Dienstag, 08. September 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:38 Uhr

Starker Westwind drückt Dax unter 13.000

Der verspätete Einstieg der US-Börsen in die Handelswoche hat wieder für mehr Unruhe an den europäischen Aktienmärkten gesorgt - zumal die US-Indizes diesen mit kräftigen Verlusten vollzogen haben.  "Die Anleger haben Angst vor einer stärkeren Korrektur der hochbewerteten Technologie-Werte, die auch noch hochgewichtet sind", sagte ein Börsianer in Frankfurt. Außerdem rückten Risikofaktoren wie der Brexit und die US-Wahl näher.

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An der Wall Street kam es zu weiteren Wertberichtigungen bei den sogenannten FAANG-Aktien. Der Blick war aber auf die Tesla-Aktie gerichtet, die ihre Korrektur mit Abschlägen von zeitweise fast 20 Prozent fortsetzte.  

Die Verluste in Amerika belasteten auch den deutschen Aktienmarkt. Der Dax grenzte zum Handelsschluss seinen Verlust noch etwas ein und verlor 1,0 Prozent auf 12.968 Punkte, sein Tagestief lag bei 12.857 Punkten. Der MDax gab um 1,3 Prozent auf 27.203 Zähler, der TecDax um 1,7 Prozent auf 3022 Stellen nach. Der EuroStoxx50 notierte 1,3 Prozent tiefer bei 3269 Punkten.

Auch in Frankfurt standen die Techwerte unter Druck. So gaben Infineon 1,9 Prozent ab, SAP verbilligten sich um 2,5 Prozent. Stärker präsentierten sich am Tag des Autogipfels die entsprechenden Aktien: VW gewannen 0,9 Prozent, Daimler 1,1 Prozent und BMW 0,9 Prozent. Aber da spielt wohl auch viel Hoffnung mit.

17:13 Uhr

Scholz sieht deutsche Banken als "relativ stabil" an

In welchem Zustand befinden sich eigentlich die deutschen Banken? Bundesfinanzminister Olaf Scholz rechnet rechnet nach dem Staatseinstieg bei der Lufthansa nicht mit weiteren Beteiligungen an den Geldinstituten. "Dafür gibt es keinen Bedarf", sagte der SPD-Politiker bei einer Bloomberg-Veranstaltung. Die Geldhäuser seien trotz Coronavirus-Krise "relativ stabil".

Der deutsche Staat ist seit der Finanzkrise an der Commerzbank beteiligt. Außerdem sind viele Landesbanken und Sparkassen traditionell staatlich geprägt.

16:44 Uhr

Karosserie aus fast einem Guss mit Teslas "Gigapresse"

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Ab Mitte des kommenden Jahres soll in Grünheide produziert werden.

(Foto: dpa)

Die neue Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide soll ohne den üblichen Wald an Robotern in der Montage des Model Y auskommen und damit einen Effizienzsprung in der Produktion schaffen. Denn Hunderte von Robotern werden überflüssig, wenn riesige Druckgussmaschinen die Autokarosserien aus Aluminium in wenigen großen statt Dutzenden kleineren Teile gießen, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Tesla-Chef Elon Musk wolle die Autohülle aus so wenigen Modulen wie möglich bauen. Auf dem Blog "Tesmanian" hieß es, acht dieser "Gigapressen" kämen in die Fabrik nahe Berlin. Tesla reagierte auf Anfragen dazu nicht.

Mitte August hatte Tesla-Chef Elon Musk bereits über die größte Gussmaschine aller Zeiten geschwärmt. Die "Gigapresse" soll den Umfang eines kleinen Hauses haben, sie wird von IDRA Srl in Italien gebaut.

16:33 Uhr

Harter Brexit könnte auch Euro aufweichen

Die Sorgen um einen harten Brexit könnten dem Euro schaden, zumal derzeit auch viele Akteure auf einen festeren Euro wetteten.

  • "Es kommt der Punkt, da wird das Gerede über einen schlechten Brexit auf dem Euro lasten und die immer noch vielen 'Longs' unter Stress setzen", sagt Analyst Kit Juckes von Societe Generale.

