Der Börsen-TagEurozone droht Gefahr einer längeren Stagnation
Die Erholung der Eurozone stehe unter Druck, da schwaches Wachstum auf steigende Inflation treffe, schreibt Joe Nellis von MHA in einem Kommentar. Die Wirtschaft ist im ersten Quartal nur um 0,1 Prozent gewachsen, während die Inflation, hauptsächlich getrieben durch höhere Energiekosten, auf 3,0 Prozent gestiegen ist. Anhaltende Spannungen im Nahen Osten drohten die Aussichten zu verschlechtern, was potenziell das Verbrauchervertrauen dämpfen, Investitionen verzögern und die Industrie, insbesondere in Deutschland, weiter schwächen könnte, meint Nellis.
"Für die Europäische Zentralbank schaffen die Zahlen eine politische Zwickmühle. Das Wachstum ist zu schwach, um es zu feiern, doch eine Inflation von drei Prozent macht weitere Zinssenkungen weitaus schwerer zu rechtfertigen", meint er. Eine Rezession sei zwar vermieden worden, doch das größere Risiko sei eine längere Stagnation, bei der schwaches Wachstum, hartnäckige Inflation und schwindendes Vertrauen allmählich die Wettbewerbsfähigkeit und den Lebensstandard untergrüben, meint Nellis.