Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag"Die Finger sind näher an den Verkaufsknopf gerückt"

27.03.2025, 06:30 Uhr

Trumps Zolldrohungen lehrten den Anlegern am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte das Fürchten. Der Dax schloss am Vortag 1,1 Prozent tiefer bei 22.847 Punkten. Markbeobachter prognostizieren, dass die europäischen Märkte vor dem Stichtag am 2. April wohl seitwärts tendieren dürften. Zuletzt hatten sie von der Hoffnung auf Ausnahmeregelungen bei den Zöllen profitiert. "Die Finger sind näher an den Verkaufsknopf gerückt", kommentierte Jochen Stanzl von CMC Markets.

Orientierung in Zeiten von Zollkonflikten und Handelsbarrieren liefert heute möglicherweise die DIHK. Sie gibt einen Überblick über die Geschäfte der Auslands-aktiven deutschen Unternehmen. Grundlage sind die aktuellen Ergebnisse der DIHK-Umfrage "Going International 2025". Die Deutsche Industrie- und Handelskammer geht auf einer Online-Pressekonferenz der Frage nach, wie sich die zunehmenden Handelshemmnisse auswirken und welche Folgen ein ausgewachsener Handelskrieg hätte.

Kanzler Olaf Scholz nimmt in Paris derweil an einem weiteren Gipfel zur Unterstützung der Ukraine teil. Bei dem Treffen, an dem auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnimmt, soll es konkrete Beschlüsse geben. Die Europäer beraten sich auch wegen der gleichzeitig in Saudi-Arabien laufenden Gespräche der USA und Russlands über die Ukraine.

Außerdem auf der Tagesagenda: Die Deutsche Bahn, die am Vormittag in Berlin ihre Geschäftszahlen für das Jahr 2024 vorstellen will. Reuters hatte Mitte März bereits über Eckwerte berichtet. Demnach betrug nach dem Verkauf der profitablen Logistiktochter Schenker der Konzernverlust unter dem Strich noch knapp 1,8 Milliarden Euro. Dies ist rund eine Milliarde Euro Verlust weniger als im Jahr davor. Im operativen Geschäft ohne Steuer- und Zinszahlungen des hoch verschuldeten Staatsunternehmens lag das Minus bei rund 330 Millionen Euro.

Mit H&M und Next legen zudem zwei Schwergewichte der Bekleidungsindustrie ihre Bilanzen vor. Anleger warten gespannt darauf, ob der schwedische Textilriese H&M im Zeitraum Dezember bis Februar wieder Marktanteile vom Branchenprimus Inditex zurückerobern konnte. Next hat seinen Jahresgewinn voraussichtlich um zehn Prozent gesteigert und damit erstmals mehr als eine Milliarde Pfund erwirtschaftet. Das Management warnte allerdings davor, dass sich in dem ab Februar beginnenden neuen Bilanzjahr 2025/26 die Umsatzentwicklung auf dem heimischen Markt wegen der erhöhten Sozialversicherungsbeiträge abschwächen könnte.

Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de