Er sieht eine 60-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass der Euro unter 1,1750 US-Dollar fallen wird. Sollte es noch weiter abwärts gehen auf 1,15, dann gäbe es Luft für das Pfund, eine Weile in den Bereich 1,25/1,30 Dollar abzurutschen. Eine Erholung des Dollar nach dessen jüngsten Rückgängen hält der Experte für überfällig.

Aktuell liegt der Euro mit knapp 1,1773 Dollar deutlich im Minus und das Pfund mit 1,3050 Dollar 0,8 Prozent zurück.

Euro-Banknoten und Euromünzen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Symbolbild

(Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Symbolbild)

16:21 Uhr

Auch der Nachhaltigkeitsindex erholt sich rasant

Renditen und soziale Verantwortung schließen sich nicht aus. Wer nachhaltig investieren möchte, der kann neuerdings auf einen nachhaltigen Index setzen. Wie sich dieser Dax 50 ESG schlägt und welche Aspekte bei nachhaltigen Geldanlagen eine wichtige Rolle spielen, darüber spricht Bianca Thomas mit Volker Meinel von BNP Paribas.

16:02 Uhr

Tesla schließt milliardenschwere Kapitalerhöhung ab

Tesla hat sich mit der Ausgabe neuer Aktien einen großen Batzen frisches Geld bei Anlegern besorgt. Der Elektroautopionier von Starunternehmer Elon Musk gab den Vollzug einer Kapitalerhöhung im Volumen von 5 Milliarden US-Dollar bekannt. Tesla verfolgt ehrgeizige Wachstumsziele und investiert kräftig in diverse Projekte wie den Bau seines ersten europäischen Werks in Grünheide bei Berlin.

Entsprechend hoch ist der Mittelbedarf des Unternehmens aus dem kalifornischen Palo Alto.  Mit der Kapitalerhöhung nutzte Tesla eine monatelange Rekordrally an der Börse aus. Heute steckt die Tesla-Aktien allerdings tief im Minus, was allerdings auch an der Bekanntgabe einer strategischen Partnerschaft des kleineren Rivalen Nikola mit dem US-Branchenriesen General Motors lag.

Tesla Motors (USD)
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15:42 Uhr

Wall Street mit knallrotem Wochenstart - Tesla stürzt ab

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die US-Börsen sind mit Verlusten in den Handel gestartet. Der Dow Jones gab um 1,6 Prozent auf 27.683 Punkte nach. Der marktbreite S&P 500 gab um 2,0 Prozent auf 3360 Zähler nach. Noch stärker fiel der Technologiewerte-Index Nasdaq mit minus 3,7 Prozent auf 11.190 Punkte.

Die sogenannten FAANG-Aktien Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google fielen zwischen 2,4 und 4,4 Prozent. Für den Technologie-Subindex im S&P-500 ging es um 3,5 Prozent abwärts.

Neben den sich ausweitenden Gewinnmitnahmen der zuletzt stark nach oben gelaufenen Technologiewerte belastet auch das deutliche Minus der Tesla-Aktie, die um 15,7 Prozent einbrach. Die Titel haben wider Erwarten nicht den Aufstieg in den S&P 500 geschafft.

In Frankfurt verringerte der Dax seinen Verlust etwas und gab "nur" noch 1,5 Prozent auf 12.900 Punkte nach. Der EuroStoxx50 fiel um 1,8 Prozent auf 3254 Stellen.

15:08 Uhr

GM und Nikola werden Partner - Nikola-Kurs schießt hoch

General Motors (GM) hat sich für einen elektrischen Pickup-Truck einen Partner ins Boot geholt. Der Konzern hat eine strategische Partnerschaft mit der Nikola Corp geschlossen, wie die Unternehmen gemeinsam mitteilten. Im Zuge der Vereinbarung übernimmt GM 11 Prozent der Nikola-Anteile und kann ein Mitglied in den Verwaltungsrat entsenden. Die Nikola-Aktie klettert im vorbörslichen Handel um 47 Prozent.

Das erste Projekt der Partnerschaft wird ein elektrischer Pickup-Truck mit dem Namen Nikola Badger sein. Die Produktion soll Ende 2022 beginnen. Nikola wird in Gegenzug für 2 Milliarden US-Dollar in neu ausgegebenen Aktien Zugang zu Dienstleistungen und Komponenten von GM erhalten.

