Freitag, 29. Mai 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:37 Uhr

Dax geht wegen Hongkong-Krise geschwächt in die Feiertage

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(Foto: REUTERS)

Der heutige Tag war an den europäischen Börsen überwiegend von Gewinnmitnahmen geprägt. "Die Anleger sind vorsichtig und warten auf die Maßnahmen, die US-Präsident Trump als Reaktion auf die Hongkong-Politik Pekings bekannt geben will", sagte ein Händler in Frankfurt.

Kritik am Griff Chinas auf die Sonderverwaltungszone regt sich aber nicht nur in den USA. Auch der UN-Sicherheitsrat wird sich am Freitag mit der Thematik befassen. Für die Finanzmärkte könnte die Aberkennung des US-Sonderstatus für Hongkong weitreichende Folgen haben: Denn Hongkong könnte auf den Status eines Schwellenlandmarktes abgestuft werden. Das bringt viele Fonds in Schwierigkeiten, weil sie nur in Industrieländern anlegen dürfen.

Belastet wurde die Stimmung auch von unerwartet schwachen US-Konjunkturdaten. Während der weitere Rückgang des Einkaufsmanagerindex in Chicago wegen des starken Einflusses der dort ansässigen Corona-anfälligen Fleischindustrie noch einigermaßen weggesteckt wurde, drückte ein enttäuschender Michigan-Index für die Verbraucherstimmung auf die Kurse.

Dax
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So ging der Dax mit einem Minus von 1,6 Prozent auf 11.587 Punkte ins verlängerte Wochenende. Der MDax verlor 0,9 Prozent auf 25.394 Zähler. Der TecDax gewann dagegen 0,4 Prozent auf 3186 Stellen. Der EuroStoxx50 sackte um 1,4 Prozent auf 3053 Punkte ab.

Unter Druck standen heute die Zykliker und unter diesen die Autowerte, bei denen es am Vortag wegen ihrer China-Abhängigkeit schon zu kräftigen Verkäufen gekommen war. VW und Daimler verloren 3,4 beziehungsweise 4,8 Prozent, BMW kamen mit einem Abschlag von 2,6 Prozent davon.

Mies lief es nach schlechten Meldungen für Lufthansa, die mit minus 6,4 Prozent das Dax-Ende zierten. Der Abstieg aus dem Leitindex lässt sich für die Airline wohl nicht mehr vermeiden. Deutsche Wohnen wird nach Lage der Dinge wohl in die erste Börsenliga aufsteigen.

Ich wünsche Ihnen erholsame Feiertage. Den nächsten Börsen-Tag gibt es dann am Dienstag.

17:11 Uhr

Chicago-Einkaufsmanager auf niedrigstem Stand seit 1982

Eine weitere Attraktion für die Stadt: Künftig soll auf dem Chicago River jährlich ein Feuer-Festival stattfinden. Foto: Tannen Maury

(Foto: dpa)

Die Stimmung der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago hat sich im Mai entgegen den Erwartungen deutlich abgeschwächt. Der Indikator fiel auf 32,3 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit März 1982, wie die Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager mitteilte. Im April stand der Index bei 35,4 Punkten. Volkswirte hatten einen Anstieg auf 40,0 Punkte erwartet.

Dieser Index wird von Beobachtern mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt, da er Rückschlüsse auf den landesweiten ISM-Einkaufsmanagerindex zulässt.

16:39 Uhr

IWF gewährt Peru Milliardenkredit

Mal ein Blick auf ein fernes Land: Peru erhält wegen der Corona-Krise Finanzhilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Dem südamerikanischen Land werde eine zweijährige Kreditlinie in Höhe von 11 Milliarden US-Dollar gewährt, teilte der Fonds mit.

IWF-Chefin Kristalina Georgieva lobte die solide Wirtschaftspolitik Perus. Durch den "Covid-19-Schock" sei die Wirtschaft des Landes aber in eine Rezession gerutscht. Die Regierung in Lima habe auf die Pandemie mit strengen Eindämmungsmaßnahmen und Schritten zur Begrenzung der sozio-ökonomischen Folgen reagiert, erklärte Georgieva. Peru betrachte die Kreditlinie als "vorsorgliche" Finanzhilfe.

