Der Börsen-TagEuro schraubt sich über die Dollar-Parität
Erstmals seit Anfang Oktober hat der Euro wieder die Parität zum US-Dollar erreicht. Die Gemeinschaftswährung wird aktuell bei 1,0018 US-Dollar gehandelt - ein Aufschlag von 0,5 Prozent auf Tagessicht. In der zweiten Septemberhälfte war der Euro mit den steigenden Zinserwartungen in den USA unter die wichtige Marke gesunken, Anfang Oktober näherte er sich dieser wieder an, vermochte die Hürde aber nicht zu nehmen. In den USA sind die Erwartungen an den Zinsanstieg in jüngster Zeit etwas gesunken, während bei der EZB am Donnerstag fest mit einer Zinserhöhung um 75 Basispunkte gerechnet wird.
Laut den Devisenstrategen der Commerzbank reagiert der Markt aktuell sehr sensibel auf Anzeichen, dass so langsam eine fundamentale Wende bei der Geldpolitik anstehen könnte. So könnte die US-Notenbank in absehbarer Zeit einen Gang runterschalten und die Zinsen weniger aggressiv erhöhen. Sie habe einerseits bereits ordentlich vorgelegt und andererseits zeigten sich erste Anzeichen einer sich abschwächenden US-Wirtschaft, so die Analysten. Für den Euro sprächen zudem gesunkene Risiken im Euroraum dank gut gefüllter Gasspeicher und in der Folge deutlich gefallene Gaspreise.
Analyst Quek Ser Leang von UOB Global Economics & Market Research spricht indes von einer Erholung des Euro und verweist auf charttechnische Aspekte. Der Euro habe am Dienstag zum ersten Mal seit Februar deutlich über dem oberen Rand eines Abwärtstrendkanals geschlossen und über dem exponentiellen gleitenden Durchschnitt der 55-Tagelinie. Die Währung müsse jedoch deutlich über der Marke 1,009 Dollar ausbrechen, bevor eine nachhaltige und deutliche Erholung wahrscheinlich sei, fügt der Stratege hinzu.
Euro / Dollar o