14:59 Uhr

Dax sackt weiter ab

Das amerikanische Vorbeben hat die deutschen Aktieninidizes noch weiter nach unten gedrückt. Der Dax verlor gut eine halbe Stunde vor Eröffnung des Handels an der Wall Street 1,7 Prozent auf 12.880 Punkte. Der EuroStoxx50 gab um 2,0 Prozent auf 3249 Zähler nach.

Fast alle Dax-Werte notierten im Minus. Nur BASF und Deutsche Post verzeichneten geringe Zugewinne.

14:48 Uhr

Coba-Analysten stufen VW-Aktie auf "Kaufen" hoch

Die Analysten von Commerzbank Technical Analysis and Index Research haben die im Dax notierten Vorzugsaktien von Volkswagen aus charttechnischer Sicht auf "Kaufen" hochgestuft.

Derzeit arbeite der Kurs am Abschluss einer so genannten Flaggenformation, die sich seit Juni herausgebildet habe, hieß es. Damit deute sich ein neues Investment-Kaufsignal an. Erstes technisches Etappenziel sei nun die Zone zwischen 160 und 162 Euro. Am Nachmittag gab die VW-Aktie um 0,6 Prozent nach auf 148,82 Euro.

VW Vorzüge
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14:26 Uhr

Aktie von Covid-19-Impfstoffentwickler unter Druck

Moderna Inc.
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Dem US-Biotechkonzern Moderna macht eine Herabstufung durch die Investmentbank SVB Leerink auf "Underperform" von "Market perform" zu schaffen. Die Aktien des Covid-19-Impfstoffentwicklers gaben vor Start der US-Börsen 3,7 Prozent auf 60,30 Dollar nach. Die Analysten stutzten das Kursziel auf 41 Dollar von zuvor 58 Dollar.

Zwar habe das Unternehmen als erstes mit seinem Impfstoff-Kandidaten Phase-III-Studien gestartet. Dieser Vorsprung sei mittlerweile aber verloren gegangen, teilte die Bank mit. Der heimische Rivale Pfizer werde wohl noch vor Moderna Daten aus der fortgeschrittenen Studie melden können.

14:00 Uhr

Großer Lokomotiv-Auftrag für Siemens

Siemens hat von der Deutschen Bahn einen womöglich milliardenschweren Lokomotiv-Auftrag erhalten. Die Unternehmen schlossen einen Rahmenvertrag über bis zu 400 kombinierte Diesel- und Elektroloks für den Güterverkehr. Das entspricht laut Siemens einem Investitionsvolumen von deutlich über einer Milliarde Euro.

Dank ihrer beiden Antriebe können die Maschinen nahtlos zwischen Streckenabschnitten mit und ohne Oberleitung wechseln. Das soll CO2-Emissionen vermeiden und bei Fahrten von elektrifizierten Hauptbahnen auf Anschlussbahnen bei Kunden aufwendige Lokwechsel ersparen. Siemens will die ersten bestellten 100 Loks der Baureihe 248 ab 2023 liefern.

Die Siemens Aktie notierte in einem insgesamt ungünstigen Umfeld 1,7 Prozent tiefer.

13:40 Uhr

Südafrikas Wirtschaft erlebt gigantischen Einbruch

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(Foto: dpa)

Mal wieder ein Blick über den europäischen Tellerrand hinaus: Die Corona-Krise hat der südafrikanische Wirtschaft im zweiten Quartal den tiefsten Einbruch seit mindestens 100 Jahren beschert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte um annualisiert 51 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Das ist einer der stärksten Rückgänge, die während der Pandemie von einer größeren Volkswirtschaft verzeichnet wurde.

Südafrika verhängte Ende März einen strengen Lockdown, schloss die meisten Unternehmen und verbot den Verkauf von Alkohol, Zigaretten und anderen nicht als wesentlich erachteten Gütern, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

13:15 Uhr

Wall Street funkt tiefrote Signale - Dax unter 13.000

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(Foto: REUTERS)

Da bahnt sich Ungemach an: Mit einem kräftigen Abschlag dürfte die Wall Street in die neue Woche starten. Am Montag fand aufgrund eines Feiertages kein Handel statt. Dabei dürften vor allem die Technologiewerte unter Druck stehen. Für den Nasdaq-Future geht es um 2,4 Prozent nach unten. Dabei belastet vor allem das erneute Minus der Tesla-Aktie, die vorbörslich gut 10 Prozent verliert. Die Titel haben wider Erwarten nicht den Aufstieg in den S&P-500 geschafft. Der Future auf den S&P-500 reduziert sich aktuell um 0,6 Prozent.

