Der Börsen-TagGrößter Kursrutsch seit Monaten in China

Die Furcht der Anleger vor den wirtschaftlichen Belastungen durch den Handelsstreit mit den USA brockt dem chinesischen Aktienmarkt den größten Kursrutsch seit über zwei Monaten ein. Daran änderte auch eine Lockerung der Geldpolitik durch die chinesische Notenbank (PBoC) nichts. Die Börse Shanghai fiel um bis zu 3,1 Prozent auf 2732 Punkte.
Die angekündigte Lockerung der Kapitalanforderungen für die chinesischen Banken sei ein weiterer Schritt zur Stärkung der Inlandskonjunktur, sagte Anlagestratege Frances Cheung von der Westpac Bank. Nach Einschätzung des Wirtschaftsprofessors Zhao Jian von der Universität Jinan wird dies der Konjunktur aber kaum helfen. "Liquidität ist nicht das Problem. Der Verlust von Vertrauen ist das Problem." Viele - vor allem private - Unternehmen scheuten wegen des Handelsstreits die Aufnahme neuer Kredite.
Bei den Unternehmen stürzten die Kurse von Technologiewerten wie ZTE oder Zhejiang Dahua um bis zu zehn Prozent ab. Auslöser waren ein Medienbericht, dem zufolge chinesische Spione Computerchips in Lieferungen an US-Unternehmen eingeschleust haben.
Die Tokioter Börse blieb feiertagsbedingt geschlossen.