Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagErnüchterung nach Zinseuphorie und Rekorden

23.09.2024, 06:00 Uhr

Die neue Börsenwoche wird zeigen, ob die Rally nach der US-Zinswende anhalten kann. Die US-Notenbank Fed senkte den Schlüsselsatz vergangenen Mittwoch zum ersten Mal seit Anfang des Jahrzehnts - und das gleich um einen halben Prozentpunkt. Große Börsenindizes wie der Dow Jones und der S&P verzeichneten daraufhin neue Allzeithochs. Auch der DAX knackte erstmals nach wochenlangem Zögern die 19.000-Punkte-Marke und stieg am Donnerstag auf bis zu 19.044,96 Zähler. Es folgten Gewinnmitnahmen und am Freitag verabschiedete sich das Börsenbarometer mit einem Stand von 18.720 Punkten ins Wochenende. "Folgt bald die Ernüchterung, dass dies nicht der Beginn einer globalen Liquiditätsparty ist?", fragen die Experten der Helaba.

Nach dem XL-Zinsschritt machte Fed-Chef Jerome Powell klar, dass dies "nicht das neue Tempo" auf dem Zinspfad nach unten sei. An den Terminmärkten wird bei der Fed-Sitzung im November mit einer Senkung der Zinsen um einen Viertel-Prozentpunkt gerechnet. "Die Fed ist offenbar bestrebt, das Wachstum so stark wie möglich anzukurbeln, ohne dass dabei die Inflation zu stark ansteigt", erläutert Mark Dowding, Chefanleger beim Vermögensverwalter RBC BlueBay.

Nach der Fed-Sitzung richtet sich der Fokus der Marktteilnehmer nun wieder auf die Wirtschaftszahlen. Heute warten die Anleger auf die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und den Dienstleistungssektor im September. Experten gehen davon aus, dass der Indikator für die Euro-Zone leicht zurückgeht. Hintergrund sei eine Korrektur eines früheren Ausreißers nach oben im französischen Dienstleistungssektor, erläutert Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer. "Wahrscheinlich ist dieser teilweise auf die Olympischen Sommerspiele in Paris zurückzuführen, womit er sich kaum als nachhaltig erweisen dürfte."

Im Blicken dürften heute zudem die Autotitel stehen. Der Grund: Bundeswirtschaftminister Robert Habeck kommt zu einem virtuellen Krisentreffen mit den Spitzen der großen deutschen Autohersteller zusammen. Mit dabei sind auch Vertreter der Zulieferindustrie sowie des Verbandes der Automobilhersteller (VDA). Habeck hatte bei einem Besuch des VW-Werks in Emden zugesagt, den E-Auto-Markt weiter anzuschieben. Details nannte er nicht und verwies auf den Austausch mit der Branche. Alle große Autohersteller leiden derzeit unter einer Absatzschwäche besonders bei E-Autos. Im Vorfeld wurden Forderungen nach neuen Subventionen für Elektrowagen laut.

Im weiteren Wochenverlauf warten der IFO-Geschäftsklima-Index, das Herbstgutachten sowie das GFK-Konsumklima auf die Investoren. Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.