Daneben dürfte auch eine sich abzeichnende erneute Verschärfung des Konflikts zwischen den USA und China auf dem Sentiment lasten. US-Präsident Donald Trump hatte am Montag angekündigt, dass er eine "Entkoppelung" von China plane und dorthin verlagerte Arbeitsplätze wieder zurück in die USA holen wolle. Zudem erwägt die US-Regierung neue Exportbeschränkungen für Chinas Chipindustrie.

Der Dax ist vorsorglich schon mal weiter abgetaucht. Er verlor nunmehr 1,0 Prozent auf 12.971 Punkte. Der MDax notierte 1,4 Prozent tiefer bei 27.172 Zähler. Der TecDax sackte um 1,9 Prozent auf 3015 Stellen ab. Der EuroStoxx50 rauschte um 1,2 Prozent auf 3274 Punkte runter.

13:05 Uhr

Wirecard-Auslandstöchter sind begehrt

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(Foto: picture alliance/dpa)

Der Insolvenzverwalter der Wirecard AG kommt mit den Verkäufen der internationalen Geschäfte weiter voran. So werden für die Wirecard Romania SA bereits in der kommenden Woche verbindliche Angebote der "zahlreichen" Interessenten erwartet, wie Michael Jaffé mitteilte. Für zwei Tochterfirmen in Indonesien und eine in Vietnam liegen nach Angaben des Rechtsanwalts bereits vorläufige Angebote vor. Für weitere asiatische Gesellschaften der Wirecard Sales International Holding GmbH (WDSI) sollen die Verkaufsprozesse in Kürze beginnen.

Die Restrukturierung und Verwertung der Wirecard Asia Holding Pte. Ltd. (Singapur) sowie die Wirecard Singapore Pte. Ltd. soll ein vom Insolvenzverwalter ernannter Chief Restructuring Officer (CRO) übernehmen. Die Bestellung müssen die Behörden in Singapur noch absegnen.

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12:40 Uhr

Friedrich Merz zu Prämien für Verbrenner und Ladesäulen

Friedrich Merz (CDU) spricht. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild

(Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild)

Der heutige Autogipfel ruft auch den möglichen Unions-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz auf den Plan. Der CDU-Politiker lehnt weitere Prämien für Verbrennungsmotoren ab. Wenn nun Geld in die Hand genommen werde, sollte dies eher auf der Angebotsseite bei der Ladeinfrastruktur geschehen und nicht auf der Nachfrageseite, sagte Merz der "Welt". "Die Infrastruktur in Deutschland ist mit Ladestationen bei weitem nicht ausreichend, da müsste mehr geschehen."

Zum Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, den Kauf eines CO2-sparsameren Benzin- oder Dieselfahrzeugs zu fördern, zeigte sich Merz "grundsätzlich skeptisch". Bereits bei der Absenkung der Mehrwertsteuer habe sich gezeigt, dass diese Maßnahme sehr viele Steuern koste, aber relativ wenig bringe und Mitnahmeeffekte auslöse.

11:56 Uhr

Ölpreise gehen deutlich runter

Bewegung herrscht heute auch an der Ölfront. So ist es mit den Preisen wegen der Sorge vor einer sinkenden Nachfrage nach unten gegangen. Ein Fass US-Leichtöl WTI verbilligte sich kurz vor Mittag um 1,6 Prozent auf 39,29 US-Dollar. Auf die Stimmung drückte auch, dass mit dem Ende der Haupt-Fahr- und Ausflugssaison in den USA nach dem langen US-Labor-Day-Wochenende weniger getankt wird. Die Sorte Brent aus der Nordsee gab um 1,4 Prozent auf 41,43 Dollar je Barrel nach.

Am Vortag hatten bereits Preisnachlässe des staatlichen saudi-arabischen Ölkonzerns Aramco dem Ölpreis weltweit zugesetzt.

