Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagErdogan schickt türkische Lira auf Talfahrt

13.09.2018, 12:13 Uhr
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Erdogan erschüttert das Vertrauen in die Unabhängigkeit der türkischen Zentralbank: Was würde Mustafa Kemal Atatürk dazu sagen? (Foto: imago/Altan Gocher)

Am großen Tag der Notenbanken stehen neben den Weichenstellungen der Bank of England in London und der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main auch gewichtige Entscheidungen der türkischen Zentralbank an.

Unmittelbar vor der mit Spannung erwarteten geldpolitischen Entscheidung in der Türkei löste Präsident Recep Tayyip Erdogan einen herben Kurssturz aus. Die türkische Lira verlor nach verbalen Attacken Erdogans gegen die Währungshüter und einer erneuten Kritik an den Zinsen deutlich an Wert.

  • Der Kurs der türkischen Lira fiel gegen Mittag im Verhältnis zum US-Dollar steil zurück.

  • Das bisherige Tagestief liegt bei 0,1527 Dollar. Wenige Minuten zuvor hatte die Lira noch deutlich fester bei 0,1570 Dollar notiert.

  • Die türkische Landeswährung hat seit Jahresbeginn bereits gut 40 Prozent an Wert eingebüßt.

Ein Auslöser des Währungsverfalls sind Befürchtungen am Markt, die Währungshüter könnten vollends unter den Einfluss machtpolitischer Erwägungen geraten. "Um am Bosporus der Inflation von fast 18 Prozent Herr zu werden und den Verfall der Lira zu stoppen, müsste die türkische Zentralbank wohl einen großen Schritt wagen und auf den Zinssatz von jetzt 17,75 Prozent noch einmal fünf bis sechs Prozentpunkte draufpacken", erläuterte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst beim Online-Broker CMC Markts.

Ob es aber dazu kommt, war bis zuletzt unklar. Erdogan ist erklärter Gegner von hohen Zinsen und forderte die Währungshüter zuletzt auf, den Leitzins zu senken.