Der Börsen-TagEuro erstmals seit 2015 unter Parität
Erstmals seit über sieben Jahren und der Freigabe des Wechselkurses durch die Schweizer Nationalbank (SNB) kostete der Euro am frühen Montag weniger als einen Franken, im Tief 0,9976. Aktuell geht der Euro wieder leicht erholt mit 1,0028 Franken um. Hintergrund ist die Flucht der Anleger in sichere Häfen, zu denen am Devisenmarkt der Franken gehört - in erster Linie neben dem Yen und dem US-Dollar. Zu Beginn des Angriffs Russlands auf die Ukraine kostete der Euro noch rund 1,04 Franken.
Andréa Maechler aus dem Direktorium der Schweizer Nationalbank (SNB) habe am Wochenende "recht unverhohlen" dem Markt gedroht, dass die SNB gegen die Stärke des Franken intervenieren könnte, stellt Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann fest und fragt: "Wer weiß, wo der Kurs sonst gelandet wäre?"
Maechler habe damit Klarheit geschaffen, denn es gebe auch Argumente gegen den Interventionswillen der SNB. Die Inflationsdaten für Februar hätten massiv auf der Oberseite überrascht, so der Analyst dazu.
Es sei nicht nur eine Frage der Wechselkursniveaus. Es gehe auch darum, dass Unternehmen, die Waren und Dienstleistungen ins Ausland verkauften oder die gegen Importe konkurrieren müssten, Zeit gegeben werde, sich an neue Wechselkursniveaus anzupassen. Ein stärkerer Franken sei ohnehin schon eine Belastung für die Schweizer Konjunktur.
Daher sei verständlich, dass Maechler klargestellt habe, dass die jüngste Geschwindigkeit der Franken-Aufwertung zu hoch war. Das werde zwar nicht verhindern, dass der Franken weiter aufwerte, wenn die Argumente dafür bestehen blieben. Aber zumindest schlügen solche Faktoren dann nur noch gedämpft auf den Wechselkurs durch.