Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagFlieg‘ nicht so hoch, mein kleiner Freund …

18.08.2025, 06:00 Uhr

Anhaltende Spekulationen auf eine nahende Lockerung der US-Geldpolitik könnten den Aktienmärkten in dieser Woche weiteren Rückenwind geben. Einige Experten mahnen angesichts der zuletzt erreichten Höhen aber auch zur Vorsicht.

Der Dax gewann im Wochenvergleich knapp anderthalb Prozent und lag in Reichweite seiner Bestmarke von 24.639,10 Punkten aus dem Juli. An der Wall Street markierten die Indizes bereits teilweise Rekordstände und am Kryptowährungsmarkt übersprang der Bitcoin erstmals die Marke von 124.000 Dollar. "Die Märkte fragen sich nicht, ob die Fed im September die Zinsen senken wird, sondern wie stark", erläutert Analyst Kyle Rodda vom Brokerhaus Capital.com die Kauflaune. Wegen der deutlichen Abkühlung des US-Arbeitsmarkts setzen einige Anleger auf mehrere Schritte bis zum Jahresende.

Eine Absenkung des Schlüsselsatzes bei der kommenden Sitzung um einen Viertel Prozentpunkt gilt an den Märkten als ausgemacht. Die Wahrscheinlichkeit eines doppelt so großen Schrittes nahm nach den zuletzt gestiegenen US-Erzeugerpreisen indes wieder etwas ab. Die Fed-Konferenz in Jackson Hole bietet Notenbank-Chef Jerome Powell die baldigen Zinssenkungen kommunikativ vorzubereiten. Er könnte den Märkten außerdem Hinweise geben, wie sich die Fed die Ausrichtung ihrer Geldpolitik in den nächsten Monaten vorstellt, sagt Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. Seine Rede auf dem Forum wird am Freitag erwartet. Am Mittwoch werden außerdem die Protokolle der letzten Zinssitzung veröffentlicht.

Unabhängig davon könnte die Weltpolitik Anlegern in der neuen Woche einen Strich durch die Rechnung machen. Die Spannungen zwischen den USA und China bereiten ihnen trotz der Verlängerung der Pause im Zollstreit Kopfzerbrechen. "Der Konflikt zwischen Washington und Peking ist nur aufgeschoben und nicht aufgehoben", sagt Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG. Eine Einigung sei für die Weltwirtschaft und die internationalen Börsen enorm wichtig. Auch das Thema Russland-Ukraine-Krieg dürfte die Marktteilnehmer weiter umtreiben.

Quelle: ntv.de