Der Börsen-TagExperte: Deutsche Kernteuerung fällt leicht

Der unterliegende Preisdruck in Deutschland hat nach Aussage von Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen trotz der insgesamt gestiegenen Inflation leicht abgenommen.
"Die Kernrate ohne diese beiden Gütergruppen (Lebensmittel und Energie) ist nach unserer Schätzung auf Basis der Länderergebnisse leicht von 2,9 auf 2,8 Prozent gefallen", schreibt Solveen in einem Kommentar.
Zwar sei die Kernrate derzeit dadurch nach oben verzerrt, dass im August 2020 die ermäßigten Mehrwertsteuersätze gegolten hätten, doch ohne diesen Effekt, der Ende des Jahres wieder entfallen werde, dürfte die Kernteuerungsrate derzeit etwa 2 Prozent betragen. "Dies ist aber immer noch höher als vor Ausbruch der Pandemie, als sie sich eher bei 1-1/2 Prozent bewegt hat", merkt Solveen an.
Der Coba-Experte rechnet damit, dass die Inflation in Deutschland nach einem Hoch von 4,5 bis 5,0 Prozent am Jahresende Anfang 2022 wieder fallen wird, weil dann auch der Mehrwertsteuereffekt ausläuft. Zudem sei ein spürbar stärkerer Lohnauftrieb bisher nicht zu erkennen.