Der Börsen-TagExperten sehen hohe Hürden für deutliche EZB-Zinserhöhung
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihre Leitzinsen nach Überzeugung der Volkswirte der Deutschen Bank im Juli um nur 25 Basispunkte erhöhten. "Die Hürde für einen Zinsschritt von 50 Basispunkten im Juli ist hoch", schreiben sie in ihrem Ausblick auf die EZB-Ratssitzung in der nächsten Woche. Jegliche Sorgen über den Inflationsausblick werde die EZB in den für September avisierten Zinsschritt packen. "Wir meinen, dass die EZB ihre Inflationsprognose stark genug anheben wird, um einen Zinsschritt von 50 Basispunkten zu rechtfertigen, aber die jüngsten Daten und Ereignisse erhöhen das Risiko, dass es auch im September nur 25 Basispunkte werden."
Die Analysten rechnen damit, dass die EZB nach den beiden vorangekündigten Schritten ihre Zinsen im Oktober und Dezember um weitere 50 und 25 Basispunkte erhöht und dann eine Pause einlegt. Ab dem ersten Halbjahr 2024 sollen dann weitere vier Schritte von 25 Basispunkten folgen. "Der Markt muss sich davor hüten, den Einfluss eines konjunkturellen Gegenwindes auf die Geldpolitik überzubewerten", schreiben sie. Die EZB wird nach Meinung der Deutsche-Bank-Analysten ein Instrument zur Begrenzung der Staatsanleihe-Spreads vorstellen, dass es ihr erlaubt, ihre Zinsen so stark wie nötig anzuheben.