Montag, 03. Dezember 2018Der Börsen-Tag

Heute mit Jan Gänger
18:11 Uhr

"Waffenstillstand" treibt Dax zu größtem Tagesgewinn seit Monaten

Ein "Waffenstillstand" im US-Handelskonflikt mit China hat dem Dax einen Wochenauftakt nach Maß beschert. Schlechte Nachrichten der Autobauer gingen in der Euphorie unter.

  • Der Leitindex stieg um 1,85 Prozent auf 11.465,46 Punkte, den höchsten Schlusskurs seit drei Wochen. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann 1,34 Prozent auf 23 768,29 Zähler.
  • Die USA und China haben eine weitere Eskalation in ihrem Handelsstreit - vorerst - abgewendet. China hat sich nach den Worten von US-Präsident Donald Trump zu einem Entgegenkommen bei Autozöllen bereiterklärt. Peking wollte dies zunächst zwar nicht bestätigen, dementierte die Darstellung Trumps aber auch nicht. Zudem soll es ab Januar zumindest für 90 Tage keine weiteren Zölle geben.
  • Selbst deutliche Warnungen der deutschen Autobauer VW und BMW, dass gegenwärtige und kommende Probleme ihre Geschäfte merklich beeinträchtigen dürften, konnten die Anleger in ihrer Euphorie nicht bremsen. BMW legten 4,8 Prozent zu. Daimler gewannen 4,5 Prozent und Volkswagen immerhin 2,9 Prozent.

 

16:40 Uhr

US-chinesischer Handelszoff macht BMW zu schaffen

BMW bereitet Investoren auf Ergebnisbelastungen im kommenden Jahr vor. Wechselkurse und Rohstoffpreise entwickelten sich weiter negativ, sagte Finanzvorstand Nicolas Peter vor Analysten in München. "Wir rechnen für 2019 mit Gegenwind im mittleren bis hohen dreistelligen Millionenbereich."

BMW
BMW 87,79

Für 2018 hat BMW bereits Belastungen in ähnlicher Höhe angekündigt. 2019 schlügen zudem Zölle zwischen den USA und China erstmals für ein volles Jahr zu Buche. Hier rechne das Management mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag an Zusatzbelastung.

Der Oberklasse-Hersteller baut seit fast 25 Jahren Autos in den USA, die Fabrik in Spartanburg/South Carolina ist mittlerweile der größte Standort des Konzerns weltweit. Dort werden die Geländewagen der X-Reihe produziert. Von den gut 371.000 in den USA gebauten Autos exportierte BMW 2017 mehr als 70 Prozent. Wichtigstes Ziel: China.

16:26 Uhr

Euro verliert an Wert

Der Kurs des Euro ist heute gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1332 (Freitag: 1,1359) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8825 (0,8803) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89150 (0,89068) britische Pfund, 128,70 (128,99) japanische Yen und 1,1323 (1,1340) Schweizer Franken fest.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,13

 

16:10 Uhr

Chip-Werte starten durch

Ein Blick auf die Einzelwerte an der Wall Street. Dort greifen Investoren nach dem G20-Burgfrieden vor allem bei Chip-Werten zu, die stark vom China-Geschäft abhängen. Die Aktien von AMD, Intel, Micron und Texas Instruments gewinnen bis zu 7,3 Prozent. Gefragt sind auch konjunkturabhängige Unternehmen wie der Baumaschinen-Anbieter Caterpillar oder der Airbus-Rivale Boeing. Deren Papiere verteuern sich um bis zu 6,1 Prozent. Die Aktien der Autobauer General Motors (GM), Ford und Tesla tendieren bis zu 4,2 Prozent im Plus. Sie profitieren zusätzlich von Trumps Aussage, dass die Chinesen Zölle auf Fahrzeuge aus US-Produktion senken werden.

15:52 Uhr

US-Börsen feiern Pause im Handelsstreit

Mit einem kräftigen Plus startet die Wall Street in die neue Woche. Auslöser ist, dass sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Machthaber Xi Jinping darauf verständigt haben, neue Strafzölle vorerst für 90 Tage auszusetzen. Allerdings bleiben die Aufschläge von Dow & Co hinter den zwischenzeitlichen Gewinnen in Europa und Asien zurück.

S&P 500
S&P 500 4.563,93

Der Dow-Jones-Index gewinnt kurz nach der Startglocke 1,6 Prozent auf 25.950 Punkte. Der S&P 500 legt um 1,4 Prozent zu, und der Nasdaq-Composite gewinnt 1,8 Prozent.

"Für den Moment sind die Verschiebungen gute Nachrichten. Soweit ernsthafte Gespräche zwischen den USA und China möglich sind, können die Zölle auf unbestimmte Zeit verschoben werden", sagt Volkswirt Stephen Gallagher von der Société Générale. "Das Ergebnis ist besser als vom Markt erwartet, aber die riesige Kluft, die nach wie vor besteht, deutet auf weiterhin holprige Verhandlungen hin", gibt dagegen Ökonom Li-Gang Liu von der Citigroup zu Bedenken.

15:41 Uhr

Bernecker gibt Börsentipps

Den von den USA und China vereinbarten Burgfrieden beurteilt Jens Bernecker als durchaus positiv. "Die Chinesen haben sehr weise agiert", sagt der Börsen-Profi im n-tv-Interview. Sie würden Trump das Gefühl geben, der Sieger zu sein. Doch die chinesische Führung plane langfristig.

