Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagEnergieriese Uniper will vom KI-Fieber profitieren

17.07.2026, 07:13 Uhr

Der verstaatlichte Energiekonzern Uniper will vom KI-Boom profitieren und stößt in neue Geschäftsfelder vor. Statt nur Strom zu produzieren, will Uniper künftig auch die Infrastruktur für die Datenriesen liefern.

Grund ist der explodierende Strombedarf durch Künstliche Intelligenz. KI-Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen Energie - Tendenz stark steigend.  "Die Nachfrage nach digitaler Infrastruktur steigt und kann Wachstumsimpulse für Uniper schaffen", erklärte der Konzern bei der Vorstellung seiner Strategie.

Konkret will Uniper Flächen verkaufen und verpachten, die ideal für Rechenzentren sind: mit Betriebsgenehmigung, Autobahnanbindung und Anschluss an leistungsstarke Stromleitungen. Waren diese Flächen für den Konzern früher eine "teure Last", reiben sich Investoren heute die Hände.

Parallel bekräftigte Uniper seine Investitionspläne. Zwischen 2025 und 2030 sollen rund fünf Milliarden Euro in Versorgungssicherheit und die Transformation der europäischen Energiesysteme fließen. Gut die Hälfte davon ist für Deutschland vorgesehen. Das Geld geht in flexible Erzeugung, erneuerbare Energien und den Ausbau des Gasbezugsportfolios.

Die Zukunft von Uniper ist aber weiter ungewiss. Der Bund hatte den Konzern 2022 in der Energiekrise nach dem russischen Gaslieferstopp vor der Pleite gerettet und verstaatlicht. Im Gegenzug für die Rettung fordert die EU den Abbau von Beteiligungen. Zudem muss der Bund bis 2028 seinen Anteil auf 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren.

Quelle: ntv.de