Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagDer DAX im Zeichen der Zinsen und großen Politik

20.06.2024, 06:30 Uhr

Nach zwei Gewinntagen ist der DAX wieder Richtung 18.000er-Marke unterwegs. Zur Wochenmitte schloss er 0,4 Prozent schwächer bei 18.068 Punkten. In den Blick rückt erneut das Zinsthema. Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins zuletzt gesenkt hatte, die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihren aber unverändert ließ, liegt das Augenmerk der Anleger nun auf China, Großbritannien und der Schweiz.

Chinas Zentralbank berät über den Schlüsselzins. Der geldpolitische Schlüsselsatz, die sogenannte Loan Prime Rate (LPR) für einjährige Kredite, wurde zuletzt bei 3,45 Prozent belassen. Auch die fünfjährige LPR blieb unverändert bei 3,95 Prozent. Die meisten neuen und ausstehenden Kredite basieren auf dem einjährigen LPR, während der fünfjährige Zinssatz die Preisgestaltung von Hypotheken beeinflusst. Die Zentralbank hatte den fünfjährigen Referenzzinssatz zuletzt im Februar um einen Viertelprozentpunkt gesenkt, um den angeschlagenen Immobilienmarkt zu stützen.

Die Bank of England (BOE) berät ebenfalls über den Leitzins. Die Inflation ist nach langem Höhenflug zwar auf die Zielmarke der Notenbank von 2,0 Prozent gefallen. Doch dürften die Währungshüter aus Sicht von Experten noch stillhalten und den Leitzins bei 5,25 Prozent belassen. Eine Zinswende wird frühestens im August erwartet. Die BOE rechnet für den weiteren Jahresverlauf wieder mit einer anziehenden Teuerung. Notenbankchef Andrew Bailey hat deutlich gemacht, dass die Rückkehr der Gesamtinflation auf den Zielwert per se noch keine Senkung der Zinsen rechtfertige.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte nach der unerwarteten ersten Zinssenkung im März nach mehrheitlicher Einschätzung von Ökonomen ihre Geldpolitik weiter lockern. Zwei Drittel der von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Volkswirte und Finanzmarktexperten erwarten, dass die den Leitzins zum zweiten Mal in Folge um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent senken wird. Und eine knappe Mehrheit von 17 Volkswirten geht davon aus, dass der SNB-Leitzins bei der nächsten turnusmäßigen Zinssitzung im September dann auf 1,0 Prozent zurückgenommen wird.

Ebenfalls wichtig für Anleger: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck reist in Zeiten angespannter Handelsbeziehungen nach Fernost. Zuerst wird er in Südkorea erwartet, wo er mit Regierungschef Han Duck Soo und Handelsminister Ahn Duk Geun zusammentreffen wird. Ziel sei es, die Zusammenarbeit bei Wirtschaft, Wirtschaftssicherheit und Klima zu vertiefen, sagte Habeck beim Abflug. Begleitet wird er von einer Reihe von Mittelständlern. Am Freitag soll der Grünen-Politiker in Chinas Hauptstadt Peking eintreffen. Angesprochen wird er dort sicher auf die Strafzölle, die die EU auf Elektroautoimporte aus China verhängen will. China hat dagegen protestiert.

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Quelle: ntv.de