Der Börsen-TagErdogan löst nur Strohfeuer bei Lira aus

Die Erleichterung über den Wahlsieg von Recep Erdogan in der Türkei währt an den Finanzmärkten nicht lang. Nach einer kurzen Atempause am Vormittag sind die Investoren schon wieder zurück im Normalmodus: Sie fürchten sich vor den Wirtschaftsproblemen des Landes und schicken die Lira zurück in den Sinkflug.
Im frühen Handel hatte die türkische Währung im Verhältnis zu Dollar und Euro zunächst um gut drei Prozent angezogen und war auf den höchsten Stand seit zwei Wochen gestiegen. Das Strohfeuer ist allerdings schon wieder verpufft. Inzwischen hat die Lira im Verhältnis zum Greenback noch 1,3 Prozent mehr verloren. Allein seit Beginn des Jahres hat sie mehr als 20 Prozent ihres Wertes eingebüßt.
Analysten erklären das mit den langfristigen Sorgen der Anleger, Präsident Erdogan könnte die Unabhängigkeit der Zentralbank angreifen und künftig stärker in die Zins- und Währungspolitik hineinreden, wie er es im Wahlkampf angekündigt hatte. Die Grundprobleme der Türkei seien weiter vorhanden, stellt Schwellenlandstratege Per Hammarlund von der SEB-Bank fest und nennt das große Haushaltsdefizit und die hohe Inflation.