Der Börsen-Tag Exporte kommen nicht in Schwung - "In Stagnation gefallen"
Das schrumpfende China-Geschäft hat den deutschen Exporteuren einen versöhnlichen Abschluss der schwierigen ersten Jahreshälfte verdorben. Die Ausfuhren stiegen im Juni zwar den dritten Monat in Folge, allerdings wie schon im Mai nur minimal um 0,1 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.
Im April hatte es noch zu einem Plus von 1,3 Prozent gereicht. Ökonomen hatten diesmal ein kräftigeres Wachstum von 0,3 Prozent vorausgesagt. Im gesamten ersten Halbjahr wuchsen die Waren-Exporte um 3,5 Prozent auf 791,5 Milliarden Euro. Die Importe gaben im Juni mit 3,4 Prozent überraschend kräftig nach, während sie im Mai noch um 1,4 Prozent gewachsen waren.
"Die Exporte sind - wie die gesamte Wirtschaft - in eine Stagnation gefallen", kommentierte ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski die Entwicklung. "Dadurch ist der Außenhandel nicht mehr die widerstandsfähige Wachstumsstütze der deutschen Wirtschaft, die er einmal war - sondern eher eine Bremse." Das sieht der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank, Alexander Krüger, genauso: "Seitwärts statt aufwärts lautet weiter die Devise".