Der Börsen-TagErdogan schickt Lira auf Talfahrt
Die Talfahrt der türkischen Lira findet kein Ende. Einen Tag vor der Zinsentscheidung der türkischen Zentralbank ist die Währung auf ein neues Rekordtief gefallen. Für einen Dollar müssen Investoren zeitweise 10,565 Lira auf den Tisch legen, 1,5 Prozent mehr als am Duenstag. Börsianer führen das auf Aussagen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zurück. Er kündigte an, "bis zum Ende" gegen die seiner Ansicht nach zu hohen Zinsen zu kämpfen. Er werde nicht akzeptieren, dass seine Leute von den Zinsen erdrückt würden.
Bei Investoren ließ das die Sorgen über einen wachsenden Einfluss Erdogans auf die türkische Zentralbank aufflammen. Erdogan ist ein erklärter Zinsgegner und hat die letzten drei Notenbank-Gouverneure aufgrund von Differenzen hinsichtlich der Geldpolitik vor die Tür gesetzt.
Analysten gehen davon aus, dass die Währungshüter den Leitzins am Donnerstag auf 15 Prozent von 16 Prozent senken werden. Im Oktober hatten sie den Schlüsselsatz bereits um zwei Prozentpunkte nach unten gesetzt. Die steigende Inflation, die zuletzt auf fast 20 Prozent angeschwollen ist, sehen die Notenbanker als vorübergehend an.