11:31 Uhr

Deutscher Arbeitskostenindex steigt wie nie

Arbeit in Deutschland hat sich im zweiten Quartal so kräftig verteuert wie seit mindestens 24 Jahren nicht mehr. Die Arbeitskosten je geleisteter Stunde lagen zwischen April und Juni 5,1 Prozent höher als vor Jahresfrist, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dies ist der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahr, der seit Beginn des Arbeitskostenindex 1996 jemals ausgewiesen wurde.

Im Vergleich zum ersten Quartal 2020 verteuerten sich die Kosten für die Arbeitgeber  - also Bruttoverdienste plus Lohnnebenkosten - um 1,9 Prozent.

  • "Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass viele Unternehmen ihre Produktion und Aktivitäten im Zuge der Corona-Krise einschränkten oder einschränkten mussten", sagte Direktor Sebastian Dullien vom gewerkschaftsnahen IMK-Institut.
11:05 Uhr

Dax klar im Minus - Tesla-Kurs stürzt vorbörslich ab

Im Verlauf des Vormittags hat der Dax den Rückzug angetreten. Der Leitindex sackte um 0,6 Prozent auf 13.022 Punkte ab. Der EuroStoxx50 verringerte sich um 0,9 Prozent auf 3286 Zähler. Die Aktionäre agierten am Tag des Eintritts der US-Börsen in die Handelswoche äußerst vorsichtig.

Denn aus den USA kamen besorgniserregende Signale. So geriet die Aktie des E-Auto-Pioniers Tesla bereits Stunden vor Eröffnung der Wall Street unter Druck. Nachdem das Papier doch nicht in den S&P-500-Index aufgenommen worden ist, gaben die Anteilsscheine vorbörslich rund 10 Prozent nach.

In Frankfurt ging es am Tag des Autogipfels mit den Autowerten abwärts. Sie verloren bis zu 1,2 Prozent.

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10:49 Uhr

Banger Blick auf die Wall Street - Techwerte unter Druck

Heute beginnen die US-Börsen ihre verkürzte Handelswoche. Vor Eröffnung an der Wall Street herrscht Sorge über die weitere Kursentwicklung bei den Technologiewerten. In Frankfurt verbilligten sich Infineon um 2,4 Prozent und zählten damit zu den schwächsten Dax-Werten.

Bechtle fielen um 2,7 Prozent und Dialog Semiconductor sogar um 3,4 Prozent. Europaweit waren Technologiewerte mit einem Minus von durchschnittlich 2,2 Prozent der mit Abstand schwächste Sektor.

10:29 Uhr

Nazi-Fotos im Geschäftsraum: VW kündigt Autohändler in Mexiko

Nach heftiger Kritik wegen Fotos aus der Nazizeit in den Räumen eines mexikanischen Autohauses hat sich Volkswagen von dem Händler getrennt. Man habe beschlossen, "sämtliche Geschäftsbeziehungen zu beenden", erklärte der Dax-Konzern.

In den Geschäftsräumen des VW-Autohauses in Mexiko-Stadt hing ein Bild von der Grundsteinlegung des Volkswagen-Stammwerks im heutigen Wolfsburg im Jahr 1938 mit Adolf Hitler und zahlreichen Hakenkreuzen an der Wand.

10:08 Uhr

Rüstungskonzern startet Projekt Börsengang

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Ein F-35-Tarnkappenjet mit einem Radargerät von Hensoldt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Rüstungselektronik-Konzern Hensoldt gibt den Startschuss für seinen Gang an die Frankfurter Börse. Die angebotenen Aktien werden zum einen aus dem Bestand des Finanzinvestors KKR stammen, dem das Unternehmen aus Taufkirchen bei München seit 2016 gehört. Zudem will das Unternehmen selbst frisches Geld durch die Ausgabe neuer Aktien aus einer Kapitalerhöhung einsammeln, um sein Wachstum zu finanzieren und die Bilanz zu stärken.

KKR hatte vor vier Jahren für 1,1 Milliarden Euro die Rüstungselektronik-Sparte des Flugzeugbauers Airbus gekauft und sie später in Hensoldt umbenannt. Der Rüstungskonzern stellt mit mehr als 5400 Mitarbeitern Sensoren, optoelektronische Systeme und Systeme für elektronische Kampfführung und Avionik her. 2019 erwirtschaftete das Unternehmen 1,11 Milliarden Euro Umsatz, die bereinigte Ebitda-Marge lag bei 19,3 Prozent.

