Der Börsen-TagDollar schwächelt
Der Dollar zeigt sich im Vorfeld der mit einiger Spannung erwarteten US-Verbraucherpreise für April am Nachmittag schwächer. Der Dollar-Index büßt 0,5 Prozent ein auf 103,40, der Euro steigt von 1,0525 auf 1,0567 Dollar.
Laut Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann ist es nicht ganz klar, wie der Dollar auf Überraschungen bei den April-Inflationsdaten reagieren wird. Würde eine Inflation über dem Median der Schätzungen (Gesamtrate: +0,2% zum Vormonat, Kernrate +0,4%) dem Dollar Auftrieb verleihen, weil dann mit noch mehr und noch schnelleren Fed-Zinserhöhungen zu rechnen sei, fragt der Analyst. Das wäre angebracht, wenn man davon ausgehen würde, dass die Fed ihren Leitzins zur Bekämpfung einer stärkeren Inflationsdynamik deutlicher über das Inflationsniveau hinaus anheben müsste und daher der eigentlich Dollar-negative Effekt der Inflation überkompensiert würde.
Andererseits sehe man bereits, dass der Markt bei rund 3 Prozent eine Obergrenze für den US-Leitzins sehe. Offensichtlich, weil dann der realwirtschaftliche Effekt ("hard landing") als so deutlich angenommen werden müsse, dass dann in der Annahme des Marktes die Fed nicht weiter mache.
Bei der ING rechnet man auch nach den Preisdaten mit einem festen Dollar und einem Dollar-Index zwischen 103,20 und 104,00. Zumindest solange die Inflation nicht sehr schwach ausfalle, dürfte es nicht zu einem scharfen Dollarverkauf kommen. Auch bei der ING stellt man besonders auf die Kerninflationsentwicklung im Vergleich zum Vormonat ab. "Wenn hier nicht so etwas herauskommt wie ein Plus von 0,2 Prozent, würden wir weiter damit rechnen, dass der Dollar gesucht bleibt - oder in der Nähe der jüngsten Hochs konsolidiert".
Euro / Dollar o