Donnerstag, 19. März 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:38 Uhr

Weiter große Nervosität - Dax schafft dennoch ordentliches Plus

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(Foto: dpa)

Das grassierende Coronavirus hat auch heute dafür gesorgt, dass Europas Börsen nicht zur Ruhe kommen. Dennoch herrschte eine gewisse Stabilität, massive Kurseinbrüche wie an den vergangenen Tagen blieben aus. Im Handel war von einem gewissen Gewöhnungseffekt die Rede. Analysten wiesen zudem darauf hin, dass den Einbrüchen wie heute beim deutschen Ifo-Index und beim amerikanischen Philly-Fed-Index weitere folgen werden.

Einen wichtigen Anteil an den Stabilisierungsansätzen hat die Ankündigung eines Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) durch die EZB, was als ein "Whatever it takes 2.0" interpretiert wird. Das neue Programm hat ein Volumen von zunächst 750 Milliarden Euro und wird bis mindestens Ende 2020 laufen.

Der deutsche Aktienmarkt vollzog heute eine wahre Berg- und Talfahrt. Diese Hypervolatilität wird auch in den kommenden Tagen und Wochen erhalten bleiben. Am Ende gewann der Dax 2,0 Prozent auf 8610 Punkte. Der MDax legte um 3,6 Prozent auf 18.557 Zähler zu. Der TecDax kletterte um 3,2 Prozent auf 2273 Stellen. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 2,5 Prozent auf 2444 Punkte nach oben.

Bei den Dax-Werten lag die zuletzt arg gebeutelte MTU-Aktie mit plus 15,5 Prozent klar vorn. Den größten Verlust verzeichneten Heidelbergcement mit minus 5,9 Prozent. Morgen wird es erneut spannend, weil dann auch noch der große Verfallstag, der sogenannte Hexensabbat, ansteht.

17:05 Uhr

Commerzbank hält vorerst an Dividende fest

Commerzbank
Commerzbank 4,73

Na, das wird den Aktionären zumindest ein flüchtiges Lächeln ins Gesicht zaubern: Die Commerzbank hält trotz der Corona-Pandemie bislang an der geplanten Dividende fest.

  • "Im Moment gehen wir davon aus, dass wir die Dividende für 2019 zahlen werden", sagte Finanzchefin Bettina Orlopp bei einer Branchenkonferenz in London. Letztendlich werde aber die Hauptversammlung darüber entscheiden, die nach bisherigen Plänen im Mai stattfinden soll.

Im Februar hatte die Commerzbank angekündigt, den Aktionären für 2019 eine Dividende von 15 Cent je Aktie zu zahlen - fünf Cent weniger als im Vorjahr. Wie geht es der Coba-Aktie? Am Nachmittag legte sie um 5,3 Prozent auf 3,27 Euro zu.

17:00 Uhr

FDP-Chef sorgt sich um Ankommen der Hilfsgelder

EZB und Bundesregierung sagen der Wirtschaft Milliarden-Hilfsgelder zu, um die massiven Effekte der Coronakrise abzufedern. FDP-Chef Lindner ist in Sorge, ob die finanzielle Unterstützung rechtzeitig ankommt. Außerdem spricht er im ntv-Interview über eine mögliche Ausgangssperre.

16:44 Uhr

Uber-Aktienkurs geht durch die Decke

Na, das ist hinsichtlich weltweit fallender Kurse doch ein Lichtblick: Optimistische Aussagen zu den Zukunftsaussichten haben Uber den größten Kurssprung der Unternehmensgeschichte beschert. Die Aktie des Fahrdienst-Vermittlers stieg um fast 36 Prozent.

Dem Sender CNBC zufolge hat Firmenchef Dara Khosrowshahi Investoren versichert, sein Unternehmen verfüge über ausreichend Finanzreserven, die Coronavirus-Krise zu überstehen.

Uber
Uber 28,10

16:27 Uhr

Britischer Leitzins gesenkt

Auch die britische Zentralbank lockert ihre Geldpolitik angesichts der Corona-Krise weiter. Die Bank of England (BoE) senkte den Leitzins um 0,15 Prozentpunkte auf 0,1 Prozent.

Der Schritt folgt auf eine deutliche Reduzierung vor gerade gut einer Woche. Zudem kündigte die Notenbank an, wieder Staats- und Unternehmensanleihen kaufen zu wollen. Dazu will sie 200 Milliarden Pfund in die Hand nehmen.

