Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagGeht Powell vor Trump in die Knie?

07.05.2025, 06:19 Uhr

Serie gerissen: Der Dax hat gestern nach neun Gewinntagen in Folge mit leichten Verlusten geschlossen. Die im ersten Anlauf gescheiterte Wahl von CDU-Chef Friedrich Merz zum neuen Bundeskanzler hatte zeitweise für erhebliche Unsicherheit am Markt gesorgt und den Dax zeitweise zurück unter 23.000 Punkte geschickt. Am Ende verabschiedete sich der deutsche Börsenleitindex mit einem Stand von 23.250 Zählern 0,4 Prozent schwächer aus dem Handel.

Heute steht die US-Geldpolitik im Fokus, denn trotz der Forderung von US-Präsident Donald Trump nach einer Zinssenkung legt die Notenbank Fed voraussichtlich eine weitere Pause ein. An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass das Leitzinsniveau von 4,25 bis 4,50 Prozent beibehalten wird. Fed-Chef Jerome Powell hat deutlich gemacht, dass sich die unabhängige Notenbank keinesfalls von politischen Vorgaben leiten lässt. Sie will vor etwaigen Zinssenkungen zunächst sehen, wie sich die von Trump aufgetürmten Zollhürden auf Inflation und Konjunktur auswirken.

Bereits am Morgen stehen die Auftragseingänge der deutschen Industrie auf der Agenda. Diese dürften im März zugelegt haben. Experten erwarten ein Plus von 1,3 Prozent, nach einer Stagnation im Februar. Mit Spannung blicken Experten nun insbesondere darauf, wie sich die Bestellungen aus den USA in den Wochen vor den Zollankündigungen von Präsident Donald Trump entwickelt haben und ob Aufträge womöglich vorgezogen wurden. Trump hatte den 2. April zum "Tag der Befreiung" erklärt und zahlreichen Handelspartnern höhere Zölle aufgebrummt. Diese wurden kurz danach zwar für 90 Tage auf Eis gelegt - jedoch nicht für China.

Unternehmensseitig liegt das Anleger-Augenmerk auf dem Autosektor. So öffnet BMW als letzter deutscher Autobauer seine Bücher für das abgelaufene Quartal. Analysten gehen davon aus, dass der Gewinn bei dem Unternehmen um fast ein Drittel gesunken ist, beim Umsatz sagen sie ein Minus von vier Prozent voraus. Mit Spannung erwartet wird jedoch, ob sich die Münchner eine Prognose für das Gesamtjahr zutrauen. Mercedes-Benz hatte wegen der Zölle auf Importautos in die USA seine Prognose für das Jahr zurückgezogen, Volkswagen klammert die Zölle in seiner Vorhersage aus. BMW hatte bislang die Belastungen durch Zölle in den USA und in Europa auf eine Milliarde Euro beziffert.

Auf seiner Hauptversammlung muss sich der Stuttgarter Premiumhersteller und BMW-Rivale, Mercedes-Benz, mit Kritik von Aktionären an der Luxusstrategie und der Schwäche im China-Geschäft auseinandersetzen. "Wir wollen wissen, wie der Vorstand das Unternehmen vom Standstreifen wieder auf die Mittelspur steuern will", erklärte die Fondsgesellschaft DWS. Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de