Der Börsen-TagDie Situation ist verfahren
Mit einer Fortsetzung der abwartenden Seitwärtsbewegung rechnen Händler zum Start in die neue Handelswoche. Die Ölpreise legen zwar wieder um gut 2 Prozent zu, echte Enttäuschung über eine ausgebliebene Einigung zwischen den USA und dem Iran gibt es aber nicht. Der Aktienmarkt hatte den Beteuerungen der US-Administration schon am Freitag keinen Glauben geschenkt und daher auch keine Vorschusslorbeeren verteilt. Die Terminkontrakte auf den Dax geben nur 20 Punkte nach und notieren über der 25.100er-Marke.
US-Präsident Donald Trump sagte, man sei "nahe an einem sehr guten Deal", deutete jedoch als Alternative eine mögliche Rückkehr zu Kampfhandlungen an. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Ghalibaf erklärte aber, es werde keinen Deal geben, solange die Rechte Irans nicht gesichert seien. Sorgen macht sich der Markt inzwischen mehr über die Ausdehnung der Angriffe Israels auf den Libanon, die die USA/Iran-Verhandlungen gefährden könnten, denn Teheran hat ein Ende der Kämpfe zwischen Israel und Libanon zu einer Bedingung für einen Deal gemacht.
Marktteilnehmer wollen darauf setzen, dass eine Lösung für die Situation in der Straße von Hormus gefunden wird, aber ein entsprechender Deal bleibt nach sieben Wochen Verhandlungen weiterhin aus", sagt Amarpreet Singh von Barclays Commodities Research. "Die Straße von Hormus bleibt geschlossen und unterbricht mehr als 15 Millionen Barrel pro Tag der weltweiten Ölversorgung", so Analysten von ANZ Research.