15:40 Uhr

Wohin denn nun? Dow und Dax drehen sich wie Wetterhähne

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(Foto: REUTERS)

Nach dem dicken Minus folgt nun ein kleines Plus: An der Wall Street hat sich gute eine Stunde nach Handelsbeginn mehr und mehr die grüne Farbe durchgesetzt. Der Dow Jones rückte um 0,8 Prozent auf 20.062 Punkte vor. Der S&P-500 stieg um 1,1 Prozent auf 2423 Stellen.

Das sorgte für ein Ergrünen des Dax, der um 0,5 Prozent auf 8484 Punkte zulegte. Auch der EuroStoxx50 drehte ins Plus und gewann 1,8 Prozent auf 2429 Zähler. Insgesamt herrscht an den Märkten nach wie vor große Nervosität, denn mit den Zugewinnen war es auch wieder schnell vorbei. Es eben derzeit alles anders.

15:23 Uhr

BMW hinsichtlich des China-Marktes optimistisch

Nach dem Absatzeinbruch auf dem weltgrößten Automarkt im Februar denkt BMW bereits an die Zukunft. Die Münchner rechnen bereits kurzfristig mit einer Erholung. Im April dürfte es eine Normalisierung in China geben, sagte Konzernchef Oliver Zipse. Es könnte sogar zu einer größeren Nachfrage kommen, so dass möglicherweise auch ein Teil des Verkaufsrückgangs der vorherigen Monate kompensiert werden könne. Im März rechne BMW in China damit, zwei Drittel des normalen Volumens zu erreichen, sagte Finanzvorstand Nicolas Peter während der Analystenkonferenz.

Der chinesische Automarkt war wegen Händlerschließungen und der Kaufzurückhaltung infolge des Virusausbruchs im Februar eingebrochen. Nur 310.000 Fahrzeuge wurden branchenweit verkauft - ein Einbruch um 79 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

15:13 Uhr

MAN macht Münchner Werk vorerst dicht

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(Foto: dpa)

Nun auch MAN: Der Lkw-Hersteller schließt seine Produktion im Münchner Stammwerk bis auf Weiteres und folgt damit dem Mutterkonzern Volkswagen. In anderen Werken im In- und Ausland wird die Produktion zumindest heruntergefahren.

Wegen der Corona-Pandemie hatte MAN bereits am Dienstag Kurzarbeit für seine deutschen Standorte angekündigt. Vertriebs- und Servicestandorte sollen zunächst weiterarbeiten.

15:05 Uhr

US-Jobmarkt verzeichnet Corona-Bremsspuren

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(Foto: picture alliance / dpa)

Am bislang so robusten US-Arbeitsmarkt gibt es erste Auswirkungen durch die Corona-Krise. In der vergangenen Woche stellten 288.000 Amerikaner neu einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe, wie das US-Handelsministerium mitteilte. Das ist der höchste Wert seit September 2017. Der Anstieg war deutlich stärker als erwartet: Ökonomen hatten lediglich mit 220.000 gerechnet, nachdem es in der Vorwoche 211.000 waren.

Die Erstanträge gelten als wichtiger "Echtzeitindikator" der wirtschaftlichen Lage, da sie nur mit einer Verzögerung von einer Woche veröffentlicht werden. Experten erwarten, dass dies nur der Auftakt für weitere Hiobsbotschaften ist.

14:42 Uhr

Dickes Wall-Street-Minus zieht Dax weiter runter

Minuszeichen auch an der Wall Street: Die US-Börsen befinden sich auch heute im roten Kursmeer. Der Dow Jones verlor in den ersten Handelsminuten 3,3 Prozent auf 19.250 Punkte. Der S&P-500 notierte 3,0 Prozent tiefer bei 2327 Stellen.

Im Gefolge baute der Dax sein Minus aus - er verlor 2,0 Prozent auf 8273 Punkte. Der EuroStoxx50 sank um 1,3 Prozent auf 2356 Zähler.   

14:22 Uhr

Lufthansa-Chef Spohr: "In unserer Branche lächelt niemand mehr"

Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Sars-Cov-2 treffen die Reise- und Touristikbranche schwer. Lufthansa-Chef Carsten Spohr verkündet die Streichung von 95 Prozent der Flüge. Die übrigen Kapazitäten würden im Wesentlichen für die Rückkehr deutscher Staatsbürger eingesetzt.

