Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagDer letzte Akt

01.08.2025, 05:59 Uhr

So richtig aus dem Knick ist der Dax im bisherigen Wochenverlauf nicht gekommen. Mal ein Prozent runter, mal ein Prozent rauf – nun notiert der deutsche Börsenleitindex wieder im Bereich der 24.000er Marke, wenn auch immerhin noch knapp darüber. Von einem Angriff auf das Allzeithoch bei 24.639 Punkten konnte dann doch bislang keine Rede sein. Ob sich das heute ändert?

Nach einer bislang prallvollen Agenda in dieser Woche, von Quartalszahlen über Zinsentscheidungen bis hin zu Zollabkommen und Konjunkturdaten, dürfte es heute ruhiger zugehen. Für Anleger sollten neben den Ergebnissen des EU-Bankenstresstests vor allem drei Termine interessant sein.

Da wären zum einen Preisdaten aus der Eurozone. Die Inflation im Euroraum ist wohl auf dem Rückmarsch. Fachleute erwarten, dass die Teuerungsrate auf 1,9 Prozent und damit unter die von der EZB angestrebte Marke von 2,0 Prozent sinkt. Laut der Europäischen Zentralbank sind die Inflationsaussichten mit mehr Unsicherheit behaftet als gewöhnlich, was auf das schwankungsanfällige Umfeld der globalen Handelspolitik zurückzuführen ist. Ein stärkerer Euro könnte die Inflation demnach kräftiger dämpfen als erwartet.

Zum anderen dürfte sich der US-Arbeitsmarkt im Juli abgekühlt haben. Laut Expertenschätzungen sind wohl nur noch 110.000 Stellen aufgebaut worden. Im Juni waren es noch 147.000. Einer Faustformel zufolge sind rund 100.000 Stellen pro Monat nötig, um die wachsende US-Bevölkerung mit ausreichend Stellen zu versorgen. Die US-Notenbank hat zuletzt die Zinsen weiter im Bereich von 4,25 bis 4,50 Prozent belassen. Sie verwies dabei auch auf den weiterhin robusten Arbeitsmarkt.

Unternehmensseitig legt mit Daimler Truck ein weiterer Dax-Konzern in dieser Woche seinen Geschäftsausweis vor. Sorgen der Kunden über die Folgen des globalen Zollstreits der USA haben das Geschäft des Lkw-Bauers auf seinem wichtigsten Markt Nordamerika im zweiten Quartal belastet. Nach dem von Daimler erhobenen Analystenkonsens wird dort ein Umsatzrückgang auf fünf von sechs Milliarden Euro erwartet und ein Abbröckeln der Rendite um zwei Prozentpunkte auf 12,6 Prozent. In Europa wird mit 5,5 Prozent eine weniger als halb so hohe Marge erwartet, genauso viel wie vor Jahresfrist. Daimler-Chefin Karin Radström will die Profitabilität der Europa-Marke Mercedes-Benz steigern. Die Ankündigung eines Abbaus von 5000 Stellen bis 2030 Anfang Juli brachte den Betriebsrat in Rage. Dennoch unterschrieben die Sozialpartner einen Tarifvertrag mit Beschäftigungssicherung bis 2034.

Quelle: ntv.de