Der Börsen-TagEin Stern zeigt dem Dax den Weg
Der Dax hat sich von der 25.000er-Marke wieder etwas entfernt. Im gestrigen Geschäft ging es für den deutschen Börsenleitindex 0,5 Prozent auf 24.856 Punkte abwärts. Dabei wurden zwar die Daten des verspätet veröffentlichten US-Arbeitsmarktberichts positiv aufgefasst. Von Seiten der Berichtssaison gab es aber auch das ein oder andere negative Signal.
Und auch heute richtet sich das Augenmerk der Anleger erneut auf Unternehmensnachrichten. So stellt Mercedes-Benz etwa eine wahre Krisenbilanz für 2025 vor. Nach Prognose von Analysten ist das Betriebsergebnis um die Hälfte auf 6,6 Milliarden Euro eingebrochen, bei einem Umsatzrückgang um acht Prozent auf 134 Milliarden Euro. Gründe sind unter anderem der starke Absatzrückgang in China, die belastende US-Zollpolitik und die Kosten des sozialverträglichen Abbaus Tausender Stellen in Deutschland. Branchenkenner erwarten eine leichte Erholung im laufenden Jahr. Dafür muss Konzernchef Ola Källenius vor allem die Talfahrt in China stoppen - dort war der Pkw-Absatz der Marke mit dem Stern im vergangenen Jahr fast um ein Fünftel geschrumpft.
Zudem lädt Siemens zum ersten Mal seit sechs Jahren seine Aktionäre zu einer Präsenz-Hauptversammlung in die Olympiahalle ein. Grund ist eine Abstimmungsniederlage im vergangenen Jahr. Für Vorstandschef Roland Busch ist es eine Premiere, live vor den Anteilseignern aufzutreten. Mehr als 5000 Aktionäre haben sich angemeldet. Sie wollen vor allem wissen, wie weit Siemens auf dem Weg zur "One Tech Company" gekommen ist, mit der Busch die einzelnen Sparten enger verzahnen will. Zudem dürfte es um die Abspaltung der Medizintechnik-Tochter Healthineers und die milliardenschweren Zukäufe von US-Softwarefirmen gehen. Vorher veröffentlicht Siemens die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2025/26.
Daneben legt der Industriekonzern Thyssenkrupp die Zahlen zum ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2025/26 vor. Neben der Bilanz dürfte sich das Interesse auf Aussagen zum Stand der Verhandlungen mit dem indischen Konzern Jindal Steel zur Übernahme von Thyssenkrupp Steel richten. Jindal hatte vor Monaten ein nicht bindendes Angebot für den größten deutschen Stahlkonzern vorgelegt. Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez könnte zudem weitere Kostensenkungen ankündigen.
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