14:11 Uhr

Amerikas Philly-Fed-Index macht schlapp

Die Lage der US-Industrie in der Region Philadelphia hat sich im März deutlicher als erwartet verschlechtert. Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank of Philadelphia sank auf minus 12,7 (Februar: plus 36,7) Punkte. Volkswirte hatten einen Indexstand von plus 9,0 prognostiziert.

Der Philly-Fed-Index erfasst die Industrie in der Schlüsselregion im Nordosten und gilt als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die US-Produktion.

13:49 Uhr

Dax zum morgigen großen Verfallstag wohl noch volatiler

An dem - bis jetzt - für diese wilden Zeiten etwas ruhigeren Handelstag machen sich Händler Gedanken, wie es mit dem Dax kurzfristig weitergeht. Beim Leitindex sei mittlerweile "alles drin" und "plus-minus 500 Punkte an einem Tag keine Frage mehr", hieß es in Frankfurt. Denn der Dax stehe derzeit genau in der Mitte der riesigen Seitwärtsspanne, in der jeder Kurs zwischen 8000 und 9000 denkbar sei. "Problematisch ist, dass morgen der große Verfallstag ist", sagt ein Händler.

Denn zum Verfall der März-Futures und -Optionen an den internationalen Terminbörsen könne es noch volatiler werden. Ein Verfall im Dax sogar unter 8000 Punkten könne daher für einige Optionsstillhalter attraktiv erscheinen. Man müsse daher damit rechnen, dass Versuche nach unten bis zum Verfallzeitpunkt im EuroStoxx50 um 12 Uhr und im Dax um 13 Uhr gestartet werden.

Wie sieht's derzeit auf dem Parkett aus? Der Dax notiert 0,9 Prozent tiefer bei 8355 Zählern, der EuroStoxx 0,6 Prozent im Minus bei 2370 Stellen.

13:24 Uhr

Wall Street funkt rote Signale - auch Gold wird abgestoßen

Trotz der gestrigen Talfahrt ist auch heute an den US-Börsen noch kein Boden in Sicht. Die Futures auf die großen US-Aktienindizes lagen vorbörslich bis zu 1,2 Prozent im Minus. Zwar haben Regierungen und Zentralbanken neue Maßnahmen beschlossen, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu mildern, doch ist die Angst der Anleger vor einer Rezession zu groß, als dass sie sich dadurch beruhigen ließen.

Denn die Anleger scheinen am Erfolg der Maßnahmen zu zweifeln und verkaufen selbst Assets, die eigentlich als sichere Häfen in Krisenzeiten gelten. Das zeigt sich am Anleihemarkt, wo die Renditen trotz der heftigen Verluste am Aktienmarkt in den vergangenen Tagen kräftig angezogen haben.

Auch Gold, das vor nicht einmal zwei Wochen bei knapp über 1700 Dollar ein Mehrjahreshoch markierte, wird abgestoßen. Inzwischen kostet die Feinunze nur noch rund 1480 Dollar. Dafür dauert die Flucht in den Dollar als weltweit meistgenutzte Währung an.

Goldpreis
Goldpreis 1.811,28

13:09 Uhr

Schaeffler zieht Reißleine und fährt Produktion runter

Auch der Schaeffler reagiert auf die Coronavirus-Pandemie und drosselt seine Produktion. Gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung sei ein Maßnahmenpaket beschlossen worden, teilte der Herzogenauracher Konzern mit. Dazu gehöre auch Kurzarbeit. Die Maßnahmen würden standortspezifisch getroffen und angepasst an den jeweiligen Bedarf.

  • "Die Ausbreitung des Corona-Virus stellt alle Unternehmen vor große Herausforderungen", sagte Vorstandschef Klaus Rosenfeld. Oberste Priorität sei, die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen, Lieferketten soweit wie möglich intakt zu halten und den Einfluss der Krise auf Kunden zu minimieren.

Schaeffler gehört zu den größten Automobilzuliefern in Deutschland und ist an 170 Standorten in 50 Ländern der Welt aktiv.

Schaeffler Vz
Schaeffler Vz 6,63

12:46 Uhr

ntv-Börsenexpertin Katja Dofel zur EZB-Bazooka

Die Europäische Zentralbank fährt angesichts der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Krise die ganz schweren Geschütze auf. Mit einem Rekord-Notmaßnahmenprogramm sollen deutlich über 100 Milliarden monatlich in die Märkte fließen. Wie reagieren die Märkte? ntv-Börsenreporterin Katja Dofel berichtet.