16:18 Uhr

US-Konsumausgaben brechen ein wie nie zuvor

Die US-Verbraucher haben ihren Konsum im April wegen der Corona-Krise so stark eingeschränkt wie noch nie. Sie gaben 13,6 Prozent weniger aus als im Vormonat, wie das US-Handelsministerium mitteilte. Ein größeres Minus hat es seit Beginn der Statistik 1959 noch nicht gegeben. Experten hatten nur mit einem Minus von 12,6 Prozent gerechnet, nachdem es bereits im März einen Rückgang von 6,9 Prozent gegeben hatte.

Wegen der Krise und der drastisch steigenden Arbeitslosigkeit legten die Amerikaner lieber Geld beiseite: Die Sparquote kletterte auf 33,0 Prozent, nachdem sie im März noch bei 12,7 Prozent gelegen hatte.

 

16:10 Uhr

Sorgen um Konflikt der USA mit China bremsen Wall Street

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China haben Anleger an der Wall Street verunsichert. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,4 Prozent auf 25.300 Zähler. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,2 Prozent auf 3023 Punkte nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg hingegen um 0,3 Prozent auf 9399 Punkte. US-Präsident Donald Trump will sich im Tagesverlauf zu dem von China erlassenen Sicherheitsgesetz für Hongkong äußern.

Auch die Auseinandersetzung Trumps mit Twitter beschäftigte die Anleger. Die Twitter-Aktien fielen um 0,8 Prozent. Trump unterzeichnete eine Verordnung, die gewisse Schutzmechanismen für Online-Plattformen außer Kraft setzen könnte. Netzwerke wie Twitter, Facebook oder Google müssten dadurch letztendlich Verantwortung für Inhalte ihrer Nutzer übernehmen. Zuvor hatte Twitter erstmals Tweets des Präsidenten mit einem Aufruf zu einem Faktencheck versehen.

Aktien von Salesforce gaben mehr als 4 Prozent nach. Der SAP-Konkurrent senkte wegen der Coronavirus-Pandemie seine Jahresprognose und wird voraussichtlich einen Verlust je Aktie zwischen 6 und 4 Cent einfahren.

15:55 Uhr

Bremsspuren am US-Aktienmarkt

Die US-Märkte haben eine gigantische Aufholjagd hingelegt. Jetzt gerät der Höhenflug jedoch möglicherweise ins Stocken. Mancher Experte befürchtet, dass es wieder abwärts gehen könnte und mahnt Anleger zur Vorsicht. Welche Chancen und Risiken Sie im Auge haben sollten, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Anouch Wilhelms von der Société Générale.

15:33 Uhr

Unicredit: EZB-Pandemiekaufprogramm bis Ende 2022

Die italienische Großbank Unicredit rechnet damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Anleihekäufe unter dem Pandemiekaufprogramm PEPP bis mindestens Ende 2022 fortführen wird.

  • "Wir bezweifeln, dass die EZB ein Ende der Covid-19-Krise erklären wird, ehe das Bruttoinlandsprodukt wieder sein Vorkrisenniveau erreicht hat", so ein Unicredit-Analyst.
  • "Nach unserem eigenen Szenario wird das noch ein oder zwei Jahre länger dauern." Die Wertpapierkäufe dürften daher noch sehr lange andauern, wenn auch vielleicht mit deutlich geringeren Volumen nach Ende der akuten Krise.
14:46 Uhr

EU-Kommission äußert sich zum Fall Lufthansa

Lufthansa
Lufthansa 9,00

Die Lufthansa scheut sich noch, wegen der EU-Auflagen staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen - nun reagierte die Brüsseler Kommission. Sie hat ihre Forderung nach Auflagen für das Lufthansa-Rettungspaket der Bundesregierung verteidigt. Es gehe nicht darum, zusätzliche Hindernisse zu schaffen, sondern darum, Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern, sagte die zuständige Vizepräsidentin Margrethe Vestager.

