Der Börsen-TagDie 11.000 ist für den Dax zu weit weg

Mal drüber, mal drunter: Der Dax kämpft nach dem für ihn desaströsen Nikolaustag mit der 10.900er-Marke. Nach dem jüngsten Ausverkauf hat sich die Stimmung am deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss zwar wieder etwas aufgehellt, allerdings machen die deutschen Indizes nur wenig Boden gut. Die Marke von 11.000 Punkten scheint für den Frankfurter Leitindex in zu weiter Ferne zu liegen.
Der Dax gewann bis zum Mittag 0,7 Prozent auf 10.886 Punkte, nachdem er am Vormittag bereits über 10.900 Zähler gelegen hatte. Der MDax legte um 1,5 Prozent auf 22.786 Punkte zu, der TecDax um 1,6 Prozent auf 2545 Stellen.
"Die Nervosität auf dem Parkett bleibt hoch", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Und die Chancen auf eine Weihnachtsrally schwinden." Auf Wochensicht kommt der Dax auf einen Abschlag von mehr als drei Prozent.
Am Donnerstag fiel er erstmals seit zwei Jahren unter die psychologisch wichtige Marke von 11.000 Zählern. "Die Anleger ziehen zurzeit die Köpfe ein und suchen eher Deckung", stellte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG fest.
Dass der Dax überhaupt einen Erholungsversuch wagte, führten Börsianer vor allem auf die jüngsten Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell zurück. Seiner Einschätzung zufolge läuft die US-Wirtschaft "insgesamt sehr gut". Besonders der Arbeitsmarkt sei stark, sagte Powell am Donnerstagabend in Washington.
Wie es um den Jobmarkt in den USA bestellt ist, dürften die amtlichen Arbeitsmarktdaten am Nachmittag zeigen. Experten erwarten, dass im November 200.000 neue Stellen geschaffen wurden. Zu Wochenbeginn hatten die Sorgen vor einer Abkühlung der US-Konjunktur den Anlegern zu schaffen gemacht.
Unter den Einzelwerten rückten Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC) ins Rampenlicht. Der Gesundheitskonzern Fresenius macht erneut Abstriche bei seinen Geschäftszielen und verprellte damit die Anleger. Die Aktien rutschten in der Spitze um 15,4 Prozent auf 40,10 Euro ab und waren so billig wie seit vier Jahren nicht mehr. Aktuell notierten sie 15 Prozent tiefer bei 40,17 Euro. FMC-Papiere gaben um 8,8 Prozent auf 62,06 Euro nach. Der Dialyse-Spezialist rechnet im kommenden Jahr nur mit einem in etwa stagnierenden Ergebnis.
Einen besseren Börsentag erwischten im MDax Zalando. Die Papiere des größten Online-Modehändlers in Europa standen nach einem positiven Analystenkommentar in der Gunst der Anleger im MDax weit oben und kletterten um 4,5 Prozent auf 26,60 Euro. In den vergangenen fünf Handelstagen hatten sie mehr als 11 Prozent verloren, seit Jahresbeginn sind sie um rund 42 Prozent eingebrochen.