Der Börsen-TagEin Blick in den Abgrund
Der Dax hat zum Wochenstart in den Abgrund geschaut – und dann doch noch die Kurve gekriegt: Der deutsche Börsenleitindex war im Handelsverlauf unter die 23.000er-Marke gerutscht, hatte ein Zehnmonatstief markiert und dann am Ende mit 23.409 Punkten 0,8 Prozent im Minus geschlossen. Für die Schwankungsbreite zeigte sich der Ölpreis verantwortlich, der zeitweise rund 120 Dollar je Barrel gekostet hat, was wiederum dem Krieg im Nahen Osten geschuldet ist.
Dieser dürfte auch weiterhin das Handeln der Anleger weltweit bestimmen. Daneben gibt es aber auch Unternehmenszahlen und Konjunkturdaten, wie etwa die deutschen Exporte. Diese dürften zum Jahresauftakt zurückgegangen sein und damit den konjunkturellen Fehlstart ins Jahr komplettieren. Experten erwarten einen Rückgang der Ausfuhren im Januar um 2,0 Prozent. In der Industrie waren die Aufträge im Januar so stark eingebrochen wie seit zwei Jahren nicht mehr, während die Produktion den zweiten Monat in Folge gedrosselt wurde.
Unternehmensseitig liegt das Augenmerk auf dem Autosektor - wegen Volkswagen. Denn Europas größter Autobauer öffnet seine Bücher. Schon bekannt ist, dass der Barmittelzufluss überraschend mit sechs Milliarden Euro deutlich höher ausgefallen ist als bislang angenommen – noch offen ist, wo genau das Geld herkommt. Bei Gewinn und Umsatz dürfte es dagegen trüber aussehen, die US-Zölle, der schwierige chinesische Markt und die Antriebswende bei Porsche zurück zu Verbrennern dürften tiefe Spuren hinterlassen haben. Bleibt die Frage, wie Volkswagen-Chef Oliver Blume die Aussichten für das laufende Jahr einschätzt. Analysten zeigen sich hier zuversichtlich, dass es wieder aufwärts geht.
Bei den nach US-Börsenschluss anstehenden Geschäftszahlen des SAP-Rivalen Oracle richten Anleger ihr Hauptaugenmerk auf das Cloud-Geschäft. Sie wollen eine Bestätigung, dass die ehrgeizigen Pläne zum Ausbau der KI-Infrastruktur durch entsprechendes Wachstum gerechtfertigt sind. Zur Finanzierung gibt Oracle neue Aktien aus und nimmt zusätzliche Schulden auf. Einem Medienbericht zufolge will das US-Unternehmen zudem Tausende Stellen streichen.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.