Mittwoch, 08. Januar 2020Der Börsen-Tag

mit Juliane Kipper
17:54 Uhr

Anleger reagieren besonnen auf Krise am Golf

Dax
Dax 13.548,94

Der deutsche Aktienmarkt schließt fester. Danach sah es im frühen Handel nicht aus. Die Kurse standen unter Druck, nachdem der Iran als Vergeltung für die Tötung des Generals Ghassem Soleimani in der Nacht zwei internationale Truppenstützpunkte im Irak mit Raketen angegriffen hatte. Im Handel setzte sich die Meinung durch, dass der iranische Raketenangriff aber nur ein gesichtswahrendes Signal war und Teil einer Deeskalations-Strategie.

Dafür spricht, dass es keine US-Toten bei dem Angriff gegeben hat. Die vom Iran aus abgefeuerten Raketen trafen den Stützpunkt Ain al-Assad und den Stützpunkt Harir in Erbil in der nordirakischen Kurdenregion. Allerdings scheint die Attacke die USA nicht ganz unvorbereitet getroffen zu haben. "Alles ist gut", schrieb Präsident Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter mit Blick auf die bisherigen Prüfungen hinsichtlich möglicher Opfer und Schäden. Der Dax gewinnt 0,7 Prozent auf 13.320 Punkte.

Lufthansa
Lufthansa 14,95

Für zusätzliche Verunsicherung sorgte, dass im Iran ein ukrainisches Passagierflugzeug kurz nach dem Abflug aus Teheran abgestürzt ist. Die Boeing-Maschine war auf dem Weg nach Kiew.  Fluglinienaktien standen daraufhin zeitweise stärker unter Abgabedruck, erholten sich dann aber mit der Entwicklung im US-Iran-Konflikt. Lufthansa schließen letztlich mit Aufschlägen von 1,1 Prozent.

Ein Kursdebakel erlebt die Varta-Aktie. Der Highflyer aus dem Vorjahr bricht um 21,8 Prozent ein. Analyst Stephan Klepp von der Commerzbank hat sein Votum für die Aktie auf "Hold" nach "Buy" gesenkt. Er verwies darauf, dass einem Bericht zufolge wohl einige Kunden von Varta zu billigeren chinesischen Batterieherstellern gewechselt seien. Gerade die massive Nachfrage nach Batterien für schnurlose Kopfhörer sei eine Erfolgsstory für Varta gewesen, die hier zumindest hinterfragt werden müsse.

17:06 Uhr

Goldman Sachs hält RWE für Übernahmekandidaten

Die Investmentbank Goldman Sachs sieht den Energiekonzern als möglichen Übernahmekandidaten. RWE gehöre wie der britische Versorger SSE und EDP aus Portugal zu den Unternehmen, die in einem Marktumfeld mit geringem Risiko hohe Gewinne erzielen könnten, deren Börsenwert aber relativ gering sei, hieß es in einer Studie der Bank.

RWE ist an der Börse knapp 17 Milliarden Euro wert. Der größte deutsche Stromproduzent will in den kommenden Jahren das Geschäft mit erneuerbarer Energie stark ausbauen. RWE ist bereits hinter der spanischen Iberdrola und der italienischen Enel der drittgrößte Ökostromkonzern in Europa.

16:19 Uhr

Nahost-Krise bremst Wall Street, Konjunkturdaten stützen

Nachdem der Iran aus Vergeltung für die Tötung des Generals Ghassem Soleimani in der Nacht zwei internationale Truppenstützpunkte im Irak mit Raketen angegriffen hat, startet die Wall Street wenig verändert in den Handelstag. Aktuell zeigt sich der Dow-Jones-Index bei 28.585 Punkten.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 64,63

An den Märkten sei eine Antwort Teherans erwartet worden, heißt es. Bereits im europäischen Handel hatten sich die Märkte nach dem Zwischenfall von anfänglichen Rückschlägen wieder erholt, da der iranische Raketenangriff eher als gesichtswahrendes Signal interpretiert wird, auf dessen Basis eine Annäherung mit den USA möglich sei.