Der Börsengang solle vorbehaltlich des Kapitalmarktumfelds bis Ende des Jahres 2020 abgeschlossen werden, erklärte Hensoldt.

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09:55 Uhr

Easyjet fährt Flugangebot zurück - Aktienkurs fällt stark

Easyjet
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Corona macht der Flugbranche weiter sehr zu schaffen. Easyjet fährt wegen der neuen Reisewarnungen und Quarantäneregeln für wichtige Urlaubsländer sein Flugangebot zurück. Im laufenden Quartal bis Ende September werde das Unternehmen etwas weniger als die angekündigten 40 Prozent seiner Kapazität anbieten, teilte der britische Billigflieger mit. Die neuen Beschränkungen verunsicherten die Verbraucher weiter, sagte Easyjet-Chef Johan Lundgren. Die Nachfrage nach Flugtickets dürfte daher noch schwächer ausfallen als bisher angenommen.

So warnen die britischen und deutschen Behörden wegen gestiegener Infektionszahlen vor Reisen nach Spanien einschließlich der Balearen und der Kanarischen Inseln. Gestern entschied die britische Regierung zudem, dass Rückkehrer von sieben griechischen Inseln nach ihrer Ankunft 14 Tage in Quarantäne gehen müssen.

Mit der Easyjet-Aktie ging es am Vormittag um 4,2 Prozent nach unten.

09:27 Uhr

Söder warnt vor Massenarbeitslosigkeit in der Autoindustrie

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(Foto: dpa)

Vor dem Autogipfel hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder seine Forderung nach einer finanziellen Unterstützung der Autoindustrie über die Förderung von E-Autos hinaus erneuert und vor Massenarbeitslosigkeit in der deutschen Schlüsselindustrie gewarnt.

  • "Wir brauchen für den Übergang von sehr, sehr gut hergestellten Autos, die heute viel besser für das Klima übrigens sind, als die, die jetzt auf der Straße sind, eine Lösung", sagte der CSU-Politiker im ZDF.
  • "Und wir brauchen auch ein Angebot für Hunderttausende von Arbeitsplätzen, die in dem klassischen Bereich arbeiten". Sonst drohe "nicht nur Kurzarbeit, sondern irgendwann Massenarbeitslosigkeit".

Zuvor hatte sein Parteikollege, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, im Deutschlandfunk eine Kaufprämie für Autos mit Verbrennungsmotoren gefordert. Es stünden "viele moderne Fahrzeuge auf Halde. Die müssen vom Hof", sagte er.

09:21 Uhr

Dax nur unwesentlich fester - Lufthansa-Aktie unter Druck

Lufthansa
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Der deutsche Aktienmarkt ist uneinheitlich in den Handel gestartet. Der Dax stieg um 0,1 Prozent auf 13.115 Punkte. MDax und TecDax verloren geringfügig. Der EuroStoxx50 legte um 0,2 Prozent auf 3319 Stellen zu. Die besser als erwartet auf gefallenen Daten zu den deutschen Juli-Exporten wurden lediglich zur Kenntnis genommen. Die Anleger schauen auf den heutigen Autogipfel mit Kanzlerin Angela Merkel, der allerdings nach Handelsschluss stattfindet.

Lufthansa zählten mit minus 2,2 Prozent zu den größeren Kursverlierern am Dienstagmorgen. Auch Airbus fielen um 0,7 Prozent, obwohl konjunkturnahe Branchen gesucht sind. Grund sind Presseberichte über noch stärkere Pläne zur Gesundschrumpfung bei Lufthansa. Es könnten noch mehr Flugzeuge stillgelegt werden.

09:03 Uhr

Pluszeichen in Asien - Warten auf US-Impulse

Ohne Impulse aus den USA wegen eines verlängerten Wochenendes haben sich die asiatischen Aktienmärkte fester gezeigt. In Tokio legte der Nikkei 0,8 Prozent auf 23.274 Punkte zu, obwohl vorgelegte Daten einen Rekordrückgang des japanischen Bruttoinlandprodukts infolge der Coronavirus-Pandemie belegten. Die Börse in Shanghai machte anfängliche Verluste im Handelsverlauf wieder wett und notierte 0,8 Prozent höher. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verlor 0,4 Prozent.

