Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagGE schrumpft - und steigt trotzdem 7 Prozent

26.06.2018, 16:54 Uhr
General-Electric3
General (Foto: REUTERS)

Eigentlich ist ein Schrumpfkurs für eine Firma nie ein gutes Zeichen. Dass Eingeständnis, dass man nicht mehr genug Kraft hat, aus einer Krise offensiv herauszuwachsen, kommt bei Anlegern nie gut an. So ist es eigentlich auch beim US-Industriedinosaurier General Electric, der vor mehr als hundert Jahren den Generator und die elektrische Beleuchtung miterfand, nun aber durch Ökostrom-Technologien immer mehr unter die Räder gerät.

Unter ihrem Chef John Flannery trennt sich GE von Firmenanteilen im Wert von 20 Milliarden Dollar. Heute wurde bekannt, dass Flannery die Medizintechniksparte abspalten und separat an die Börse bringen sowie den gerade erst geschmiedeten Öl-Ausrüster Baker Hughes abstoßen will. Trotzdem machen die GE-Aktionäre einen Freudensprung und bescheren der General-Electric-Aktie ein Plus von bis zu 7 Prozent.

Das liegt womöglich daran, dass sich für sie wenig ändert: Die Anteile am neuen Healthcare-Konzern bekommen sie zum größten Teil geschenkt. Bei ihrem Besitz bleibt erstmal weitestgehend alles beim Alten. Er wird nur in zwei verschiedene Aktien aufgespalten - von GE und der neuen Medizintechnikfirma. Ob die Umorganisation auch zu größerem Erfolg führt bleibt abzuwarten. Noch vor zwei Jahren war GE unter den zehn teuersten Konzernen der Welt. Inzwischen reicht es nicht einmal mehr für die "Top 150" und der Industriegigant ist nach 111 Jahren aus dem Dow-Jones-Index der 30 größten US-Werte geflogen. Wegen der Verschlankung denkt die Ratingagentur Standard & Poor's bereits über eine Herabstufung von GE nach.