Der Börsen-TagFed-Bilanzsumme rückt in den Vordergrund
US-Finanzminister Scott Bessent rechnet auch unter dem designierten Notenbankchef Kevin Warsh nicht mit einem raschen Abbau der Bilanzsumme der Federal Reserve (Fed). Die Entscheidung über die Bilanz liege bei der Notenbank, sagte Bessent dem Sender Fox News. "Ich denke, sie werden sich wahrscheinlich zurücklehnen und sich mindestens ein Jahr Zeit nehmen, um zu entscheiden, was sie tun wollen." Bessent betonte, Warsh werde als Fed-Chef sehr unabhängig agieren. Die Bilanzsumme umfasst das Gesamtvermögen der Fed, hauptsächlich US-Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere.
Warsh, der von 2006 bis 2011 im Direktorium der Fed saß, gilt eigentlich als Kritiker der Anleihekäufe. Er hatte in der Vergangenheit argumentiert, dass die großen Bestände der Fed die Finanzmärkte verzerrten und drastisch reduziert werden sollten. Dies könnte jedoch im Widerspruch zu den Zielen von US-Präsident Donald Trump stehen. Dieser fordert deutlich niedrigere Hypothekenzinsen. Experten zufolge würde eine Verkleinerung der Fed-Bilanz dieses Ziel gefährden und könnte zudem die Finanzstabilität beeinträchtigen.
Die US-Notenbank hatte ihre Bilanzsumme während der globalen Finanzkrise und der Corona-Pandemie massiv ausgeweitet, um die langfristigen Zinsen zu drücken. Im Sommer 2022 erreichte sie einen Höchststand von neun Billionen Dollar.