Die Ölpreise zogen in der Folge zunächst wieder deutlich an. Die europäische Sorte Brent übersprang dabei klar die viel beachtete Marke von 70 Dollar je Barrel. Zuletzt notierte Brent 0,3 Prozent leichter bei 68,05 Dollar. Die US-Sorte WTI gibt 1,0 Prozent nach auf 62,08 Dollar.

Impulse für die Ölpreise könnten im Handelsverlauf von den wöchentlichen offiziellen Zahlen zur Entwicklung der US-Rohöllagerbestände kommen. Die am Vortag vom privaten Branchenverband API vorgelegten Zahlen zeigten einen Rückgang der Bestände um 5,9 Millionen Barrel.

Auch Gold als vermeintlich sichere Anlage war in einer ersten Reaktion gefragt und stieg in der Spitze auf über 1.610 Dollar, das höchste Niveau seit 2013. Zuletzt lag der Preis für die Feinunze jedoch wieder deutlich niedriger bei 1.573 Dollar.

15:44 Uhr

Handel wartet auf Pressekonferenz von Trump

Im Handel warten die Teilnehmer nun mit Spannung auf die Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump um 17 Uhr MEZ. Die Anleger hoffen auf ein konziliantes Auftreten des Präsidenten, mehren sich doch die Hinweise, dass der iranische Raketenangriff auf internationale Militärbasen im Irak Teil einer Deeskalationsstrategie Irans ist.

Die irakische Regierung hat erklärt, dass sie im Vorfeld des Angriffs von Teheran informiert worden sei. Auch die USA dürften auf den Raketenbeschuss nicht ganz unvorbereitet gewesen sein. Angeblich soll es keine US-amerikanischen Toten gegeben haben. Der Dax gewinnt 0,3 Prozent.

14:33 Uhr

Test mit McDonald's schmeckt Beyond-Meat-Anlegern

Die Ausweitung der Test-Verkäufe bei McDonald's gibt Beyond Meat Rückenwind. Die Aktien des Anbieters veganer Burger-Buletten steigen im vorbörslichen US-Geschäft um knapp sieben Prozent. Am Dienstag hatten sie bereits knapp 13 Prozent zugelegt, nachdem Rivale Impossible Foods seine Verhandlungen mit der Schnellrestaurant-Kette beendet hatte.

McDonald's will künftig Beyond-Meat-Burger in 52 kanadischen Filialen anbieten. Das sind fast doppelt so viele wie bislang. Die Analysten der Bank UBS schätzen, dass die Schnellrestaurant-Kette bei einer weltweiten Einführung mehr als 250 Millionen vegetarische Burger absetzen könnte.

13:30 Uhr

Anleger steigen bei US-Rüstungsfirmen ein

Angesichts der anhaltenden Spannungen in der Golf-Region steigen Anleger bei US-Rüstungsfirmen ein. Die Aktien von Lockheed Martin, Northrop Grumman und Raytheon steigen vorbörslich um jeweils rund ein Prozent. Lockheed-Titel kosten mit 418,59 Dollar zudem so viel wie noch nie.

12:43 Uhr

Fluglinienaktien unter Druck nach Boeing-Absturz

Boeing
Boeing 324,15

Für zusätzliche Verunsicherung sorgt, dass im Iran ein ukrainisches Passagierflugzeug kurz nach dem Abflug aus Teheran abgestürzt ist. Die Boeing-Maschine war auf dem Weg nach Kiew. Das Außenministerium in Kiew hat inzwischen den Tod aller Menschen an Bord bestätigt, darunter sind auch drei Deutsche.

Fluglinienaktien stehen daraufhin unter Abgabedruck. Lufthansa verlieren 1,3 Prozent, Air France 2,1 Prozent und IAG 1,1 Prozent. Nach dem Absturz einer Boeing 737 herrscht Unsicherheit über die Gründe. Die Lufthansa hat einen Flug in den Iran gestrichen und die US-Flugaufsicht den gesamten Luftraum der Golfregion für US-Fluggesellschaften gesperrt.