12:21 Uhr

Institut rechnet mit riesigem BIP-Einbruch im März

Ein Bauarbeiter arbeitet auf einer Baustelle. Foto: Kay Nietfeld/Archivbild

(Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Die deutsche Wirtschaft wird wegen der Einschränkungen durch den Coronavirus in diesem Jahr um fünf bis neun Prozent schrumpfen, erwartet das Institut für Weltwirtschaft (IfW). Sollte die gegenwärtige Stresssituation bis Ende April anhalten und sich ab Mai entspannen, läge der Rückgang bei 4,5 Prozent, teilten die Kieler Forscher mit. Bei einem längeren Lockdown bis August wären es 8,9 Prozent. Allein im März sei mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vormonat um 18 Prozent zu rechnen.

Noch vor einer Woche war das IfW für 2020 von einer annähernd stabilen Wirtschaft ausgegangen. Zu den besonders betroffenen Bereichen mit Rückgängen um 90 Prozent zählen Gastgewerbe, Luftfahrt und die Freizeitwirtschaft im weitesten Sinne. Der Fahrzeugbau werde seine Produktion zeitweise um bis zu 70 Prozent einschränken, der Einzelhandel um 40 Prozent.

11:52 Uhr

Aufsicht: Schweizer Banken funktionieren sehr gut

Die Schweizer Finanzinstitute und die Finanzmarktinfrastruktur des Landes funktionieren nach Einschätzung der eidgenössischen Aufsichtsbehörde Finma trotz der Coronavirus-Krise operationell sehr gut. Banken und Versicherungen seien auch für strenge Stressszenarien gut gewappnet, teilte die Finma mit. Seit der Finanzkrise seien die Kapital- und Liquiditätspuffer der Banken deutlich ausgebaut worden.

Die Behörde mahnte jedoch, dass die Ausschüttungspolitik umsichtig bleiben müsse, insbesondere wenn es um Aktienrückkaufprogramme gehe. Die Dienstleistungen der Finanzinstitute stünden dank digitaler Arbeitsmethoden ohne Unterbrechungen zur Verfügung.

11:30 Uhr

Zu viele negative Nachrichten: Dax dreht ins Minus

Nun ist dem deutschen Aktienmarkt doch die Puste ausgegangen. Die Nachricht von dem riesigen EZB-Hilfsprogramm trat in den Hintergrund. Es sind die unzähligen wirtschaftlichen Negativmeldungen infolge der Coronakrise, die auf die Aktionäre einprasseln. Die riesigen Masse an Nachrichten können gar nicht so schnell verarbeitet werden. Dementsprechend unsicher sind die Reaktionen.

Der Dax fiel kurz vor Mittag um 0,9 Prozent auf 8367 Punkte. Der MDax sackte um 0,5 Prozent auf 17.828 Zähler, der TecDax um 1,0 Prozent auf 2179 Stellen ab. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 0,3 Prozent auf 2380 Punkte abwärts.

11:17 Uhr

Lufthansa-Chef entwirft Szenario für Zeit nach der Krise

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Carsten Spohr

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Corona-Krise wird zu massiven wirtschaftlichen Veränderungen führen. Nach Ansicht von Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr wird die Schrumpfung der Weltwirtschaft auch auf die Luftfahrt durchschlagen. Er rechnet mit einem kleineren Konzern nach der Krise.  "Wir gelangen zu der Erkenntnis, dass die Welt in unserer Branche nach der Krise eine andere sein wird", sagte Spohr. Gleichzeitig teilte er mit, dass der Bund kein Interesse an einem Wiedereinstieg ins Unternehmen habe.

Die Lufthansa und ihre großen Konkurrenten in Europa beklagen sich schon lange, dass es zu viele Airlines in Europa gibt und ihre Marktanteile deshalb deutlich geringer sind als die der größten US-Airlines. Branchenexperten rechnen damit, dass durch die Corona-Krise etliche kleinere Gesellschaften pleite gehen werden.

