Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagExperten prognostizieren DAX Enttäuschungspotenzial

02.01.2024, 06:30 Uhr

Nach den vielen Feiertagen rund um Weihnachten und den Jahreswechsel dürfte es der deutsche Aktienmarkt zum Start in die erste Handelswoche 2024 ruhig angehen lassen. Strategen gehen davon aus, dass die Anleger - nach der rasanten DAX-Rally der vergangenen Monate - zum Jahresstart erst einmal auf die Bremse treten. Die Zinssenkungserwartungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) seien für das kommende Jahr in den letzten Wochen vermutlich etwas über das Ziel hinausgeschossen, wodurch sich ein gewisses Enttäuschungspotenzial aufbaue, prognostizieren die Analysten der Helaba. "Somit ist an den Aktienmärkten durchaus mit zwischenzeitlichen Kursrücksetzern zu rechnen." Luft nach oben habe der Dax aber auch weiterhin, meinen die Experten.

Der Dax hat 2023 rund 20 Prozent zugelegt. Mitte Dezember übersprang er erstmals in seiner 35-jährigen Geschichte kurzzeitig die 17.000er Marke. Am Freitag, dem letzten Handelstag des Jahres, schloss er bei 16.752 Zählern.

Entscheidend für die Entwicklung der Aktienmärkte im neuen Jahr dürfte sein, wie schnell die großen Notenbanken die hohen Erwartungen erfüllen und ihre Geldpolitik nach dem jüngsten Zinserhöhungsmarathon wieder lockern. Felix Herrmann, Chefvolkswirt und Portfoliomanager bei Aramea Asset Management, geht davon aus, dass die erste Zinssenkung der US-Notenbank im zweiten Quartal 2024 und die der Europäischen Zentralbank im dritten Quartal erfolgen wird. "Die dann beginnenden Leitzinssenkungszyklen könnten zumindest bis zu den jeweils neutralen Leitzinsniveaus recht aggressiv ausfallen", sagt Herrmann.

Aktuell hält die Euro-Notenbank den am Finanzmarkt maßgeblichen Einlagensatz, den Finanzinstitute erhalten, wenn sie bei der Notenbank überschüssigen Gelder parken, bei 4,00 Prozent. In den USA liegt der geldpolitische Schlüsselsatz in der Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent.

Abhängig machen die Notenbanken ihr Vorgehen von den Inflations- und Konjunkturdaten. In der verkürzten ersten Januar-Handelswoche richtet sich der Fokus auf den US-Arbeitsmarktbericht und die Inflationszahlen für den Euroraum im Dezember. Die Veröffentlichungen der Daten erfolgt aber erst am Freitag).