Der Börsen-TagFrischer Wind in Wolfsburg - Dudenhöffer: "VW muss kräftig an Diess' Plänen hobeln"
Volkswagen richtet laut "FAZ" die Produktstrategie neu aus: Wie es unter Berufung auf Insider heißt, soll das Sammelsurium an Modellen gelichtet werden. In Wolfsburg wehe ein scharfer Wind, der Vorstand sei unzufrieden. Die klare Ansage laute jetzt, den elektrischen Tiguan zu bauen, schreibt das Blatt.
"Die Strategie des früheren Konzernlenkers Herbert Diess für den VW-Konzern war spannend und anspruchsvoll", sagt Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut ntv.de. Einige seiner Pläne seien aufgegangen. Die neue Batterie-Einheit, PowerCo, sei mittlerweile "gut unterwegs". Mit der Einheitszelle und den geplanten Batteriezellwerken sei ein tragfähiges Konzept umgesetzt werden. "Hier ist man am intensivsten in klassischen Industrialisierungsprozessen unterwegs und damit auf gewohntem Terrain", sagt der Auto-Experte.
Der wunde Punkt für Volkswagen sei, "die Transformation vom Hardware-Hersteller, also Autobauer, zu einem von Software geprägten Dienstleister. Fast schon ein Ritt vom Himmel in die Hölle oder umgekehrt".
Eigentlich sei Cariad, die Automotive-Software-Marke im Volkswagen-Konzern hierfür vorgesehen gewesen, "diesen Höllenritt zu meistern". Der elektrische Baukasten namens MEB ist aber nur bedingt wettbewerbsfähig. Er werde nicht so schnell ersetzt werden können wie ursprünglich geplant, so Dudenhöffer.
"Mittlerweile ist klar, dass an den Ursprungsplänen kräftig gehobelt werden muss. Wir werden noch mehr Nachrichten aus Wolfsburg sehen, bei denen neu geplant oder umgeplant werden wird. Die Software ist die größte Herausforderung eines klassischen Autokonzerns und damit auch für den neuen CEO Oliver Blume."