08:51 Uhr

Lufthansa muss wohl noch mehr sparen

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(Foto: picture alliance/dpa)

Der Vorstand der Lufthansa überarbeitet als Antwort auf die Krise seine Strategie. Das berichtet das "Handelsblatt". Die verschiedenen Airline-Marken der angeschlagenen Fluggesellschaft sollen bleiben, ebenso die Drehkreuze. Große Hoffnungen liegen demnach auf "Ocean", der neuen Plattform für Privatreisende in Frankfurt und München. Hinzu kämen Corona-Maßnahmen, etwa die Schrumpfung der Flotte um 100 Jets und der Abbau von rechnerisch 22.000 Stellen.

Doch schon jetzt sei klar, dass das nicht reichen wird. Bald müsse nachjustiert werden. Bis zum Jahresende werde die Lufthansa anstatt der erhofften 60 Prozent lediglich 40 Prozent ihrer Kapazität anbieten können.

  • "Wir waren anfangs zu zuversichtlich, dass die Folgen der Pandemie schneller überwunden werden können", zeigt sich ein Aufsichtsrat selbstkritisch. "Es ist durchaus möglich, dass die Flotte um mehr als 100 Flugzeuge schrumpfen wird", heißt es in Konzernkreisen. Deshalb könnte letztlich auch der Jobabbau größer ausfallen als angekündigt.
08:26 Uhr

Deutsche Exporte im Juli weit über Prognosen

Na, der Tag beginnt doch ganz ordentlich. Die deutsche Wirtschaft hat nämlich ihre Ausfuhren im Juli trotz der Pandemie kräftig gesteigert. Zudem war der Zuwachs stärker als erwartet. Die Exporteure verkauften kalender- und saisonbereinigt 4,7 Prozent mehr im Ausland als im Vormonat. Ökonomen hatten nur ein Plus von 3,3 Prozent erwartet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Exporte allerdings um 11 Prozent niedriger.

Die Importe stiegen im Juli um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Auf Jahressicht stellte sich jedoch ein Rückgang um 11,3 Prozent ein. Der deutsche Außenhandelsüberschuss betrug kalender- und saisonbereinigt 18 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem Aktivsaldo von 16 Milliarden Euro gerechnet.

Die Sonne geht hinter den hochgeklappten Containerbrückenkränen, die normalerweise Schiffe entladen, im Hamburger Hafen unter. Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild

(Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild)

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08:18 Uhr

Italien treibt wohl Anteilsverkauf von Krisenbank voran

Die italienische Regierung treibt Insidern zufolge den Verkauf ihres Mehrheitsanteils an der Krisenbank Monte dei Paschi di Siena voran. Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri habe ein Dekret mit Optionen für eine Veräußerung unterzeichnet, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Damit werde der Weg geebnet für die endgültige Zustimmung durch Ministerpräsident Giuseppe Conte. Das Regierungsdokument, in das die Nachrichtenagentur Reuters Einsicht hatte, sieht neben einer Fusion mit einem anderen Geldhaus vor, Monte Paschi um faule Kredite im Volumen von mehr als acht Milliarden Euro zu entlasten. Dies sei die Voraussetzung dafür, dass die Bank wieder dauerhaft profitabel arbeiten und die Regierung ihre Anteile verkaufen könne, heißt es in dem Dekret. Das Wirtschaftsministerium lehnte eine Stellungnahme ab.

Am Sonntag hatte Reuters von Insidern erfahren, die Regierung in Rom wolle bis Jahresende einen Käufer für die Krisenbank finden. Als geeigneten Partner wird das in Mailand ansässige Geldhaus Banco BMP gesehen. Dieses hat allerdings mitgeteilt, kein Interesse an Monte Paschi zu haben. Die älteste Bank der Welt wurde 2017 mit einem acht Milliarden Euro schweren Rettungspaket der Regierung vor dem Zusammenbruch bewahrt. Der Staat hält derzeit einen Anteil von 68 Prozent. Bis Ende 2021 muss Monte Paschi nach den Vorgaben der EU wieder privatisiert werden.