Für Anleger sei jetzt eine gute Gelegenheit, auf Schnäppchenjagd zu gehen, so Bernecker. Interessant seien Werte, die in letzter Zeit "geprügelt" wurden  - beispielsweise Automobilaktien wie Volkswagen und Tesla.

Das komplette Interview sehen Sie hier:

 

15:19 Uhr

Deutsche Automanager wollen US-Regierung Zölle ausreden

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Droht mit höheren Zöllen: Donald Trump.

imago/ZUMA Press

Ermuntert vom G20-Burgfrieden zwischen den USA und China reisen Top-Manager deutscher Autokonzerne morgen nach Washington, um der US-Regierung die angedrohten Schutzzölle auf europäische Autos auszureden. Für Daimler wird Vorstandschef Dieter Zetsche an den Gesprächen teilnehmen, wie das Unternehmen bestätigte. Nach dpa-Informationen fliegt außerdem VW-Boss Herbert Diess in die USA, um dort am späten Vormittag Wirtschaftsminister Wilbur Ross und den Handelsbeauftragten Robert Lighthizer zu treffen.

BMW-Chef Harald Krüger kommt nicht, der Münchner Konzern wird nach eigenen Angaben von Finanzvorstand Nicolas Peter vertreten. Präsident Donald Trump wird nach bisherigem Stand ebenfalls nicht erwartet. Er hatte gedroht, auf die Einfuhr europäischer Autos künftig Zölle von bis zu 25 Prozent zu verhängen.

Bei dem geplanten Treffen deutscher Automanager mit US-Vertretern im Weißen Haus soll es nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht um EU-Angelegenheiten gehen. "Die deutschen Firmen sind gleichzeitig große Arbeitgeber in den Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Merkel am Montag in Berlin über das für Dienstag vorgesehene Gespräch in Washington. Insofern gebe es "durchaus Grund", Fragen etwa zu Investitionen "als amerikanische Arbeitgeber mit der amerikanischen Administration" zu besprechen.

15:11 Uhr

Dax arbeitet sich vor

Der Waffenstillstand im Handelskonflikt zwischen den USA und China treibt den Dax deutlich nach oben. Derzeit steht der Leitindex 2 Prozent höher bei 11 485 Punkten, nachdem er den November mit einem Minus von rund 1,7 Prozent beendet hatte. Der MDax gewinnt 1,5 Prozent auf 23.806 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legt rund 1,4 Prozent zu.

Dax
Dax 15.234,13

Anlässlich des G20-Gipfels in Buenos Aires haben die USA und China eine weitere Eskalation in ihrem Handelsstreit vorerst abgewendet. Neue Verhandlungen würden aufgenommen, um eine Lösung zu finden, hatten beide Seiten nach einem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping erklärt.

Aktien aus dem Automobilsektor profitieren besonders stark von der Entspannung im Handelskonflikt. So stehen die Papiere von BMW, Daimler und Volkswagen mit Kursgewinnen zwischen 3,5 und 5,5 Prozent an der Dax-Spitze.

Und im MDax? Dort verzeichnen die Anteilsscheine der Autozulieferer Rheinmetall, Dürr, Hella und Norma Kursaufschläge zwischen 5 und 6,3 Prozent.

 

14:55 Uhr

Lufthansa-Aktionäre machen Kasse

Der steigende Ölpreis löst Gewinnmitnahmen bei Lufthansa-Aktien aus. Der Kurs fällt um 2 Prozent auf 21,06 Euro, damit sind Lufthansa-Aktien nach Vonovia größter Dax-Verlierer.

Lufthansa
Lufthansa 5,73

Die Gewinnmitnahmen könnten sich noch ausweiten, meint ein Marktanalyst. Am Morgen war der Kurs noch im Plus gestartet und hatte mit 21,87 Euro den höchsten Stand seit Ende September markiert. "Da hatte der Kurs mit dem Anlaufen des Widerstandsbereichs um 22 Euro das Erholungspotenzial aber auch erst einmal ausgeschöpft", so der Marktanalyst. Das Plus seit dem Tief Ende Oktober summierte sich da auf etwa 28 Prozent.

14:36 Uhr

Brexit-Angst setzt dem Pfund zu

Die nahende Abstimmung im britischen Parlament über den Brexit-Deal prägt den Devisenmarkt. Das Pfund Sterling verliert bis zu 0,4 Prozent und ist mit 1,2706 Dollar so billig wie zuletzt seit fünf Wochen.

Britisches Pfund / US-Dollar
Britisches Pfund / US-Dollar 1,33

Am 11. Dezember sollen die Abgeordneten über die Scheidungsvereinbarung zwischen Großbritannien und der EU entscheiden. Eine Zustimmung gilt wegen parteiübergreifender Kritik an der Vereinbarung als ungewiss. "Das einzige, was wir mit absoluter Sicherheit wissen, ist die Tatsache, dass die jüngste Stabilität des Pfund über die Spannungen unter der Oberfläche hinwegtäuscht", so Stephen Gallo, Chef-Anlagestratege für Devisen bei der Investmentbank BMO. "Ab nun wird es rauer."

