Der Börsen-TagGibt es eine Immobilienpreisblase: Ja, nein oder jein?
Entgegen den Unkenrufen auch aus der Immoblienbranche selbst, gibt die Bundesbank Entwarnung bei den Immobilienpreisen. Sie will derzeit keine Anzeichen für gefährliche Übertreibungen am Markt für Häuser und Wohnungen in Deutschland sehen.
"Wir sehen aktuell keine Immobilienpreisblase, die uns Sorgen bereiten müsste", sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret in Frankfurt. "Wohl aber lautet das Gebot, wachsam zu sein." Aha?
Und warum dann, bitteschön? Die Antwort der Bundesbank hierauf:
Die Standards für die Kreditvergabe seien noch nicht weitreichend gelockert worden.
Einschränkend heißt es dann aber:
Dennoch zeige sich angesichts der großen Nachfrage nach Finanzierungen wegen der niedrigen Zinsen, dass die Institute "tendenziell bereit sind, höhere Risiken einzugehen", so Dombret.
"Im Niedrigzinsumfeld nehmen die Immobilienkredite in den Bankbilanzen zu - sowohl das Gesamtvolumen als auch die durchschnittliche Kreditgröße sind merklich gestiegen", führte der Bankenaufseher aus. "Außerdem scheinen die Institute bereit zu sein, Kredite gegen geringere Sicherheiten zu vergeben."
Also vielleicht doch ein Bläschen? Nichts Genaues weiß man nicht gewiss.
Die Immoblienbranche selbst ist besorgt. Im aktuellen Frühjahrsgutachten weist der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) darauf hin, dass die Entwicklung in einigen Städten nicht mehr nachhaltig sei. So gingen Immobilieninvestoren offenbar davon aus, dass sich die Mieterträge kräftig steigern ließen. Anders ließen sich die gezahlten Kaufpreise nicht mehr erklären.