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10:53 Uhr

Beiersdorf stellt Hunderte Tonnen Desinfektionsmittel her

Beiersdorf
Beiersdorf 98,96

In diesen Tagen werden Desinfektionsmittel dringend gebraucht. Der Kosmetik-Konzern Beiersdorf startet in der Coronakrise mit deren Herstellung. Im ersten Schritt werden mindestens 500 Tonnen Desinfektionsmittel in den Produktionswerken in Hamburg, Waldheim (Sachsen) und im spanischen Tres Cantos hergestellt, teilte das Hamburger Dax-Unternehmen mit.

In enger Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden sollen die Mittel Institutionen und Berufsgruppen zur Verfügung gestellt werden, die gegen das Coronavirus im Einsatz sind. Die Beiersdorf-Aktie notierte am späten Vormittag 4,9 Prozent fester.

10:39 Uhr

Ifo-Chef befürchtet BIP-Minus von bis zu 6 Prozent

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(Foto: picture alliance/dpa)

Wie stark wird die Corona-Pandemie die deutsche Wirtschaft schädigen? Laut Ifo-Chef Clemens Fuest wird "Deutschland in die Rezession stürzen". Bei einem Negativszenario sei in diesem Jahr ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 6 Prozent zu erwarten. Bei einem Szenario mit geringeren Folgen würde die deutsche Wirtschaft um 1,5 Prozent schrumpfen.

Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet einen Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung. Wegen der Coronakrise senkte das DIW seine Jahresprognose für das Bruttoinlandsprodukt von einem Plus von 1,2 Prozent auf ein Minus von mindestens 0,1 Prozent. Das sei jedoch ein sehr optimistisches Szenario, stellte Institutspräsident Marcel Fratzscher klar. Es könne die deutsche Wirtschaft auch deutlich härter treffen. Europaweit müsse die Finanzpolitik noch mehr tun, um eine Pleitewelle zu verhindern.

10:29 Uhr

Dax hält sich (noch) wacker - mieser Ifo-Index haut rein

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(Foto: dpa)

Wie lange hält das? Die europäischen Börsen verzeichnen nach der Entscheidung der EZB zu massiven Anleihekäufen eine leichte Entspannung. Der Dax gewann am Vormittag 0,3 Prozent auf 8467 Punkte. Ein mieser vorläufiger Info-Geschäftsklimaindex kostete dem Leitindex Gewinne. Der EuroStoxx50 legte um 1,2 Prozent zu auf 2416 Stellen zu. Per Saldo sahen Händler erste Signale einer Bodenbildung dank des entschlossenen Eingreifens der USA und der EZB. Fundamental gestützt wird der Dax mittlerweile von seinem Buchwert, den die Analysten der DZ Bank um 8100 Punkte sehen.

Allerdings bleibt die Hypervolitilität an den Märkten in jedem Fall erhalten. Der Markt schaffe es derzeit kaum, die Unzahl neuer Informationen und Meinungen in einen für alle akzeptablen Preis umzusetzen, heißt es im Handel.

Auf dem Frankfurter Parkett sei von einer "Bazooka" der EZB die Rede, schrieb ntv-Börsenexpertin Katja Dofel. Allerdings spreche man auch von einer überforderten EZB. Marktteilnehmer seien der Meinung, dass erst ein sichtbarer Rückgang bei der Ausbreitung des Coronavirus die Märkte beruhigen werde. Das EZB-Geld und die Hilfen seien damit noch nicht bei den Unternehmen und zum Teil sehr kleinen Firmen, die sie wirklich brauchen, so Dofel. Die Frage sei, ob die Verteilung über Kredite durch Geschäftsbanken der richtige Weg ist.

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10:14 Uhr

Ifo-Index mit stärkstem Rückgang seit 1991

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Clemens Fuest

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Coronavirus-Krise schürt in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft Sorgen vor einer kräftigen Rezession. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im März auf 87,7 Punkte, nach 96,0 Zählern im Februar, wie das Münchner Ifo-Institut nach vorläufigen Ergebnissen zu seiner Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilte. Dies ist der stärkste Rückgang seit 1991 und der niedrigste Wert seit August 2009. "Die deutsche Wirtschaft stürzt in die Rezession", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Wegen der weltweiten Auswirkungen des Coronavirus befürchten die meisten Ökonomen 2020 für die exportlastige deutsche Wirtschaft einen deutlichen Konjunktureinbruch. In der Finanzkrise 2009 war die Konjunktur um fast 6 Prozent eingebrochen. Das Ifo will die endgültigen Ergebnisse seiner monatlichen Umfrage unter 9000 Unternehmen am 25. März bekanntzugeben.