14:14 Uhr

Streamingdienst treibt Milliarden-Börsengang voran

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Die Boygroup "Boy Story" ist ein Produkt von Tencent und dem koreanischen Unternehmen JYP.

mirrormedia - Imaginechina

Nach der Entspannung im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit hat der chinesische Musikstreamingdienst Tencent Music seine milliardenschweren Börsenpläne wiederbelebt. Die Emission in den USA soll 1,2 Milliarden Dollar schwer werden, wie die Tochter des chinesischen Techgiganten Tencent mitteilte. Angeboten werden 82 Millionen sogenannte Hinterlegungsscheine (ADR) zu einem Preis von je 13 bis 15 Dollar. Bei entsprechender Nachfrage könnten weitere 12,3 Millionen Papiere platziert werden und das Gesamtvolumen auf 1,4 Milliarden Dollar treiben. Der Börsenwert des gesamten Unternehmens soll bei 22 bis 25 Milliarden Dollar liegen, sagte ein Insider.

Im Oktober hatte Tencent Music wegen der fallenden Aktienmärkte den Börsengang zunächst auf die lange Bank geschoben. Nun hofft das Unternehmen, am 12. Dezember sein Debüt an der New Yorker Börse Nyse zu feiern. Tencent Music wolle die Emission so bald wie möglich durchziehen, weil man eine erneute Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China fürchte, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Die Entspannung zwischen den beiden Ländern nach dem Treffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels in Argentinien werde wohl nicht von Dauer sein.

Im Gegensatz zum schwedischen Rivalen Spotify, dem im April in New York die größte jemals erfolgte Direktplatzierung ohne vorherigen Preisbildungsprozess gelungen war, schreibt Tencent Music schwarze Zahlen. In den ersten neun Monaten konnten die Chinesen den Gewinn auf 394 Millionen Dollar mehr als verdreifachen. Spotify häufte dagegen im selben Zeitraum einen Verlust von 520 Millionen Dollar an.

Tencent Music, das die Streaming-Apps QQ Music, Kugou und Kuwo sowie den Karaoke-Dienst WeSing betreibt, zählt mehr als 800 Millionen monatliche Nutzer.

13:54 Uhr

Deutsche Wirtschaft steht vor Schwächephase

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picture alliance / dpa

Der deutschen Wirtschaft droht Ökonomen zufolge ein schwaches Jahr 2019. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte dann nur noch um 1,2 Prozent wachsen und damit so langsam wie seit 2013 nicht mehr, sagen sowohl das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) als auch die Commerzbank-Volkswirte voraus.

2017 hatte es noch zu 2,2 Prozent gereicht, im zu Ende gehenden Jahr werden 1,5 Prozent erwartet. Die Bundesregierung rechnet sowohl für dieses als auch für nächstes Jahr mit 1,8 Prozent Wachstum.

"International droht weiterhin Ungemach: Der drohende Handelskonflikt, den die USA befeuern, und der Brexit bremsen die deutsche Konjunktur", so IW-Experte Michael Grömling. "Das trübt die Aussichten für 2019."

13:31 Uhr

Wieso verlässt Katar die Opec?

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AP

In einem überraschenden Schritt hat Katar nach mehr als einem halben Jahrhundert seinen Ausstieg aus der Organisation Erdöl exportierender Länder angekündigt. Stattdessen will sich das Golfemirat künftig noch stärker auf seine Rolle als Weltmarktführer beim Export von Flüssiggas (LNG) konzentrieren, wie Energieminister Saad al-Kaabi sagte. Mit dem diplomatischen Zwist mit dem größten Opec-Produzenten Saudi-Arabien habe der Schritt hingegen "nichts zu tun".

Katars Mitgliedschaft in der Opec werde bereits im Januar 2019 enden, kündigte al-Kaabi in Doha an. Zwar werde Katar weiter Erdöl produzieren. Dort gebe es allerdings kein großes Potenzial.  Katar ist der weltweit größte Exporteur von Flüssiggas (LNG) und macht sich auch für den Bau eines LNG-Terminals in Deutschland stark.

Der Minister griff Saudi-Arabien nicht namentlich direkt an, richtete aber eine unverkennbare Spitze gegen das dominierende Opec-Mitglied, mit dem sich Katar seit dem vergangenen Jahr auch in einem schwerwiegenden diplomatischen Konflikt befindet. "Wir sagen nicht, dass wir aus dem Ölgeschäft aussteigen, aber dieses wird von einer Organisation kontrolliert, die von einem einzelnen Land geführt wird", sagte er. Katar habe in dem Kartell kaum etwas zu sagen.

Saudi-Arabien stimmt sich in Fragen der Ölproduktion zunehmend mit Russland ab, das nicht zur Opec gehört. Außerdem steht das Königreich unter besonderem Druck durch US-Präsident Donald Trump, der auf niedrige Ölpreise pocht.

Die Opec, der Katar seit 1961 angehört, wird vom weltgrößten Ölproduzenten Saudi-Arabien dominiert. Saudi-Arabien sowie Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten hatten im Sommer 2017 ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Verkehrs- und Handelsblockade gegen den Golfstaat verhängt. Sie werfen Katar vor, "Terrorismus" zu unterstützen und zu enge Beziehungen zum schiitischen Iran - dem Erzfeind Saudi-Arabiens - zu pflegen.

Die Entscheidung zum Rückzug aus der Opec habe zudem "nichts mit der Blockade zu tun", sagte al-Kaabi. Sie basiere vielmehr auf "technischen und strategischen" Erwägungen. Es sei "ineffizient, sich auf etwas zu konzentrieren, das nicht dein Kerngeschäft ist und das dir langfristig nicht nutzen wird", sagte der Minister.  Erst im September hatte Katar angekündigt, seine Gasproduktion bis 2024 um rund 30 Prozent von derzeit 77 auf 110 Millionen Tonnen pro Jahr auszuweiten.

