Der Börsen-TagEuro unter Druck
Der Euro steht weiter unter Druck gestanden. Derzeit kostet die Gemeinschaftswährung 1,1635 US-Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gestern noch auf 1,1753 Dollar festgesetzt.
Seit Donnerstagnachmittag hat der Euro um etwa zwei US-Cent nachgegeben. Auslöser war die Entscheidung der EZB: Sie will ihre Anleihekäufe zwar eindämmen. Zugleich hält sie an der extrem lockeren geldpolitischen Grundlinie fest.
Eine andere Spekulation unterstütze den Dollar, sagt Lutz Karpowitz, Devisenexperte bei der Commerzbank. Und zwar die über die Nachfolge von Fed-Chefin Janet Yellen. Sie selbst sei wohl aus dem Rennen, und alles deute auf eine Entscheidung zwischen Jerome Powell (bereits Mitglied des Offenmarktausschusses der US-Notenbank) und John Taylor (Professor an der Stanford University) hin.
Der Markt setze jetzt zunehmend auf Taylor, meint Kapowitz. Dessen Anfang der 90er entwickelte Regel für die Geldpolitik habe meist einen höheren Zins nahegelegt als letztlich vom Offenmarktausschuss der Notenbank beschlossen. Die Aussicht auf einen falkenhaften Fed-Chef und damit höhere US-Zinsen gebe dem Greenback Rückenwind.