Der Börsen-TagEuropa-Kampfjet? MTU drängt auf schnelle Lösung
Der neue Chef des Münchner Triebwerksherstellers MTU Aero Engines kann sich ein europäisches Kampfjet-Projekt mit zwei unterschiedlichen Flugzeugen vorstellen. Das sei die "zweitbeste Lösung", sagte Johannes Bussmann der "Süddeutschen Zeitung". "Der Vorteil wäre sogar, dass so die Bedürfnisse der Kunden, also der Streitkräfte der einzelnen Länder, besser befriedigt werden könnten." Es wäre aber seiner Ansicht nach günstiger, die Triebwerke für die beiden Flugzeugtypen, die Nachfolger des "Eurofighter" und der französischen Rafale, von dem gleichen Konsortium bauen zu lassen, anstatt sie getrennt zu entwickeln.
Bussmann verwies darauf, dass das Kampfflugzeug-Projekt nur wegen des Kompetenzstreits der beiden Flugzeugbauer hake. "Was oft übersehen wird: Es sind vor allem zwei Industriepartner, die Schwierigkeiten haben zusammenzuarbeiten, das sind Airbus und Dassault. Bei den Triebwerkherstellern, also bei MTU und Safran, läuft es zum Beispiel sehr gut." Der MTU-Chef drängte auf eine zügige Entscheidung, ob und wie das Projekt weitergehen soll: "Die Zeit drängt." Es gehe schließlich um die Verteidigungsfähigkeit Europas. Nur auf den US-Kampfjet F-35 zu bauen und sich damit von den USA abhängig machen, sei "in dieser neuen Welt gefährlich".