Bei der Ölproduktion rangiert das gasreiche Golfemirat hingegen nicht auf den vorderen Plätzen: Vermutet werden dort zwei Prozent der weltweiten Reserven. Die gegenwärtige Ölproduktion beläuft sich auf 600.000 Barrel pro Tag - damit kommt Katar in der Liste der größten Rohölproduzenten laut der Analyse-Website worlddata.info lediglich auf den 17. Rang.

12:46 Uhr

Der reichste Belgier stirbt mit 92 Jahren

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Albert Frere.

REUTERS

Der belgische Investor Albert Frere ist mit 92 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Beteiligungsgesellschaft Groupe Bruxelles Lambert (GBL), "Über mehr als drei Jahrzehnte hat sich GBL unter seiner Führung zu einer der größten Holdings in Europa entwickelt", heißt es in dem Nachruf. Frere, der immer wieder große Fusionen und Übernahmen eingefädelt hatte, galt als reichster Belgier.

GBL ist mit rund acht Prozent einer der größten Aktionäre des Sportartikelkonzerns Adidas und war zuletzt auch beim Anlagenbauer GEA mit gut fünf Prozent eingestiegen. In der Schweiz hatte er entscheidenden Anteil an der Fusion von Holcim mit der französischen Lafarge. Auch am Warenprüfkonzern SGS ist GBL beteiligt.

Seine letzten Funktionen bei GBL und deren schweizerischem Großaktionär Pargesa hatte Frere vor drei Jahren abgegeben. Er blieb aber einer der beherrschenden Aktionäre der Gruppe, die er seit den 1980er Jahren zusammen mit dem 2013 verstorbenen kanadischen Geschäftsmann Paul Desmarais aufgebaut hatte.

Frere hatte einen Schrauben- und Nagelhändler im belgischen Charleroi geerbt und verließ die Schule deshalb mit 17 Jahren. Rasch kaufte er mehrere Stahlunternehmen zusammen. Bei der GBL übernahm er 1982 die Kontrolle. Immer wieder profitierte er von großen Fusionen, die er als einer der ersten aktivistischen Aktionäre in Europa selbst anschob. So tauschte er auch seine Beteiligung am Fernsehkonzern RTL vorübergehend in ein 25,1-Prozent-Paket an Bertelsmann, scheiterte aber mit dem Plan, den Gütersloher Medienkonzern selbst an die Börse zu bringen.

12:25 Uhr

Konjunkturdelle wegen Krawallen in Frankreich befürchtet

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Bei den Protesten in Paris wurden zahleiche Autos angezündet.

REUTERS

Die schwersten Krawalle in Frankreich seit Jahrzehnten haben inzwischen auch Auswirkungen an der dortigen Börse. Heute geraten vor allem Titel von Unternehmen unter Druck, die stark von der heimischen Konjunktur und dem Tourismus abhängig sind. So fallen etwa die Aktien der Supermarktkette Carrefour um 1,4 Prozent, die Titel des Hotelbetreibers Accor geben 0,8 Prozent nach, und für die Airline Air France KLM geht es um 2 Prozent nach unten.

Händler und Analysten sagen, Investoren seien zunehmend verunsichert, welche Folgen die Demonstrationen auf die Konjunktur und den Tourismus in Frankreich haben. "Bei Accor fragen sich Anleger vielleicht, wie viele kurzfristige Absagen von Hotelzimmern es deswegen geben wird", so Fondsmanager Jerome Schupp vom Vermögensverwalter Prime Partners. "Es ist nicht schön, solche Bilder aus einer bedeutenden Großstadt zu sehen", fügt ein Händler hinzu. "Das wird die Wirtschaft mit Sicherheit belasten."

Vermummte hatten am Samstag erneut in Paris randaliert, zum Teil mit Metallstangen und Äxten, Autos und Gebäude wurden in Brand gesetzt, Geschäfte geplündert. Insgesamt wurden rund 10.000 Demonstranten gezählt, die gegen höhere Spritpreise und die hohen Lebenshaltungskosten auf die Straße gingen.

Der französische Leitindex CAC 40 legt zu Wochenbeginn dennoch 1,8 Prozent zu. Er profitiert wie andere Börsen in Europa auch von der am Wochenende beim G20-Gipfeltreffen ausgehandelten Pause im Handelskonflikt zwischen den USA und China.

12:11 Uhr

Morgan Stanley hebt den Daumen für China

Die Analysten der US-Investmentbank Morgan Stanley beurteilen nach dem G20-Gipfeltreffen in Argentinien die Aktien aus China positiver. Das Ergebnis des Gespräche von US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping sei besser als erwartet und könne zu einer Deeskalation im Handelstreit führen, heißt es zur Begründung. Sie erhöhten ihr Rating für chinesische Aktien auf "Overweight" von "Equal-weight".  Zudem stuften sie das Kursziel für den Index MSCI China, das Hongkonger Börsenbarometer Hang Seng und den chinesische Aktienindex CSI300 nach oben.

China und die USA hatten sich am Rande des Treffens der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) darauf geeinigt, dass die für Anfang Januar angedrohte nächste Runde von Strafzöllen erst einmal verschoben wird. Binnen 90 Tagen wollen die beiden Wirtschaftsmächte ihre Streitigkeiten beilegen und in dieser Zeit auf Erhöhungen von Importabgaben verzichten. Außerdem sollen Autos, die von den USA nach China exportiert werden, nun doch nicht mit 40 Prozent verzollt werden.