09:52 Uhr

Tui macht Vollbremsung - halbes Jahr Kurzarbeit

Auch Tui steht vor Horrormonaten: Der Einbruch des Reisegeschäfts wegen der Corona-Pandemie zwingt den Reisekonzern zu einem harten Sparkurs. Bei Tui Deutschland sollen die Beschäftigten wegen der schwierigen Geschäftslage für ein halbes Jahr in Kurzarbeit gehen. Die mit dem Management vereinbarte Regelung greife für die Zeit vom 1. April bis zum 30. September, hieß es in einer Information von Konzernbetriebsratschef Frank Jakobi an die Mitarbeiter.

Tui ist - wie viele andere Reiseveranstalter, Fluggesellschaften oder Betriebe aus dem Gastgewerbe - aufgrund der globalen Verbreitung des neuen Coronavirus erheblich in Bedrängnis geraten. Die Gespräche über Kurzarbeit-Regelungen liefen bereits seit einigen Tagen.

Tui
Tui 4,20

09:42 Uhr

Stubenhocker befeuern Kurse von Lieferdiensten

Auch die Aktien von Lieferdiensten profitieren weiterhin von den immer zahlreicher werdenden Stubenhockern und Hamsterkäufen.

Hellofresh mit einem Plus von 9 Prozent galt das am Vormittag auch für Shop Apotheke, die 7 Prozent gewannen. Für Zooplus ging es um 8,9 Prozent aufwärts.

09:29 Uhr

Konsumentenverhalten ist gut für Metro - Kurs schießt hoch

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(Foto: imago images / Schöning)

Es gibt Profiteure vom derzeitigen Kaufverhalten der Deutschen infolge der Corona-Pandemie. Metro gehört dazu.

  • "Unsere Umsätze liegen in Deutschland und international daher derzeit über den Vorjahreswerten", sagte Konzernchef Olaf Koch der "Wirtschaftswoche".
  • Freiberufler und Gewerbetreibende, die nichts mit der Gastronomie zu tun hätten, würden die Metro-Märkte verstärkt als Einkaufsalternative nutzen. Je nach weiterem Verlauf der Krise könne sich das "natürlich noch nivellieren". Denn Gastronomiekunden kaufen angesichts leerer Restaurants und kürzerer Öffnungszeiten bereits weniger ein.

Schwierigkeiten bei der Warenversorgung gibt es laut Koch derzeit nicht. Die im MDax notierte Metro-Aktie stieg um 12,4 Prozent.

09:14 Uhr

Dax startet mit Plus - nur wie lange hält das?

Ein grüner Teppich liegt zum Handelsstart auf dem Frankfurter Börsenparkett. Der Dax legte um 0,7 Prozent auf 8505 Punkte zu. Der MDax stieg um 1,1 Prozent auf 18.110 Zähler, der TecDax um 1,0 Prozent auf 2225 Stellen. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 0,5 Prozent auf 2399 Punkte. Gut kam bei den Händlern das riesige EZB-Hilfspaket an. Dennoch zeichnete sich erneut ein äußerst nervöser Handelstag ab.

Das Kaufvolumen der EZB übersteigt die Geldspritzen, die auf dem Höhepunkt der Eurokrise gesetzt worden sind, deutlich: damals 80 Milliarden Euro monatlich für Anleihekäufe, jetzt deutlich über 100 Milliarden Euro. ntv-Börsenexpertin Katja Dofel wies darauf hin, dass zudem werden die Vorgaben aufgeweicht würden, nach denen Papiere gekauft werden dürfen: Jetzt könne die EZB auch Anleihen mit schwächeren Kreditratings kaufen.

Lufthansa lagen an der Dax-Spitze mit plus 7,2 Prozent. Auch Deutsche Bank legten mit plus 4,4 Prozent kräftig zu. Am Dax-Ende notierten Infineon mit minus 4,4 Prozent.

Dax
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08:55 Uhr

Kurseinbruch in Südkorea - Minus in Japan und China

Kospi
Kospi 2.183,61

Die massiven Geldspritzen der EZB und anderer Notenbanken helfen nicht gegen die Panik bei den asiatischen Anlegern. Fast alle Börsen in Fernost gaben heute nach. Die Investoren trennten sich auch von Anleihen und suchten ihr Heil im US-Dollar. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei ein Prozent schwächer bei 16.553 Zählern. Die Kurse in China gaben nach, der Hongkonger Hang Seng verlor 2,5 Prozent.

