Der Börsen-TagDroht eine "heftige Neubewertung"?
Mit einer etwas leichteren Eröffnung an Europas Börsen rechnen Händler. Die wichtigsten Themen der Woche wie die US-Notenbank seien abgearbeitet. Nun rücke der Große Verfalltag an den internationalen Terminmärkten in den Fokus. Am Mittag verfallen die Optionen und Futures auf die Aktien-Indizes, am Abend die Optionen auf Einzelaktien. Dies kann teilweise für erratische Kursbewegungen sorgen. In den USA ist Feiertag, daher dürfte das Geschäft am Nachmittag ausdünnen. Der Dax-Terminkontrakt zeigt sich aktuell rund 40 Punkte leichter. Für Irritationen sorgt die Verschiebung des Flugs von US-Vize Vance in die Schweiz. Dort sollte er zum Verhandlungsstart mit dem Iran eintreffen. Bisher werden nur technische Gründe dafür angeführt.
Übergeordnet ist die Stimmung seit den positiv aufgenommenen Aussagen des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh sehr gut. Warsh hatte überrascht mit einem klaren Bekenntnis zur Inflationsbekämpfung. Dies hatte Unsicherheit vor allem aus den langlaufenden Anleihen genommen, deren sinkende Renditen sorgten dann für eine Rally der Tech-Werte in den USA.
Allerdings gibt es auch skeptische Stimmen: "Wir sind an diesem Punkt noch lange nicht über den Berg", sagt Mark Malek, Chief Investment Officer bei Siebert Financial: "Die Fed wird für uns nur noch schwieriger zu beurteilen sein. Es besteht immer noch ein größeres Risiko, dass das Friedensabkommen nicht gut ausgeht. Wenn diese ganze Freude nur darauf basiert, könnten wir in den nächsten 60 Tagen eine heftige Neubewertung erleben."