  • "Es hat hohe Priorität, eine Einigung zu erzielen. Wir sind in sehr engem Kontakt, aber ich kann nicht sagen, wann wir fertig sein werden", sagte die Dänin.

Vestager betonte, dass die Bedingungen für alle gleich seien. Jeder Mitgliedstaat, der ein marktmächtiges Unternehmen mit mehr als 250 Millionen Euro rekapitalisieren wolle, werde sicherstellen müssen, dass weiter gleiche Ausgangsbedingungen im Binnenmarkt herrschten.

Die Lufthansa-Aktie konnte einen Teil der Verluste abbauen und notierte 4,1 Prozent im Minus.

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14:21 Uhr

Lufthansa vor Abgang aus Dax - auch im MDax unter ferner liefen

Die Aktie der Lufthansa wird nach Berechnungen von Commerzbank Technical Analysis and Index Research aus derzeitiger Sicht auf Position 19 in den MDax eintreten. Das Index-Gewicht wird laut den Berechnungen bei etwa 1,7 Prozent liegen.

Die Lufthansa-Aktie wird aller Voraussicht nach zum Handelsschluss am 19. Juni in den MDax absteigen, für sie dürfte die Aktie der Deutsche Wohnen in den Dax aufrücken.

14:02 Uhr

SAP-Aktie stürmt an Dax-Spitze - Leitindex verringert Minus

SAP
SAP 125,74

Die Aktie des Index-Schwergewichts SAP führte am frühen Nachmittag die Gewinnerliste im Dax an. Der Kurs stieg um 1,7 Prozent. Im frühen Handel hatte er mit den schwachen Vorlagen von Salesforce noch im Minus gelegen. Gestützt werde die Stimmung auch von der Corona-App. "Da sind SAP und Telekom dabei", so der Händler. Sie soll nun Mitte Juni kommen.

Ansonsten herrschte an der Frankfurter Börse nach wie vor Tristesse. Der Dax baute seinen Verlust etwas ab und notierte 0,9 Prozent tiefer bei 11.680 Punkten. Der EuroStoxx50 gab um nur noch 0,3 Prozent auf 3086 Punkte nach.

13:38 Uhr

"Jacobs"-Kaffee-Holding legt tolles Börsendebüt hin

Der Kaffeedurst der Anleger ist auch nach dem Börsendebüt der "Jacobs"-Holding JDE Peet's ungestillt. Die Aktien des niederländischen Unternehmens schnellten an der Börse in Amsterdam um bis zu 17 Prozent auf 36,78 Euro nach oben und trieben den Börsenwert von JDE Peet's auf mehr als 18 Milliarden Euro.

Am Mittag notierten die Titel mit 36,15 Euro deutlich über dem Ausgabepreis von 31,50 Euro. Die Nummer zwei auf dem Weltmarkt für abgepackten Kaffee und Pads hinter Nestle sammelte mit dem Börsengang bis zu 2,6 Milliarden Euro ein, 700 Millionen gehen an JDE Peet's selbst.

13:12 Uhr

Noch mehr Geld für die Lufthansa? Aktie geht baden

In Berlin wächst die Sorge, schon bald weitere Staatshilfen für die Lufthansa nachschießen zu müssen, auch wenn der Einstieg des Staates beim Noch-Dax-Konzern mit 9 Milliarden Euro noch nicht besiegelt ist. Das berichtet der "Spiegel" mit Verweis auf Regierungskreise.

Momentan hängt eine Einigung über die Verstaatlichung des Luftfahrtunternehmens an der Zustimmung der EU-Kommission, die zur Auflage gemacht hat, Flugzeuge und Landerechte an Konkurrenten abzutreten. Der Aufsichtsrat weigert sich deshalb, dem Rettungsplan zuzustimmen. Dadurch spitzt sich die finanzielle Lage der Lufthansa dramatisch zu. Das Geld reiche nur bis zum 15. Juni, danach drohe die Insolvenz, habe das Unternehmen nach "Spiegel"-Informationen dem Bund mitgeteilt.