In Südkorea brach der Index um 8,4 Prozent ein, das ist der größte Tagesverlust seit Oktober 2008. Der Handel wurde zwischenzeitlich ausgesetzt. Das Land will einen Krisenfonds reaktivieren, um die Märkte zu stabilisieren. Geplant sei, Unternehmensanleihen zu kaufen, um eine Kreditklemme zu verhindern. Details sollen in der kommenden Woche bekanntgegeben werden.

08:26 Uhr

EZB-Milliarden verschaffen Euro nur kurz Luft

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,14

Der Euro hält sich über der Marke von 1,09 US-Dollar. Neue Notmaßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben die Gemeinschaftswährung in der vergangenen Nacht nur zeitweise etwas bewegen können. Am Morgen wurde der Euro bei 1,0931 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend. Die EZB hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,0982 Dollar festgesetzt.

In der vergangenen Nacht hatte die EZB im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie ein Notkaufprogramm für Anleihen in Höhe von 750 Milliarden Euro angekündigt. Der Euro konnte nach der Entscheidung nur für kurze Zeit etwas zulegen. Marktbeobachter sprachen am Morgen von einer breiten Dollar-Stärke, die andere wichtige Währungen im Gegenzug belastet habe. Neue Kursverluste gab es am Morgen auch beim britischen Pfund, nachdem die Währung am Vortag im Handel mit dem Dollar zeitweise den tiefsten Stand seit 1985 erreicht hatte. Auch der australische Dollar stand unter Verkaufsdruck. Am frühen Morgen hatte die Notenbank des Landes den Leitzins im Kampf gegen die Folgen der Coronakrise erneut gesenkt und den Kauf von Anleihen angekündigt.

08:11 Uhr

Rezessionsängste packen Anleger: Dax niedriger erwartet

Dax
Dax 12.930,98

Trotz der massiven EZB-Geldspritzen wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge erneut niedriger starten. Gestern hatte er wegen wieder aufgeflammter Rezessionsängste 5,6 Prozent im Minus bei 8441,71 Punkten geschlossen. Um die Folgen in den Griff zu bekommen, hat die EZB neue Anleihenkäufe im Volumen von 750 Milliarden Euro beschlossen.

Noch immer rätseln Börsianer, wie schwerwiegend die wirtschaftlichen Belastungen der Coronavirus-Pandemie ausfallen werden. Hinweise hierauf erhoffen sie sich von Konjunkturdaten wie dem Wirtschaftsbarometer der Federal Reserve Bank von Philadelphia. Außerdem stehen am Nachmittag (MEZ) die US-Frühindikatoren auf dem Terminplan. Bei den Firmenbilanzen interessieren sich Anleger wie stets in den vergangenen Wochen weniger für die Zahlen der vergangenen Monate als für den Ausblick. Viele Firmen haben sich bereits von ihren Zielen für 2020 verabschiedet.

07:51 Uhr

Nach Corona-Infektionen: Wall Street stellt auf elektronischen Handel um

S&P 500
S&P 500 3.227,28

Die New Yorker Börse stellt wegen der Corona-Pandemie von kommendem Montag an voll auf elektronischen Handel um. Es handele sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme zum Schutz der Mitarbeiter, hieß es in einer Mitteilung der weltweit größten Wertpapierbörse. "Unsere Märkte sind voll und ganz in der Lage, vollelektronisch zu arbeiten", teilte NYSE-Leiterin Stacey Cunningham mit. Einen Termin für die Wiedereröffnung des weltbekannten Handelsparketts wurde bislang nicht genannt.

Nach US-Medienberichten hatte es zuvor zwei bestätigte Coronavirus-Infektionen an der Wall Street gegeben. "Während wir den vorsorglichen Schritt unternehmen, die Handelsräume zu schließen, sind wir weiterhin der festen Überzeugung, dass die Märkte offen und für Investoren zugänglich bleiben sollten", fügte Cunningham hinzu. Alle NYSE-Märkte würden trotz der Schließung des Parketts weiter zu den üblichen Handelszeiten betrieben.