11:54 Uhr

Anleger feiern K+S

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Ein Lader kippt Rohsalz in ein Rollloch, von wo aus es mit einer Förderanlage weitertransportiert wird.

picture alliance / Arne Dedert/d

Die Aktien von K+S reagieren mit einem Kurssprung auf positive Nachrichten zur Kaliproduktion des Düngemittel- und Salzkonzerns. Mit einem Gewinn von 6,9 Prozent auf 16,585 Euro gehören sie zu den attraktivsten Werten im MDax

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K+S kann seine Kaliproduktion an den drei Standorten des Kaliwerks Werra trotz des Niedrigwassers des Flusses mindestens bis Weihnachten sicherstellen. Der Unternehmen sieht zudem im laufenden Quartal eine positive Entwicklung im Geschäft mit Auftausalz sowie eine anhaltend robuste Kali-Nachfrage und bekräftigte seine Mitte November reduzierte Ergebnisprognose für dieses Jahr. Damals waren die Papiere auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwölf Jahren gefallen.

11:34 Uhr

Britische Industrie profitiert von Hamsterkäufen

Die britische Industrie hat sich nach einem Schwächeanfall wieder etwas berappelt. Wegen des nahenden Brexits gingen die Exporte zwar zurück. Zugleich nahm die heimische Nachfrage aber zu, weil Unternehmen ihre Lager füllen. Damit bereiten sie auf einen "harten Brexit" vor, bei dem Grenzkontrollen drohen.

Der Einkaufsmanager-Index stieg im November um zwei Zähler auf 53,1 Punkte, wie das Forschungsinstitut IHS Markit zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte. Damit liegt das Barometer wieder ein gutes Stück über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, nachdem es im Oktober auf den niedrigsten Stand seit dem Brexit-Votum vom Juni 2016 abgesackt war.

Die Industrie steuert rund zehn Prozent zur britischen Wirtschaftsleistung bei. Für das anstehende Brexit-Jahr 2019 sieht der Industrieverband EEF das schwächste Wachstum in dem Bereich seit Mitte des Jahrzehnts voraus. Demnach wird lediglich ein Plus von 0,3 Prozent erwartet nach geschätzten 1,1 Prozent im laufenden Jahr. "Es gibt so viele Wolken am Horizont wie seit langem nicht mehr", warnte EEF-Chef Stephen Phipson.

Großbritannien will die EU Ende März verlassen. Die Scheidungsvereinbarung mit Brüssel, die einen möglichst reibungslosen Übergang in die Zeit nach der EU-Mitgliedschaft ermöglichen soll, steht nächste Woche im Parlament zur Abstimmung an. Die britische Notenbank hat für den Fall eines Scheiterns vor katastrophalen Folgen für die Wirtschaft auf der Insel gewarnt. Sie geht davon aus, dass ein ungeordneter Brexit die Konjunktur stärker als die Finanzkrise vor zehn Jahren treffen würde.

11:16 Uhr

Außenminister Maas verteidigt Festhalten an Gas-Pipeline

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Das Schiff "Audacia" verlegt in der Ostsee vor der Insel Rügen Rohre für die Gaspipeline Nord Stream 2.

picture alliance/dpa

Ein Rückzug Deutschlands vom Bau der umstrittenen Gas-Pipeline Nord Stream 2 würde Bundesaußenminister Heiko Maas zufolge das Projekt nicht stoppen, aber Nachteile für die Ukraine mit sich bringen. Deutschland setze sich bei Russland für einen andauernden Gastransit durch die Ukraine ein, damit der Regierung in Kiew die Einnahmen dafür nicht verloren gingen, sagte Maas in Berlin.

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"Das heißt, sich zurückzuziehen aus diesem Projekt würde auch bedeuten, diese politische Forderung zurückzunehmen", so der Außenminister. Denn Nord Stream 2 würde auch gebaut, wenn deutsche Unternehmen aus dem Vorhaben ausstiegen. Dann würde es allerdings niemanden mehr geben, der sich dafür einsetze, dass es zu einem alternativen Gastransit durch die Ukraine komme.

Nord Stream 2 soll wie Nord Stream 1 Gas aus Russland durch die Ostsee nach Deutschland leiten. Bisherige Transitstaaten wie die Ukraine werden damit umgangen, was dort für heftige Kritik sorgt. Die Ukraine ist selbst von russischem Gas abhängig und fühlt sich zunehmend erpressbar durch die Regierung in Moskau, wenn diese den Gashahn zudrehen könnte, ohne damit den Endkunden Deutschland und weitere Abnehmer in Westeuropa zu treffen.

BASF gehört mit seiner Tochter Wintershall zu den Unternehmen, die an Nord Stream 2 beteiligt sind. Das Konsortium wird vom russischen Energie-Riesen Gazprom angeführt.

10:56 Uhr

Unilever gibt Milliarden für Malzgetränke aus

Der Konsumgüterriese Unilever hat den Zuschlag für die asiatische Malzgetränke-Sparte des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline bekommen. Unilever bezahle 3,3 Milliarden Euro in bar und Aktien für das Geschäft mit den Getränkemarken Horlicks und Boost in Indien und über 20 anderen vorwiegend asiatischen Märkten, teilte das britisch-niederländische Unternehmen mit.