Die Lufthansa-Aktie ist bereits seit Stunden unter massivem Druck - sie verlor am frühen Nachmittag 6,2 Prozent.

Lufthansa
Lufthansa 9,00

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13:01 Uhr

Hongkong-Streit ist Gift für Wall Street - Warten auf Trump

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(Foto: REUTERS)

Die Sorge vor einer weiteren Verschärfung des Konflikts zwischen den USA und China dürfte auch zum Wochenausklang die Wall Street belasten. Die Ankündigung einer Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump zum Thema Hongkong hatte schon gestern im späten Handelsverlauf den US-Aktienmarkt ins Minus gedrückt. Es wird befürchtet, dass weitere Sanktionen gegen China verhängt werden könnten, was den Streit zwischen Washington und Peking weiter anheizen würde. Der Future auf den S&P-500 verliert aktuell 0,2 Prozent.

Für einen Impuls könnten die anstehenden US-Daten sorgen. Neben den persönlichen Ausgaben und Einnahmen im April werden der Einkaufsmanagerindex aus Chicago für Mai und die zweite Lesung des Index des Verbrauchervertrauens der Uni Michigan veröffentlicht.

12:17 Uhr

Pandemischer Klotz bremst Österreichs Wirtschaft aus

Rezessionssorgen in der Alpenrepublik: Die österreichische Wirtschaft ist im ersten Quartal noch stärker geschrumpft als zunächst gemeldet. Wie das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) in einer zweiten Veröffentlichung mitteilte, fiel das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,6 Prozent (Kennziffer laut Eurostat-Vorgabe) gegenüber dem Vorquartal. Vorläufig war ein Minus von 2,5 Prozent gemeldet worden.

Im Vergleich zum Vorjahr lag das BIP um 2,9 Prozent niedriger. Bei der ersten Veröffentlichung am 30. April war ein Rückgang um 2,7 Prozent ausgewiesen worden.

11:56 Uhr

BMW verhandelt über raschen Stellenabbau ohne Kündigungen

BMW
BMW 58,15

Die Krise drängt BMW zu schnellem Handeln: Der Münchner Autobauer will den Stellenabbau beschleunigen. Der Vorstand verhandelt mit dem Betriebsrat darüber, wie er ohne betriebsbedingte Kündigungen möglichst bald rund 6000 der weltweit 126.000 Arbeitsplätze streichen kann.

  • "Die bisher getroffenen Entscheidungen reichen nicht aus, um die BMW Group bestmöglich durch diese enorm schwierige Situation zu steuern", sagte Finanzvorstand Nicolas Peter.
  • Personalchefin Ilka Horstmeier sagte, neben dem Abbau von Zeit- und Urlaubskonten sowie Kurzarbeit "kommen wir nicht umhin, jetzt weitere Maßnahmen zu ergreifen".

Geprüft werde, Mitarbeiter zwei oder drei Jahre vor dem gesetzlichen Rentenalter mit einer Abfindung früher in den Ruhestand zu schicken. Die rund 800 fertig werdenden Azubis sollen übernommen werden. Aber junge Mitarbeiter sollen sich für ein Studium oder eine Qualifizierung freistellen lassen können mit der Garantie, danach wieder bei BMW arbeiten zu können. Statt Urlaubsgeld soll es mehr Urlaubstage geben, 40-Stunden-Verträge auf 35 Stunden gekürzt werden.

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11:28 Uhr

EU sorgt für rasanten Kursanstieg bei Banca Monte dei Paschi

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der Aktienkurs der Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) ist am Vormittag um 12 Prozent angestiegen - innerhalb der vergangenen sechs Handelstage notiert der Wert nun 30 Prozent im Plus. Positiv wurde an der Börse gewertet, dass einem Bericht in der italienische Zeitung "Milano Finanza" zufolge die EU bereit sei, dem Verkauf eines Paketes notleidender Kredite mit einem Volumen von rund 10 Milliarden Euro zuzustimmen.

