Der Börsen-TagEskaliert der Handelsstreit? Das wird für den DAX heute wichtig
Der DAX bewegt sich in dieser Handelswoche in der Verlustzone: An den vergangenen drei Handelstagen gab der deutsche Börsenleitindex jeweils ab, der Wochenverlust summiert sich bislang auf rund 1,3 Prozent. Zudem rutschte der Index wieder unter die 16.000er-Marke. Allerdings liegt diese weiterhin in Reichweite, sodass ein positiver Handelstag ausreicht, um die Marke wieder zurückzuerobern - vielleicht ja bereits heute.
Inmitten des sich zuspitzenden Handelsstreits zwischen den USA und China reist US-Finanzministerin Janet Yellen in die Volksrepublik. Yellen werde auf neue Kommunikationskanäle drängen und sich voraussichtlich auf wirtschaftliche Fragen konzentrieren, hieß es von amerikanischer Seite. Ihren chinesischen Gesprächspartnern werde die Finanzministerin erklären, dass die USA nicht versuchten, die beiden Volkswirtschaften voneinander abzukoppeln, sich aber das Recht vorbehielten, die Menschenrechte und die nationalen Sicherheitsinteressen der USA durch gezielte Maßnahmen zu schützen, sagte ein hochrangiger Vertreter des Finanzministeriums. Erst am Montag hatte China angekündigt, den Export bestimmter, für die Chip-Herstellung wichtiger Rohstoffe zu erschweren, nachdem die USA den Export von Hochleistungschips an China beschränkt hatten.
Hierzulande veröffentlicht das Statistische Bundesamt Daten zu den Industrieaufträgen im Mai. Analysten erwarten im Schnitt einen Anstieg um 1,2 Prozent. Im April hatte der unter hohen Energiekosten und mauer Nachfrage leidende Sektor ein Auftragsminus von 0,4 Prozent wegstecken müssen. Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima laut dem Ifo-Institut zuletzt erheblich eingetrübt. Die Erwartungen seien auf den niedrigsten Stand seit November 2022 gefallen.
Unternehmensseitig rückt ein deutsches Softwareunternehmen in den Blick: Wenige Wochen nach einer Gewinnwarnung legt der Linux-Spezialist Suse Quartalsergebnisse vor. Wegen einer enttäuschenden Geschäftsentwicklung hatte Finanzvorstand Andy Myers im Juni seinen Hut genommen. Drei Monate zuvor hatte der Software-Anbieter Dirk-Peter van Leeuwen vom Rivalen Red hat geholt, nachdem Firmenchefin Melissa Di Donato abrupt zurückgetreten war. Parallel dazu kursieren Gerüchte, dass Großaktionär EQT Suse von der Börse nehmen will. Weitere Wochentermine finden Sie hier.