Im Rennen um die Sparte hatten Insider zuletzt schon Unilever im Vorteil gegenüber Nestle aus der Schweiz gesehen. Die Traditionsmarke Horlicks ist beliebt, obwohl der indische Markt für solche mit Milch gemischten Getränke zurückgeht. Die Kunden suchen verstärkt nach Alternativen mit weniger Zucker.

10:33 Uhr

Rohstoffe werden teurer

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Kupferverhüttung in Chile.

REUTERS

Der am Wochenende ausgehandelte Burgfrieden im Zollstreit zwischen China und den USA treibt die Preise für Industriemetalle in die Höhe. So klettert der Kurs des wichtigsten Industriemetalls Kupfer um 2,5 Prozent auf 6352 Dollar je Tonne und erreicht damit den höchsten Stand seit Anfang Oktober.

Kupfer (LME)
Kupfer (LME) 9.469,50

Der Beschluss von US-Präsident Donald Trump und des chinesischen Staatschefs Xi Jinping, in den nächsten 90 Tagen auf neue Zölle zu verzichten und zu verhandeln, sei zwar nichts substanzielles aber zumindest mehr als vor dem G20-Gipfel in Argentinien zu erwarten gewesen sei, so Analystin Helen Lau vom Brokerhaus Argonaut Securities. Besonders Kupfer, das in den vergangenen Wochen immer wieder unter Druck gestanden hatte, habe großes Aufholpotenzial.

Zink verteuert sich um drei Prozent auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 2617 Dollar je Tonne. Der Preis für Aluminium legt um bis zu 2,9 Prozent zu. Rückenwind erhalten die in Dollar gehandelten Metallpreise auch von der US-Währung, die sich im Vergleich zu mehreren anderen Währungen abschwächte.

10:22 Uhr

Industrie verliert an Schwung

Die Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands hat sich im November weiter abgeschwächt. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) der Industrie fiel auf 51,8 Punkte von 52,2 im Vormonat, wie das IHS Markit Institut bei einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Das ist der tiefste Stand seit 31 Monaten.

"Damit ging der Index bereits das zehnte Mal in diesem Jahr im Vormonatsvergleich zurück, und signalisierte eine nachhaltige Abkühlung des rekordverdächtigen Wachstums von Ende 2017", erklärte das Institut.

Im Zuge des ersten Ausweises war ein Rückgang auf 51,6 Punkte berichtet worden. Volkswirte hatten im Mittel mit einer Bestätigung des ersten Ausweises gerechnet. Oberhalb von 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum.

Bei den Neuaufträgen wurde der stärkste Rückgang seit vier Jahren registriert. "Aufgrund der nach wie vor schwächelnden Automobilindustrie sowie der anhaltenden geopolitischen Spannungen verzeichneten die deutschen Industrieunternehmen im November erneut ein spürbares Minus im Auftragseingang, und zwar insbesondere bei den Exportordern", sagte IHS-Markit-Ökonom Phil Smith.

10:08 Uhr

Für Öl-Werte geht es kräftig aufwärts

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REUTERS

Die Anfangseuphorie bei den Ölwerten in Europa lässt nach dem Börsenstart in Europa zwar etwas nach. Allerdings geht es für die Ölaktien nach dem Sprung der Ölpreise weiterhin deutlich aufwärts.

Royal Dutch steigen um 2,6 Prozent und BP um 1,9 Prozent. Kräftiger legen Ausrüster wie TGS Nopec in Oslo zu, die um 5,3 Prozent nach oben springen. In Wien steigen Schoeller-Bleckmann um 1,7 Prozent.

Die Ölpreise liegen rund 7 Prozent höher im Vergleich zu den Tiefs am Freitag, nachdem Russland und Saudi-Arabien ein Einverständnis gefunden haben, gemeinsam mit anderen Opec- und Nicht-Opec-Staaten Förderkürzungen vorzunehmen. Beschlossen werden könnte das auf dem Opec-Treffen am Donnerstag und Freitag in Wien.

09:36 Uhr

Auto-Aktien gehen durch die Decke

Partystimmung an der Börse nach dem G20-Gipfel in Argentinien: Börsianer machen dafür den am Wochenende vereinbarten Waffenstillstand im Handelsstreits zwischen China und den USA verantwortlich. US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping hatten am Rande des Gipfeltreffens beschlossen , dass die für Anfang Januar angedrohte nächste Runde von Strafzöllen erst einmal verschoben wird.

Zu den größten Dax-Gewinnern gehören Aktien der Autobauer Volkswagen, BMW und Daimler mit einem Kursplus von jeweils rund fünf Prozent. Die Titel des Autozulieferers Continental legen 3,5 Prozent zu.

Binnen 90 Tagen wollen die USA und China ihre Streitigkeiten beilegen. "Es ist für die Aktienmärkte das perfekte Geschenk, und die Chance auf eine Weihnachtsrally auch am deutschen Aktienmarkt hat sich über das Wochenende deutlich erhöht", sagt Analyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Allerdings warnten die Experten auch davor, dass es sich bei der Vereinbarung um keine finale Lösung in dem seit Monaten schwelenden Streit um höhere Zölle handele. Anleger müssten sich schon bald wieder fragen, wie es nach der vereinbarten 90-tägigen Frist weitergehe, so Investmentanalyst Uwe Streich. "Kommt dann doch noch das dicke Ende, oder folgt ein Happy End?"