"Der Deal würde MPS aus der M&A-Perspektive attraktiver machen", sagen die Analysten von Equita und fügen hinzu, dass dies die Ausstiegsstrategie der italienischen Regierung, die einen Anteil von rund 68 Prozent an der Bank halte, unterstütze. Es sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass die Regierung eine vollständige Kontrolle anstrebe, um die Ausstiegsstrategie in einem längeren Zeitrahmen abzuschließen, heißt es dort.

11:03 Uhr

Mamma mia, Italia! Wirtschaftslage noch schlechter als erwartet

Für Italien kommt es noch dicker: Die von der Corona-Krise besonders schwer getroffene drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone ist im ersten Quartal noch stärker eingebrochen als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel von Januar bis März um 5,3 Prozent zum Vorquartal und damit so stark wie noch nie seit dem Beginn dieser Datenreihe 1995. Dafür sorgten sinkende Konsumausgaben, geringere Investitionen und schrumpfende Exporte.

Eine erste Schätzung hatte ein Minus von 4,7 Prozent ergeben - auch das wäre der bislang stärkste Rückgang gewesen. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft schrumpfte im ersten Quartal lediglich um 2,2 Prozent.

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(Foto: dpa)

10:43 Uhr

Devisenskandal: Klage gegen Banken zugelassen - Deutsche Bank dabei

Der Skandal um Manipulationen am Devisenmarkt könnte für die Deutsche Bank und 14 andere Geldhäuser ein weiteres teures Nachspiel haben. Eine US-Richterin ließ die Klage institutioneller Investoren wie dem weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock und der Allianz-Tochter Pimco zu.

Der Rechtsstreit begann im November 2018, nachdem die Kläger aus einer ähnlichen Sammelklage ausgestiegen waren, die in einem 2,3 Milliarden US-Dollar schweren Vergleich mit den meisten Banken endete. Sie hoffen nun, mehr Geld herauszuschlagen. Neben der Deutschen Bank beschuldigen die Kläger Bank of America, Barclays, BNP Paribas, Citigroup, Credit Suisse, Goldman Sachs, HSBC, JPMorgan Chase, Morgan Stanley, Royal Bank of Canada, Royal Bank of Scotland, Societe Generale, Standard Chartered und UBS.

10:22 Uhr

BIP-Einbruch in Frankreich - und es wird noch schlimmer

Katzenjammer auch bei der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone: Frankreich hat einen massiven Einbruch vermeldet. Allerdings fiel der Einbruch etwas weniger stark aus als zunächst geschätzt. Wie das französische Statistikamt Insee mitteilte, lag die Wirtschaftsleistung (BIP) in den ersten drei Monaten des Jahres 5,3 Prozent niedriger als im vierten Quartal 2019. In einer ersten Schätzung war ein etwas stärkerer Rückgang um 5,8 Prozent ermittelt worden.

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die Wirtschaft Frankreichs wurde durch die Corona-Krise und die Maßnahmen zur Eindämmung hart getroffen. Für das zweite Quartal rechnen Fachleute mit einem noch wesentlich stärkeren Einbruch.

10:01 Uhr

Türkei-Wirtschaft trotzt Pandemie - solides Wachstum

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(Foto: picture alliance / dpa)

Eine gute Nachricht in der Zeit der Corona-Krise: Die türkische Wirtschaft ist im ersten Quartal trotz der Pandemie solide gewachsen. Wie das dortige Statistikamt mitteilte, legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) saison- und kalenderbereinigt um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Ökonomen hatten ein Wachstum von 4,8 Prozent erwartet.

Die Aufschlüsselung der Daten zeigte, dass die Verbraucherausgaben um 5,1 Prozent stiegen, während die Staatsausgaben um 6,2 Prozent zunahmen.

09:40 Uhr

Tui storniert weitere Reisen in UK - Aktienkurs bricht ein

Der Reiseveranstalter Tui bleibt in Großbritannien sehr zurückhaltend mit Angeboten für Auslandsreisen. Wie der Konzern auf seiner Internetseite ankündigte, sind alle Reisen vom Vereinigten Königreich ins Ausland bis Anfang Juli gestrichen. Kreuzfahrten soll es erst wieder frühestens ab dem 26. November geben. Auch Reisen an Seen und Gebirge sollen demnach bis Ende September nicht stattfinden. Bislang sei Tui davon ausgegangen, ab Mitte Juni wieder Pauschalreisen anbieten zu können, schrieb der "Guardian".

