Der Börsen-TagDiffuse Nachrichtenlage verunsichert Anleger
An den asiatischen Aktienmärkten setzt sich der Kursrutsch der Wall Street vom Wochenschluss nahezu ungebremst fort. Sorge vor schwerwiegenden Kriegsfolgen im Iran auf die globale Inflation und das Wachstum fördern den Ausstieg aus Aktien. Belastet wird das Sentiment von weiter anziehenden Ölpreisen, die europäische Rohölsorte Brent nähert sich mit über 115 US-Dollar das Fass wieder dem Höchststand seit Ausbruch des Irankrieges von knapp 120 Dollar. Marktteilnehmer sprechen von einer diffusen Nachrichtenlage zum Iran-Krieg.
Der Nikkei verliert 3,4 Prozent auf 51.535 Punkte, lag aber schon deutlicher im Minus. Chip- und Elektronikwerte führen die Verliererliste an. Der Yen legt zum Dollar leicht zu, da die Wahrscheinlichkeit einer möglichen Devisenintervention gestiegen ist. Notenbankgouverneur Ueda sagte, die Zentralbank werde die Geldpolitik angemessen steuern und dabei die Auswirkungen auf die Wechselkurse sorgfältig beobachten. Regierungsmitglied Atsushi Mimura wurde noch deutlicher und stellte "entschlossene" Maßnahmen zur Stützung des Yen in Aussicht. Der Anstieg des US-Dollars über die Marke von 160 Yen am Freitag befeuert die Marktspekulation über eine mögliche Intervention.
Belastet von Technologietiteln verliert der Kospi in Südkorea 3,4 Prozent. Die chinesischen Börsen halten sich indes wacker: Der HSI in Hongkong büßt 0,9 Prozent ein, der Shanghai Composite steigt sogar um 0,2 Prozent. Der Iran bemüht sich, chinesische Schiffe durch die Seestraße von Hormus passieren zu lassen. In Australien hat der S&P/ASX-200 mit Abschlägen von 0,7 Prozent geschlossen. Der Leitindex hat damit sein bisheriges Monatsminus von 7,4 Prozent ausgeweitet.