09:14 Uhr

Aktien gewinnen kräftig

Der Frankfurter Aktienmarkt geht mit Gewinnen in die Woche. Der Dax steigt 2,5 Prozent auf 11.546 Punkte, während der MDax 2,3 Prozent auf 24.009 Zähler zulegt. Für den TecDax geht es 2,9 Prozent auf 2666 Punkte nach oben, für den SDax 2,1 Prozent auf 10.717 Zähler.

09:07 Uhr

Türkische Inflation bleibt extrem hoch

Zum ersten Mal seit Monaten ist die hohe türkische Inflationsrate etwas gesunken. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, fiel sie im November im Vergleich zum Vormonat um mehr als drei Prozentpunkte auf 21,6 Prozent. Im Oktober war die Teuerungsrate noch zum ersten Mal seit 15 Jahren auf über 25 Prozent geklettert.

US-Dollar / Türkische Lira
US-Dollar / Türkische Lira 13,76

Vor allem der Absturz der türkischen Landeswährung Lira - unter anderem durch ein schweres, aber mittlerweile beigelegtes Zerwürfnis mit den USA - hatte die Inflation in der Türkei stark steigen lassen. Die Währungskrise verteuert Einfuhren, auf die das Land stark angewiesen ist. Die Türkei weist ein chronisches Leistungsbilanzdefizit auf, importiert also mehr Waren als ausgeführt werden. Die Lira hat sich in den vergangenen Wochen nach dem schweren Absturz im Spätsommer leicht erholt.

08:53 Uhr

Annäherung im Zollstreit: Asiens Anleger jubeln

Shanghai Composite
Shanghai Composite 3.573,84

Der Waffenstillstand im Handelsstreit zwischen China und den USA hat bei Anlegern in Asien Begeisterung ausgelöst. Der japanische Nikkei-Index schloss den Handel 1,0 Prozent höher bei 22.574 Punkten. Die Börsen in Shanghai und Shenzhen sowie in Hongkong legten zwischen zwei und drei Prozent zu.

"Der Risikoappetit bei Investoren ist wieder da, aber die Zeit muss zeigen, wie nachhaltig der Optimismus ist", sagte Volkswirtin Jo Masters von der Bank ANZ. Analyst Robert Rennie von der Bank Westpac bezeichnete die Vereinbarung zwischen China und den USA als einen "Mini-Durchbruch". "Wir sehen im Moment erst einmal eine Pause im Handelsstreit, ein umfassender Handelsdeal sieht anders aus."

Nikkei
Nikkei 28.029,57

Gefragt waren in Tokio vor allem Aktien von Autobauern wie Toyota, die 3,4 Prozent zulegten. Die Aktien von Hitachi und TDK - beide sind stark im chinesischen Markt engagiert - rückten um je gut vier Prozent vor.

An der Börse in China schossen die Titel von Grand Automotive um zeitweise rund zehn Prozent in die Höhe.

08:35 Uhr

Gedenken an Bush - kein US-Börsenhandel am Mittwoch

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(Foto: AP)

Der Tod des früheren US-Präsidenten George H.W. Bush hat Auswirkungen auf das Geschehen an den US-Finanzmärkten. Die New York Stock Exchange (Nyse, Nyse American, Nyse National, Nyse Arca und die Chicago Stock Exchange (CSE), Teil des internationalen Börsennetzes der Intercontinental Exchange, werden am kommenden Mittwoch, der zum nationalen Trauertag erklärt wurde, nicht handeln. Gleiches gilt für die Nasdaq.

Bereits heute soll es um 9.20 Uhr New Yorker Ortszeit, eine Schweigeminute für den am Freitag im Alter von 94 Jahren verstorbenen 41. US-Präsidenten geben. Bush werde für seine jahrzehntelange Arbeit im Dienst des Landes und der ganzen Welt gedacht, und deswegen sei es angemessen, dass die New Yorker Börse am Mittwoch schließe, dem nationalen Tag der Trauer für das bleibende Vermächtnis Bushs, kommentierte Stacey Cunningham, Präsident der Nyse Group.

08:03 Uhr

Nach russisch-saudischem Pakt: Ölpreise steigen deutlich

Brent Rohöl
Brent Rohöl 71,49

Bewegung zu Wochenbeginn auf dem Ölmarkt: Die Ölpreise sind am Montag wegen des erneuerten Pakts zwischen den beiden wichtigen Förderstaaten Russland und Saudi-Arabien sowie einer gedrosselten Produktion in Kanada deutlich gestiegen.

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Zudem will Katar die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) verlassen. Die Mitgliedschaft des Emirats werde im 1. Januar 2019 enden, kündigt Energieminister Al-Kaabi in Doha an.

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 Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 62,33 US-Dollar. Das sind 2,87 Dollar oder rund fünf Prozent mehr als zum Wochenausklang am Freitagabend. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um 2,70 Dollar auf 53,63 Dollar. Damit stoppten beide Ölsorten erst einmal die seit Anfang Oktober anhaltende Talfahrt.

Mit der russisch-saudischen Einigung dürfte der Weg für eine Senkung der Produktion der wichtigsten Ölförderstaaten der Welt frei sein, um das Überangebot zu reduzieren. Die Opec-Staaten kommen Ende der Woche mit anderen wichtigen Förderländern zusammen, um über die Reaktion auf den Ölpreisverfall der vergangenen Wochen zu beraten. Experten gehen von einer Drosselung der Produktion aus - die Frage ist dabei aber vor allem, wie stark die Fördermenge gesenkt werden soll und wie einig sich die Staaten sind.