Die in Deutschland notierten Aktien von Tui brachen um mehr als 10 Prozent ein.

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09:09 Uhr

Dax mit vorpfingstlichem Schwächeanfall

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Nach Tagen mit Zugewinnen ist es mit dem deutschen Aktienmarkt zu Handelsbeginn nach unten gegangen. Der Dax verlor in den ersten Handelsminuten 1,3 Prozent auf 11.625 Punkte. Der MDax gab um ebenfalls 1,3 Prozent auf 25.311 Zähler nach. Der TecDax sackte um 0,9 Prozent auf 3143 Stellen ab. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 1,1 Prozent auf 3062 Punkte runter.

Im Dax  notierten nur Henkel und Beiersdorf leicht im Plus. Besonders stark verloren die Autowerte, Lufthansa und Eon.

09:01 Uhr

Euro steigt auf höchsten Stand seit zwei Monaten

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,13

Der Euro legt weiter zu und ist auf den höchsten Stand seit etwa zwei Monaten gestiegen. Am Morgen kostet die Gemeinschaftswährung bis zu 1,1101 US-Dollar und damit so viel wie seit Ende März nicht mehr. Der Dollar stand dagegen zu vielen Währungen unter Druck.

Vor dem Wochenende stehen zahlreiche Konjunkturdaten auf dem Programm. In der Eurozone werden unter anderem neue Inflationsdaten erwartet. Wegen der niedrigen Ölpreise wird mit einem Rückgang der Inflationsrate knapp über die Nulllinie gerechnet. In den USA wird Notenbankchef Jerome Powell an einer Diskussionsrunde teilnehmen. Eine vorbereitete Rede wird jedoch nicht erwartet.

08:45 Uhr

Ölpreise auf dem Rückzug - was sagt Trump zu China?

Die Ölpreise haben im frühen Handel einen kleinen Teil ihrer Vortagesgewinne wieder abgegeben. Händler begründeten dies mit den anhaltenden Sorgen vor einer Verschlechterung der US-chinesischen Beziehungen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 34,96 US-Dollar. Das waren 33 Cent weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI gab um 53 Cent auf 33,18 Dollar nach.

Inmitten der zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China will sich US-Präsident Donald Trump heute zum weiteren Vorgehen äußern. Washington hatte sich zuletzt angesichts eines von Peking geplanten restriktiven Sicherheitsgesetzes für Hongkong sehr kritisch geäußert. Die Spannungen zwischen den USA und China haben sich zuletzt deutlich verschärft - auch wegen der Corona-Krise.

08:29 Uhr

Deutsche Einzelhändler mit größtem Umsatzminus seit 2007

Eine Kundin steht in einem Haushaltswarengeschäft in der Wartereihe vor der Kasse. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild

(Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild)

Die deutschen Einzelhändler haben im April wegen der Geschäftsschließungen infolge der Corona-Krise die stärksten Einbußen seit 2007 erlitten. Ihr Umsatz sank um 5,1 Prozent zum März, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dies sei "der stärkste Umsatzrückgang gegenüber einem Vormonat seit dem Januar 2007".

Preisbereinigt (real) fiel das Minus mit 5,3 Prozent noch etwas stärker aus. Ökonomen hatten hier allerdings einen wesentlich stärkeren Einbruch von 12,0 Prozent erwartet.

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07:56 Uhr

VW bestätigt Milliarden-Investition in Chinas E-Auto-Markt

VW Vorzüge
VW Vorzüge 136,06

Volkswagen investiert in China zwei Milliarden Euro für den Ausbau der Elektromobilität. Rund eine Milliarde steckt der Autobauer in sein schon bestehendes Gemeinschaftsunternehmen JAC Volkswagen, wie Volkswagen heute mitteilte – der Konzern bestätigt damit Insider-Informationen, die bereits zuvor an die Öffentlichkeit gelangt waren.

