Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagEZB stärkt internationale Rolle des Euro 

16.02.2026, 07:11 Uhr

Die EZB öffnet ihre Liquiditätslinie für mehr Länder und will damit auch die internationale Rolle des Euro stärken. EZB-Präsidentin Christine Lagarde verwies auf einen jüngst gefassten Beschluss des EZB-Rats. Ziel der Öffnung ist es, das Risiko von Störungen auf den Euro-Finanzierungsmärkten außerhalb des Euroraums zu verringern.

Die EZB-Initiative fällt in eine Zeit, in der viele Investoren den Status des Dollar als Weltreservewährung wegen der als sprunghaft empfundenen US-Handelspolitik neu bewerten. Die EZB müsse sich auf ein volatileres Umfeld einstellen, sagte Lagarde. Mit einer zunehmend aggressiven Industriepolitik, steigenden geopolitischen Spannungen und gestörten Lieferketten dürften Finanzmarktspannungen häufiger auftreten. "Wir müssen eine Situation vermeiden, in der diese Spannungen zu Notverkäufen von auf Euro lautenden Wertpapieren auf den globalen Finanzierungsmärkten führen", betonte Lagarde.

Das bedeute, dass man Partnern, die in Euro handeln möchten, die Gewissheit geben müsse, dass Euro-Liquidität verfügbar sein werde, falls sie diese benötigten. Die im Fachjargon als Eurep bekannte Liquiditätslinie der Europäischen Zentralbank steht derzeit nur wenigen Nachbarländern der Euro-Zone zur Verfügung, darunter EU-Staaten wie Rumänien und Ungarn sowie Nicht-EU-Staaten wie Albanien, Kosovo und Montenegro. Die Ausweitung soll im dritten Quartal greifen. Zentralbanken außerhalb des Euroraums können dann bis zu 50 Milliarden Euro gegen auf Euro lautende marktgängige Sicherheiten aufnehmen.

Quelle: ntv.de