07:40 Uhr

Autogipfel und Brexit-Gespräche sollen Dax anschieben

Nach dem verlängerten Wochenende an den US-Börsen wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge heute höher starten. Der Tendenz an der Wall Street schenkten Börsianer besonderes Augenmerk, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Dann wird man sehen, ob die Verkäufe anhalten oder ob - wie in den vergangenen Wochen - auch nach dem Rücksetzer sofort wieder neue Käufer in den Markt strömen, um die wochenlang stark gelaufenen Aktien auf tieferen Niveaus einzusammeln." In der vergangenen Woche hatten die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 bis zu 3,3 Prozent verloren.

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Auch den Autogipfel von Politik und Wirtschaft mit Bundeskanzlerin Angela Merkel haben Anleger im Blick. Daneben beobachteten Investoren weiterhin den Verlauf der Brexit-Verhandlungen aufmerksam. Außerdem stehen Zahlen zur deutschen Handelsbilanz und zum Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone auf dem Terminplan.

06:58 Uhr

Japans Wirtschaft stärker eingebrochen als befürchtet

Japans Wirtschaft hat im Zuge der Corona-Krise einen noch drastischeren Rekordeinbruch erlitten als bislang erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der vor Deutschland drittgrößten Volkswirtschaft der Welt sank im zweiten Quartal dieses Jahres - auf das Jahr hochgerechnet - um real 28,1 Prozent, wie die Regierung in Tokio auf Basis revidierter Daten bekannt gab.

  • Zunächst hatten die amtlichen Statistiker einen Rückgang um 27,8 Prozent ermittelt. Japans Wirtschaft war bereits in den beiden Vorquartalen geschrumpft und steckt damit in einer Rezession. Dass der Einbruch diesmal noch viel heftiger ausfallen würde, hatten Ökonomen allgemein erwartet. Der Rückgang der wirtschaftlichen Leistung im zweiten Quartal ist der stärkste, den das Land seit 1980, dem Beginn der Aufzeichnung vergleichbarer Daten, verzeichnet hat.
  • Im Vergleich zum vorangegangenen Quartal ergab sich ein Minus von 7,9 Prozent statt der zunächst errechneten 7,8 Prozent. Im laufenden Quartal rechnen Ökonomen zwar wieder mit einem Aufschwung, doch trübt die Sorge über eine neue Infektionswelle im Land die Erholungsaussichten. Experten nehmen an, dass es noch Jahre dauern wird, bis sich Japan vollständig von den Auswirkungen der globalen Pandemie erholt.
06:17 Uhr

Asiens Märkte stabilisieren sich nach miesem Wochenstart

Nikkei
Nikkei 23.360,30

Bei den asiatische Aktienmärkten hat die japanische Börse heute nach einem leichten Minus zum Wochenstart wieder Fuß gefasst, die Börse in Shanghai rutschte weiter ab. US-Präsident Donald Trump verschärfte seinen Ton gegenüber China, indem er erneut die Idee der Entkopplung der US- und der chinesischen Wirtschaft auf den Tisch legte. Insbesondere Technologieanbieter sind Trump ein Dorn im Auge. "Diese Tech-Aktien wurden teuer, so dass ich ihren jüngsten Rückgang als gesunde Korrektur ansehen würde", sagte Masahiro Ichikawa, Senior-Stratege bei Sumitomo Mitsui DS Asset Management am Dienstag. Bei den Anlegern bestehen zudem Zweifel, dass politischen Entscheidungsträger in den USA möglicherweise nicht bereit sind, die massiven Impulse zu setzen, die sie sich erhofft hatten.

"Die Märkte sind möglicherweise zu weit gegangen, um zu erwarten, dass die Federal Reserve in diesem Monat weitere Lockerungsschritte ankündigt", sagte Masahiko Loo, Portfoliomanager bei AllianceBernstein. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,5 Prozent höher bei 23.211 Punkten, obwohl Regierungsdaten einen Rekordrückgang des japanischen Bruttoinlandprodukts infolge der Coronavirus-Pandemie belegten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,1 Prozent und lag bei 1612 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,3 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,4 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 0,2 Prozent.