11:52 Uhr

BMW behaupten sich dank Rekordabsatz

BMW hat im vergangenen Jahr so viele Fahrzeuge verkauft wie noch nie und erwartet auch im neuen Jahr einen Rekordabsatz. Der Konzern verkaufte 2019 insgesamt 2,52 Millionen Autos und Motorräder, wie Vertriebsvorstand Pieter Nota erklärte. "Wir blicken mit Zuversicht auf das neue Jahr und streben 2020 erneut einen Absatzzuwachs an", fügte der BMW-Manager hinzu.

BMW sind damit minus 0,3 Prozent stärkster deutscher Autowert. VW verlieren 0,7 und Daimler 0,6 Prozent.

11:43 Uhr

Dax dämmt Minus vor Trump-Rede ein

Dax
Dax 13.548,94

Der Dax dämmt sein Minus am Vormittag deutlich ein auf nur noch 0,3 Prozent. Auslöser der Erholung sind Hoffnungen, dass der iranische Raketenangriff nur ein gesichtswahrendes Signal war, auf dessen Basis eine Annäherung mit den USA möglich ist.

Dafür spreche, dass es keine US-Toten gegeben habe. Der Außenminister Luxemburgs nannte das iranische Vorgehen ein Signal der "Deeskalation". Alles weitere hänge nun von der Rede von US-Präsident Trump am Nachmittag ab.

 

 

10:48 Uhr

Varta verzeichnet größten Kurssturz der Firmengeschichte

Varta AG
Varta AG 92,30

Nach der Kursrally der vergangen Monate steigen Anleger bei Varta aus. Die Aktien des Batterie-Herstellers fallen um gut 24 Prozent auf 89,20 Euro. Das ist der größte Kurssturz der Firmengeschichte. Im vergangenen Jahr hatten die Titel ihren Kurs allerdings fast verfünffacht. Der Nebenwerte-Index MDax kam im gleichen Zeitraum nur auf ein Plus von rund 30 Prozent.

  • Ein Grund für den Kurssturz war Händlern zufolge eine Herunterstufung durch die Commerzbank. Die Analysten setzten die Papiere auf "Hold" von "Buy", bekräftigten allerdings ihr Kursziel von 135 Euro.
  • Die Commerzbank sei bei diesem Wert der Meinungsführer, sagte ein Börsianer. Er verwies außerdem auf einen pessimistischen Ausblick des US-Lithiumproduzenten Livent.
  • Einem Insider zufolge hat Varta zudem mit Patentverletzungen durch Konkurrenten zu kämpfen. Die betroffenen Firmen seien bereits abgemahnt worden. Einstweilige Verfügungen seien in Vorbereitung.

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10:18 Uhr

Unerwarteter Auftragsschwund trifft deutsche Industrie

Schwache Zahlen für die deutsche Industrie: Die schwache Auslandsnachfrage hat zu einem unerwarteten Auftragsrückgang geführt.

  • Das Neugeschäft schrumpfte um 1,3 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Wachstum von 0,3 Prozent gerechnet.
  • Im Oktober hatte es noch ein Plus von revidiert 0,2 (bisher: minus 0,4) Prozent gegeben, im September von 1,0 Prozent.
  • Während die Bestellungen aus dem Inland im November um 1,6 Prozent zulegten, sanken die Aufträge aus dem Ausland um 3,1 Prozent. Dabei fiel die Nachfrage aus den Euro-Ländern um 3,3 Prozent, die aus dem Rest der Welt um 2,8 Prozent.
09:25 Uhr

Gold ist so teuer wie noch nie

Gold in USD
Gold in USD 1.563,28

Die Furcht vor einem erneuten Krieg in der Golf-Region sorgt bei Anlegern für eine rege Nachfrage nach Gold. Der Preis der "Antikrisen-Währung" steigt um 2,4 Prozent auf ein Sieben-Jahres-Hoch von 1610,90 Dollar je Feinunze. Für europäische Investoren ist das Edelmetall mit 1443,07 Euro sogar so teuer wie noch nie.

