LSE auf

Der Hongkonger Börsenbetreiber HKEX gibt seine Übernahmepläne für den britischen Konkurrenten LSE auf. Es sei nicht gelungen, das Management der London Stock Exchange (LSE) von dem Geschäft zu überzeugen, begründete die Hong Kong Exchanges and Clearing (HKEX) am Dienstag ihren Rückzug.

Sie hatte 39 Milliarden Dollar für die Übernahme geboten. Man sei nach wie vor der Ansicht, dass ein Zusammengehen der beiden Börsen strategisch richtig gewesen wäre.