Der Börsen-TagDeutsche Industrie feiert Rekord-Auftragsplus
Nach einem Rekordrückgang auf dem Höhepunkt der Corona-Krise füllen sich die Auftragsbücher der deutschen Industrie wieder. Die Bestellungen zogen im Mai um 10,4 Prozent zum April an und damit so stark wie noch nie seit Beginn der Datenerhebung 1991, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte.
Volkswirte hatten im Schnitt sogar mit einem Plus von 15 Prozent gerechnet, nach minus 26,2 Prozent im April. "Die jüngsten Daten zu den Auftragseingängen sprechen dafür, dass die Industrierezession ihren Tiefpunkt durchschritten hat", so das Ministerium. Das immer noch niedrige Niveau zeige aber auch, dass der Aufholprozess noch lange nicht abgeschlossen sei.
"Die guten Daten sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Krise längst noch nicht abgeschüttelt ist", sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Zur Einordnung: Im Vergleich zum Mai 2019 gab es gut 29 Prozent weniger Aufträge. Die Bestellungen lagen auch noch gut 30 Prozent unter dem Niveau von Februar 2020 - also dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.