09:18 Uhr

Angriff auf US-Stellung macht Anleger nervös

Deutsche Euroshop
Deutsche Euroshop 25,36

Der iranische Angriff auf US-Stellungen im Irak macht Dax-Anleger nervös. Der deutsche Leitindex fällt zur Eröffnung um 0,7 Prozent auf 13.132 Punkte. Einen ausgewachsenen Krieg befürchte derzeit aber niemand, sagen Börsianer.

Daher sei die Kursreaktion vergleichsweise verhalten. Als Vergeltung für die gezielte Tötung eines führenden iranischen Generals durch das US-Militär vergangene Woche feuerte die Islamische Republik Raketen auf US-Stützpunkte im Irak ab.

Zu den größten Verlierern am deutschen Aktienmarkt zählt Deutsche Euroshop mit einem Kursminus von 3,2 Prozent. Der Wert des Immobilienvermögens des Shoppingcenter-Betreibers ging den Angaben zufolge 2019 um 123 Millionen Euro zurück. Das sei ein doppelt so hoher Rückgang wie im vorangegangenen Jahr.

08:04 Uhr

Angst vor Eskalation: Irankonflikt setzt Dax zu

Auch an der deutschen Börse macht sich der Konflikt zwischen USA und Iran bemerkbar. Der Dax soll nach Berechnungen von Banken und Brokerhäusern niedriger starten als erwartet.

  • Die vorbörslich errechneten Indikationen sehen den Dax auf einem Niveau von 13.144,00 Punkten eröffnen, was einem Abgang von 0,6 Prozent entspricht.
  • Am Vorabend war der Dax 0,8 Prozent fester bei 13.226,83 Punkten mit einem deutlichen Plus aus dem Handel gegangen.
  • Für Unsicherheit bei den Anlegern dürfte die Angst vor einer weiteren Eskalation des Irankonflikts sorgen. Die iranischen Raketenangriffe haben bereits die Börsen in Asien belastet. Außerdem werden die Daten zum Auftragseingang der deutschen Industrie im November vorgelegt und in den USA veröffentlichen die Experten von ADP ihren Arbeitsmarktbericht für Dezember.
Dax
Dax 13.548,94

 

07:29 Uhr

Euro übersteht iranischen Militärschlag

Am Devisenmarkt zeigt sich der Euro trotz Iran-Konflikt stabil.

  • Am frühen Morgen notiert der Euro bei 1,1148 Dollar und damit auf Vorabendniveau. Zu Wochenbeginn war der Euro im Verlauf zeitweise über 1,12 Dollar gestiegen.
  • Am Devisenmarkt in Fernost verlor der Dollar zur japanischen Währung 0,1 Prozent auf 108,35 Yen und stagnierte zur chinesischen Devise bei 6,9440 Yuan. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent niedriger bei 0,9696 Franken. Das Pfund Sterling gewann 0,1 Prozent auf 1,3131 Dollar.
Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

 

06:55 Uhr

Ölpreise schwingen nach Kriegsangst zurück

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 58,67

Die asiatischen Börsen erleben keinen guten Handelstag. Nach dem iranischen Angriff auf Militärstützpunkte mit US-Soldaten im Irak haben die Börsen in Hongkong, Seoul und China nachgegeben. Die Furcht vor einer weiteren Eskalation sei am Markt gewachsen, sagen Analysten. Das macht sich bemerkbar:

  • In Tokio rutschte der japanische Leitindex Nikkei im Handelsverlauf rund 1,5 Prozent auf 23.223 Punkte ab.
  • Auch in China ging es bergab: Die Börse in Shanghai lag 0,6 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,5 Prozent.
  • Die Ölpreise und die "Krisenwährung" Gold legen im Gegenzug zu. Zu Beginn der Woche erreichte das Rohöl WTI mehr als 64,1 US-Dollar, sank seitdem jedoch leicht.
  • Vor dem Hintergrund der Spannungen in Nahost kaufen viele Investoren das als wertstabil geltende Gold. In der Nacht auf Mittwoch stieg der Kurs für eine Feinunze erstmals seit dem Jahr 2013 über die Marke von 1600 US-Dollar. Zuletzt fiel der Preis für Gold wieder etwas zurück auf 1594 Dollar. Das waren aber immer noch rund 20 Dollar mehr als am Vortag.
06:29 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht