Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag"Die Fed hofft und betet …"

23.03.2023, 07:19 Uhr

Die Anleger in Asien ziehen sich nach dem mit Spannung erwarteten Zinsentscheid der US-Notenbank Fed vor dem Hintergrund der Bankenturbulenzen aus den Märkten zurück.

Der Nikkei notiert im Verlauf 0,2 Prozent tiefer bei 27.400 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gibt 0,4 Prozent auf 1954 Zähler nach. Der Shanghai Composite liegt 0,1 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen gewinnt 0,3 Prozent.

Zwar erhöhte die Fed wie allgemein erwartet zur Eindämmung der Inflation den Leitzins um einen Viertel Prozentpunkt. Experten zufolge hatten viele Händler jedoch eigentlich gehofft, dass der Zinsgipfel nun erreicht sei. Die acht Zinserhöhungen in Folge gehörten zu den Faktoren, die für das größte Beben im Bankensektor seit der Finanzkrise 2008 verantwortlich gemacht werden. "Die Fed hofft und betet, dass sie dem Bankensystem keinen irreparablen Schaden zugefügt hat", sagt Brian Jacobsen von Allspring Global Investments in Menomonee Falls. "Die Fed denkt wahrscheinlich, dass die finanziellen Spannungen als Ersatz für zukünftige Zinserhöhungen dienen. Die Erklärung der Fed deutete darauf hin, dass sie kurz davor war, die Zinserhöhungen zu pausieren, doch Powell sagte, die Zentralbank werde "genug" tun, um die Inflation zu zähmen, und stellte weitere Zinserhöhungen in Aussicht, falls dies erforderlich sein sollte.

Die Stimmung wurde auch durch eine Bemerkung von US-Finanzministerin Janet Yellen getrübt: Sie habe eine "Pauschalversicherung" für US-Bankeinlagen ohne Zustimmung des Kongresses weder in Betracht gezogen noch diskutiert. "Dies wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht das letzte Wort über die Zinssätze oder die Einlagensicherung sein, und ein wenig mehr Hausaufgaben und Zusammenarbeit zwischen der Fed und dem Finanzministerium scheint durchaus angebracht", schrieb ING-Volkswirt Rob Carnell in einer Notiz an Kunden. Die Vorstandsvorsitzende der Citigroup, Jane Fraser, sprach ihr Vertrauen in die US-Banken aus. Die jüngsten Turbulenzen stellten keine Kreditkrise dar.

Quelle: ntv.de