07:55 Uhr

Euro präsentiert sich fester

Der Euro hat zu Wochenbeginn von der Deeskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China profitiert. Der US-Dollar als weltweite Reservewährung geriet dagegen unter Druck. Ein Euro kostete am Morgen 1,1365 Dollar und damit einen halben Cent mehr als am späten Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1359 Dollar festgesetzt.

Die USA und China haben sich am Wochenende auf dem G20-Gipfel in Argentinien auf einen "Waffenstillstand" in ihrem Handelskonflikt geeinigt. An den Finanzmärkten sorgte die Annäherung der beiden größten Volkswirtschaften der Welt für Zuversicht.

07:33 Uhr

Nach Trump-Xi-Treffen: Dax schnellt vorbörslich hoch

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(Foto: picture alliance/dpa)

Im Aktienhandel wird mit einer Erleichterungsreaktion auf das Gipfeltreffen zwischen den USA und China am Rande des G20-Gipfels in Argentinien gerechnet. Gelobt wird das geschickte und ruhige Auftreten Chinas, weil von dort aus kein Öl ins Feuer gegossen worden sei. An den asiatischen Börsen legen die Indizes teilweise um über 2 Prozent zu, der S&P-500-Future liegt 1,8 Prozent höher.

Der Dax notierte vorbörslich 2,3 Prozent höher bei 11.519 Zählern. Am Freitag hatte er mit 11.257 geschlossen.

Der große Wurf im Handelsstreit, auf den Händler vergangene Woche so sehnlich gewartet hatten, ist allerdings ausgeblieben. "Mehr als ein Waffenstillstand ist das nicht", sagte ein Marktbeobachter. Es gebe eine 90-tägige Feuerpause, in der keine Tarife erhöht werden sollten, danach könne es aber sofort weitergehen: "Der Markt dürfte aber feiern, dass damit die Gewinne des ersten Quartals 2019 ungefährdet sind und auch sicher zu schätzen". Dies reiche für Kursgewinne.

Die Ruhe an der chinesischen Front könnte Trumps Augenmerk umso stärker auf den alten Kontinent richten, so der Stratege weiter. Besonders in den Fokus gerate daher das Treffen der deutschen Auto-Chefs im Weißen Haus, das für Dienstag geplant ist.

Für weitere Impulse könnten im Tagesverlauf in Europa die Zweitlesungen von Einkaufsmanagerindizes sorgen. In den USA steht unter anderem der Einkaufsmanagerindex ISM im Fokus.

06:41 Uhr

Insider: Milliardenfusion in der US-Fernsehbranche

In der US-amerikanischen Fernsehbranche bahnt sich eine milliardenschwere Übernahme an. Der TV-Sender Nexstar Media wolle den Konkurrenten Tribune Media für 4,1 Milliarden Dollar übernehmen, sagten Insider. Eine Transaktion würde die größte regionale TV-Senderkette in den USA hervorbringen. Nexstar habe die Beteiligungsgesellschaft Apollo Global Management mit einer höheren Barofferte von 46,50 Dollar je Tribune-Aktie überboten. Eine Vereinbarung zwischen Nexstar und Tribune Media könnte zeitnah bekanntgegeben werden.

Ursprünglich wollte der Konkurrent Sinclair Broadcast für 3,9 Milliarden Dollar Tribune Media kaufen. Die Transaktion kam jedoch wegen Problemen mit den Kartellbehörden nicht zustande. Tribune besitzt oder betreibt 42 Sender sowie den Kabelkanal WGN America.

06:02 Uhr

Waffenstillstand in Handelsstreit beflügelt Asien-Märkte

Nikkei
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Der Waffenstillstand im Handelskonflikt zwischen den USA und China beflügelt die asiatischen Aktienmärkte. Die USA sagten dabei zu, für 90 Tage auf Zollerhöhungen zu verzichten, China will mehr US-Waren kaufen. Zudem soll über offene Streitpunkte verhandelt werden. "Die Märkte bekommen reflexartig Risikoappetit, aber die Zeit wird zeigen, wie lange der Optimismus anhält", sagte ANZ-Volkswirtin Jo Masters. Schon jetzt werde das Ergebnis unterschiedlich bewertet. "Im Moment können sich aber beide Seiten als Sieger fühlen."

In Tokio notierte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,3 Prozent fester bei 22.651 Punkten und erreichte den höchsten Stand seit sieben Wochen. Zu den Gewinnern gehörten die Aktien von den Unternehmen, die besonders stark auf dem chinesischen Markt aktiv sind. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 1,5 Prozent auf 1693 Zähler.

In China schnellte der Index der Börsen Shanghai und Shenzhen um je 2,8 Prozent nach oben. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legte 1,8 Prozent zu.

Die Entschärfung des Handelsstreits beflügelte den US-Dollar, der mit 113,57 Yen 0,1 Prozent mehr kostete. Westpac-Devisenexperte Robert Rennie warnte vor allzu großem Optimismus nach der Einigung zwischen den USA und China. So blieben strittige Themen wie der Technologietransfer noch ungeklärt. "Diese Vereinbarung zwischen den USA und China kann besser als 'Mini-Durchbruch' gewertet werden, der eine Pause in dem Konflikt bietet, denn als umfangreiches Abkommen." Der Euro legte 0,3 Prozent auf 1,1349 Dollar zu. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9979 Franken je Dollar und 1,1326 Franken je Euro gehandelt.

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