Für eine weitere Milliarde kaufen die Wolfsburger Anteile am Batteriehersteller Gotion. "Diese Investitionen festigen Volkswagens Position in China als ein nachhaltig ausgerichtetes Mobilitätsunternehmen mit lokalem Charakter", sagte VW-China-Chef Stephan Wöllenstein. "China bietet Volkswagen durch die Öffnung des Marktes neue Geschäftschancen."

07:35 Uhr

Dax dürfte holprig in den Handel starten

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Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge heute niedriger in den letzten Handelstag der Woche starten. Gestern hatte der deutsche Leitindex seine jüngste Rally fortgesetzt und 1,1 Prozent auf 11.781 Punkte gewonnen. Für Gesprächsstoff dürfte auch in Frankfurt der Streit zwischen den USA und China wegen des Sicherheitsgesetzes für Hongkong sorgen.

In den USA richtet sich die Aufmerksamkeit auch auf die Konsumausgaben. Die Käufe der US-Verbraucher gelten als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Moderat erfreuliche Konjunkturdaten werden die Finanzmärkte Analysten zufolge kaum zusätzlich befeuern, da sie schon vorab eingepreist wurden.

07:14 Uhr

Japans Industrie auf tiefestem Stand seit sieben Jahren

Die Industrieproduktion in Japan ist im April im Zuge der Corona-Krise auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren gesunken. Wie die Regierung bekanntgab, fiel die Produktion im Vergleich zum Vormonat um 9,1 Prozent. Damit schrumpft der Ausstoß der Nummer drei der Weltwirtschaft im nunmehr dritten Monat in Folge. Die bereits vor der Corona-Krise geschwächte Wirtschaft steckt inzwischen so wie Deutschland in einer Rezession.

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Japans Industrie rechnet für Mai mit einem weiteren Rückgang der Fertigung um 4,1 Prozent, bevor die Produktion im Juni mit geschätzt 3,9 Prozent wieder anziehen dürfte, hieß es.

(Foto: picture alliance/dpa)

 

06:47 Uhr

Renault will weltweit 15.000 Stellen abbauen

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Renault will in der Corona-Krise nach Angaben einer Gewerkschaft weltweit 15.000 Stellen abbauen. Der gebeutelte französische Autobauer wolle heute einen Plan zur Umstrukturierung vorstellen, sagte ein Vertreter der CFDT-Gewerkschaft dem TV-Sender BFM.

Allein Frankreich sei mit 4500 Arbeitsplätzen betroffen, die größtenteils über freiwillige Abfindungs- und Rentenprogramme abgebaut werden sollten. 2019 arbeiteten 48.500 Beschäftigte in Frankreich für das Unternehmen. Renault bekommt angesichts der Corona-Krise eine sinkende Nachfrage nach Fahrzeugen zu spüren. Zudem will der Autobauer Kosten senken, um seine Profitabilität zu erhöhen.

06:36 Uhr

Hongkong-Streit verunsichert Anleger in Japan

Japanische Aktien geraten angesichts wachsender Spannungen zwischen China und den USA wegen der Sicherheitsgesetze für Hongkong leicht unter Druck. Anleger warteten auf die Maßnahmen von US-Präsident Donald Trump, die dieser noch am Freitag bekannt geben will. Bürgerrechtler in der ehemaligen britischen Kolonie befürchten, dass die Regierung in Peking die Sonderrechte Hongkongs faktisch aufheben will.

Die Börse in Tokio zeigt sich zunächst schwächer. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt 0,3 Prozent tiefer bei 21.854 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sinkt um 0,5 Prozent und notiert bei 1570 Punkten. Die Börse in Shanghai ist fast unverändert, genau so wie der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans steigt sogar leicht um 0,1 Prozent.

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Die USA könnten die Sonderrechte Hongkongs aufheben - für Anleger in Japan keine guten Aussichten.

(Foto: dpa)