Der Börsen-TagGeldmarkt: EZB könnte Zinsen schneller senken

Die Sätze am europäischen Geldmarkt treten mehr oder weniger auf der Stelle. Auch am Terminmarkt hat sich wenig geändert, dort wird von anderthalb Zinssenkungen durch die EZB bis Jahresende ausgegangen.
Die schwachen Umfragedaten für den Euroraum im Juni, wie der PMI und der IFO, dürfte die EZB dahingehend interpretieren, dass ihre Geldpolitik die gewünschte restriktive Wirkung auf die Wirtschaft hat. Schwächelnde realwirtschaftliche Daten werden die Entscheidungsträger in ihrem Bestreben bestärken, die Zinssätze weiter zu senken. Tomasz Wieladek, Chefvolkswirt für Europa bei T. Rowe Price, geht davon aus, dass die EZB die Zinsen in diesem Jahr noch mindestens zweimal senken wird, im September und im Dezember. Sollten sich jedoch in den nächsten Monaten die Anzeichen für eine Verlangsamung der Wirtschaft verdichten, könnte die EZB die Zinsen schneller senken als derzeit mit einer Zinssenkung pro Quartal, das die Märkte einpreisen.
Hier die jüngsten Daten: Tagesgeld: 3,65 - 3,90 (3,55 - 3,90), Wochengeld: 3,55 - 3,75 (3,55 - 3,90), 1-Monats-Geld: 3,58 - 3,70 (3,58 - 4,00), 3-Monats-Geld: 3,60 - 3,80 (3,61 - 4,01), 6-Monats-Geld: 3,60 - 3,75 (3,55 - 3,95), 12-Monats-Geld: 3,50 - 3,70 (3,50 - 3,77), Euribors: 3 Monate: 3,7080 (3,7050), 6 Monate: 3,6830 (3,6780), 12 Monate: 3,5920 (3,5890)