07:37 Uhr

HeidelbergCement zieht Prognose zurück

HeidelbergCement
HeidelbergCement 52,76

Der Baustoffkonzern HeidelbergCement wagt für das laufende Geschäftsjahr wegen der Coronavirus-Krise keine Prognose mehr. "Die massiven Maßnahmen zur Eindämmung des Virus erfordern fortwährende Anpassungen bei der operativen Steuerung unserer Geschäfte", sagte Vorstandschef Dominik von Achten. Derzeit sei nicht abschätzbar, wie lange die Vorsorgemaßnahmen anhalten werden und welche Auswirkungen auf die Bautätigkeit in den einzelnen Ländern zu erwarten seien. "Vor diesem Hintergrund ist ein seriöser Ausblick auf das Geschäftsjahr 2020 zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich." Noch vor wenigen Wochen war das Heidelberger Unternehmen davon ausgegangen, Umsatz und Ergebnis leicht zu steigern und dass die weltweite Bautätigkeit weiter zulegen wird.

Im vergangenen Jahr fuhr der Anbieter von Zement, Sand, Kies und Beton einen bereinigten Betriebsgewinn von 3,6 Milliarden Euro ein, ein Plus von 16 Prozent. Der Umsatz stieg um vier Prozent auf 18,9 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen einen zehn Cent höhere Dividende von 2,20 Euro je Aktie erhalten.

07:22 Uhr

Lufthansa-Chef: Brauchen Staatshilfe bei längerer Krise

Lufthansa
Lufthansa 9,32

Die Lufthansa will sich mit massiven Einschnitten gegen die Corona-Krise stemmen. "Dieser außergewöhnlichen Situation müssen wir mit drastischen und zum Teil schmerzhaften Maßnahmen begegnen", erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. "Je länger diese Krise andauert, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Zukunft der Luftfahrt ohne staatliche Hilfe nicht gewährleistet werden kann." Der Vorstand werde auf 20 Prozent seiner Grundvergütung in diesem Jahr verzichten.

Rund 700 der 763 Flugzeuge der Flotte stünden vorübergehend am Boden. Mit dem Rückkehrflugplan für Urlauber im Ausland, der noch bis 19. April laufe, heben demnach nur fünf Prozent der ursprünglich geplanten Flüge ab. Die Deutsche Lufthansa will wegen der Coronavirus-Krise auf eine Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr verzichten. Einen Ausblick auf das Jahr 2020 wagt die von der Pandemie schwer getroffene Airline für 2020 nicht mehr.

 

07:05 Uhr

Harley-Davidson stoppt US-Produktion wegen Coronavirus-Krise

Harley-Davidson
Harley-Davidson 28,87

Der Motorradbauer Harley-Davidson setzt wegen der Coronavirus-Krise vorübergehend seine Produktion in den USA aus. Der Schritt erfolge, um die Beschäftigten am besten unterstützen und die Vorgaben der Gesundheitsbehörden am besten befolgen zu können, erklärte Vorstandschef Jochen Zeitz. Die Produktionspause gelte zunächst bis zum 29. März. In einem US-Werk von Harley-Davidson sei ein Mitarbeiter positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden, die Fabrik werde nun gründlich gereinigt und desinfiziert. Die meisten Büroangestellten seien bereits am Montag bis mindestens zum Monatsende in Heimarbeit geschickt worden.

06:34 Uhr

Panikverkäufe: Asiatische Börsen stürzen ab

Nikkei
Nikkei 22.779,46

Die asiatischen Märkte brechen ein. Auch die Maßnahmen der Zentralbanken in Europa, den USA und Australien konnten eine neue Welle von Panikverkäufen nicht aufhalten. "Es gibt keine Käufer, es gibt nicht viel Liquidität und alle steigen einfach aus", sagt Chris Weston, Forschungsleiter beim Melbourner Brokerpepper Pepperstone. Aktien, Anleihen, Gold und Rohstoffe fielen, während die Welt darum kämpft, Coronaviren einzudämmen, und Investoren und Unternehmen um Bargeld ringen. Fast jeder Aktienmarkt in Asien ist im Minus und Händler berichten von enormen Belastungen an den Anleihemärkten, da notleidende Fonds liquide Vermögenswerte verkauften, um Verluste in Aktien und Rückzahlungen von Investoren zu decken.

Die Börse in Tokio zeigte sich zunächst uneinheitlich. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,3 Prozent tiefer bei 16.511 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,3 Prozent und lag bei 1287 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 2,1 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 2,7 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 4,5 Prozent.