Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagExperten: EZB sollte für Euro intervenieren

02.03.2022, 14:34 Uhr

Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte nach Aussage von George Saravelos, Devisenstratege bei der Deutschen Bank, zugunsten des Euro intervenieren. "Der Euro korreliert zunehmend negativ mit den Preisen von Erdöl und Erdgas", schreibt Saravelos in einem Kommentar. Je mehr Erdöl und Erdgas stiegen, desto mehr falle der Euro, was die in Euro gehandelten Rohstoffe noch weiter in die Höhe treibe - "eine teuflische Inflationsspirale", wie der Analyst meint. Der effizienteste Weg, den Inflationsdruck in der Eurozone zu verringern, sei derzeit ein stärkerer Euro.

Saravelos weist darauf hin, dass EZB-Direktorin Isabel Schnabel in der vergangenen Woche bereits von den Vorteilen eines stärkeren Euro-Wechselkurses gesprochen habe. "Sollte es zu ungeordneten Entwicklungen kommen, sind koordinierte Devisenmarktinterventionen der G7 als Zeichen der Einigkeit mit Europa nicht auszuschließen", schreibt er. Letztendlich könne die EZB den Euro jedoch am effektivsten verteidigen, indem sie die Zinssätze wieder in den positiven Bereich bringe und gleichzeitig ein "Stabilitäts-QE"-Programm auflege, um die Spreads in der Peripherie zu schützen.

Quelle: ntv.de