Der Börsen-TagExperte: "Risk-off" noch nicht aufgeben, Israels Bodenoffensive und arabische Reaktionen abwarten

Nach Einschätzung von Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann hat der Devisenmarkt mit Verspätung den Krieg im Nahen Osten realisiert. Ihm selbst sei von vornherein klar gewesen, dass es nicht nur um den Iran und dessen Öl gehe, sondern vielmehr darum, wie sich die arabische Welt - und mit ihr die Ölproduzenten der Golfregion - verhalten würden. Er habe sogar Gesprächspartner gehabt, die sich verwundert gezeigt hätten, dass die Annäherung Saudi-Arabiens und Israels gestoppt zu sein scheine.
Nun habe es der Markt aber begriffen, und insbesondere der Schweizer Franken und noch mehr das Gold - also die klassischen "sicheren Häfen" - hätten zum Ausklang der Vorwoche zugelegt. Typischerweise seien solche "Risk-Off-Episoden" zwar von recht kurzer Dauer, so Leuchtmann. Solange aber eine Bodenoffensive der israelischen Armee noch ausstehe und solange unklar sei, wie die arabischen Staaten dann reagierten, sei es wahrscheinlich noch viel zu früh, "Risk-Off" wieder aufzugeben.